Daniel Hanslik 1. FC Kaiserslautern
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Einer von vielen Aufstiegshelden: Daniel Hanslik jubelt über Kaiserslauterns Rückkehr in Liga zwei.

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„Aufstiegsheld“ Daniel Hanslik nimmt neuen Anlauf

Zwei Jahre der Extreme liegen hinter Daniel Hanslik. Der frühere Hessenliga-Stürmer des SV Steinbach kämpfte mit dem 1. FC Kaiserslautern erst um die Existenz in Liga drei, ehe vor wenigen Wochen mit dem Aufstieg ins deutsche Unterhaus eine ganze Region wachgeküsst wurde.

Das Wort „Aufstiegsheld“ hörte Daniel Hanslik zuletzt sehr, sehr häufig. Sein Führungstreffer im Relegations-Rückspiel bei Dynamo Dresden war die halbe Miete, um nach vier Jahren tristem Drittliga-Alltag wieder in die zweite Liga zurückzukehren. Die richtig anstrengenden Stunden folgten aber erst nach dem 2:0-Erfolg. Die ersten Kaltgetränke gab es noch im Stadion, ehe eine feuchtfröhliche siebenstündige Busfahrt anstand. „Ich trinke selten Alkohol, aber da musste ich schon mitziehen. Die gesamte Heimreise war eine einzige Party, und am nächsten Tag wurden wir von einer unvorstellbaren Menschenmenge am Kaiserslauterer Stiftsplatz empfangen“, erinnert sich Hanslik gerne zurück.

Daniel Hanslik: Stadion und Fans in Kaiserslautern haben Bundesliga-Format

Der Verein, die Stadt, ja sogar die ganze Region wurden in den vergangenen Wochen und Monaten wachgeküsst und an die glorreichen Zeiten erinnert. Mehr als 40.000 Fans in der Relegation gegen Dresden, im Derby gegen Saarbrücken, ja sogar gegen Dortmunds zweite Mannschaft – nicht umsonst sagt Hanslik, dass Stadion und Fans Bundesliga-Format hätten. Und das alles nur zwölf Monate, nachdem der viermalige deutsche Meister vor dem Sturz in die Viertklassigkeit stand. Wochenlang stand Kaiserslautern auf einem Abstiegsplatz, ehe am vorletzten Spieltag der Klassenerhalt eingefahren wurde.

Schuss ins Glück: Daniel Hanslik trifft für den 1. FC Kaiserslautern in der Relegation gegen Dynamo Dresden.

„Der Druck war damals wesentlich unangenehmer, weil Existenzen auf dem Spiel standen“, weiß Hanslik, der sich gerade in den schwierigen Zeiten besonders treffsicher zeigte. Mit sieben Toren war er sogar einmal häufiger erfolgreich als in der Aufstiegssaison, trotz halb so vielen Einsatzminuten. „Mir hat es noch mehr Energie gegeben, auf dem Platz das Schicksal einzelner Menschen mitbeeinflussen zu können. Umso schöner, wie jetzt die ganze Stadt aufblüht, jeder über den FCK redet. Es ist schön, wenn man so viele Menschen bewegen kann“, betont der 25-Jährige.

Wir sind alle tatsächlich privat miteinander befreundet, das habe ich so noch nie erlebt. Das wird uns durch die Saison führen.

Daniel Hanslik

Damit die Stimmung in der Pfalz weiter prächtig bleibt, wurde in den vergangenen Wochen ordentlich geschuftet. Zeit zur Erholung blieb nur kurz, nach einem Kurztrip nach Mallorca mit der Mannschaft, einem einwöchigen Urlaub mit Freundin Kira sowie ein paar weiteren Tagen mit den Mitspielern begann die Vorbereitung auf die heute startende Zweitliga-Saison früh. Ein Plus im Kampf um den Klassenerhalt soll wie in der vergangenen Spielzeit die gute Teamchemie sein: „Der Kern der Mannschaft ist derselbe, der vor einem Jahr fast abgestiegen wäre. Wir sind alle tatsächlich privat miteinander befreundet, das habe ich so noch nie erlebt. Das wird uns durch die Saison führen“, hofft Hanslik.

Für den Unterhauner geht es auch persönlich darum, in der zweiten Liga anzukommen. Nach einem sehr durchwachsenen ersten halben Jahr im deutschen Unterhaus bei Holstein Kiel nimmt Hanslik neuen Anlauf. Neben neuen prominenten Mitspielern. Wie Torhüter Andreas Luthe, vergangene Saison noch Stammtorhüter beim Bundesliga-Fünften Union Berlin. Oder Erik Durm, Europa-League-Sieger mit Eintracht Frankfurt. Als Durm 2014 Weltmeister wurde, spielt Daniel Hanslik in der A-Junioren-Gruppenliga beim JFV Bad Hersfeld und jubelte vor dem Fernseher mit. Seitdem ist viel passiert. Und der „Aufstiegsheld“ hätte kein Problem damit, sein persönliches Märchen weiterzuschreiben.

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