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Ex-Hessenliga-Coach Mustafa Fil tritt bei Germania ab

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Friedbergs Coach Mustafa Fil war mit dem Unentschieden nicht zufrieden. Foto: Jörg Schulz
Mustafa Fil tritt bei Germania Klein-Krotzenburg ab. © Jörg Schulz

Mustafa Fil wird in der kommenden Saison nicht mehr als Trainer bei Germania Klein-Krotzenburg fungieren. Der 46-Jährige hat den in der Gruppenliga Frankfurt Ost spielenden Verein aus dem Kreis Offenbach auf Rang vier geführt und weist mit seinem Team nach dem souveränen Tabellenführer und Aufstiegsfavoriten Sportfreunde Seligenstadt mit 70 Treffern die zweitbeste Offensive auf.

Im Januar 2020, kurz vor dem Beginn der Corona-Pandemie, hatte Fil Klein-Krotzenburg als abgeschlagenen Tabellenletzten übernommen. Nach nur wenigen Spielen erfolgte der erste Corona-Lockdown einhergehend mit dem aufgrund der Aussetzung der Abstiegsregelungen verbundenen Klassenerhalt. In der nur bis Ende Oktober andauernden und erneut aufgrund der Corona-Einschränkungen abgebrochenen Folgerunde belegte Klein-Krotzenburg Rang 18 von 20 Teams, wieder wurde die Klasse corona-bedingt gehalten. Um so erstaunlicher ist der in der aktuellen Spielrunde unter Fils Regie anhaltende Höhenflug, denn das Team aus dem Hainburger Stadtteil ist nach dem 4:0-Auswärtssieg bei der SG Bruchköbel bis auf Rang vier durchgestartet. Dank seines Netzwerkes stehen gestandene Spieler wie Damir Topcagic, Andre Scheel, Filippo Serra, Vuk Toskovic und Michael Kohnke, allesamt mit Hessenliga-Vergangenheit, im Erfolgsteam. Ausgerechnet jedoch in dieser Hochphase musste der Verein zur Kenntnis nehmen, dass der B-Lizenzinhaber jetzt zu dem Entschluss kam, dass der richtige Zeitpunkt gekommen sei, um sich ab Sommer einer neuen Herausforderung zu stellen.

Dieser Schnitt falle beiden Seiten überaus schwer, da die Germania mit „Musti“ als Trainer eine schwierige Zeit und Vereinsphase erfolgreich gemeistert habe und in der laufenden Saison sportlich glänzend da stehe. „Ja, ich suche eine neue Herausforderung! Ich bin wieder hochmotiviert und möchte wieder etwas mit einem Verein starten, der ambitioniert ist“, lässt Fil durchblicken. Es müsse nicht die Hessenliga sein, es könne auch die Verbands- oder Gruppenliga sein. „Hauptsache der Verein hat ambitionierte Ziele“, verdeutlicht er. Germania Klein-Krotzenburg bedankt sich unterdessen in einer Pressemitteilung schon jetzt für Fils geleistete Arbeit: „Das Trainerteam Mustafa Fil und Klaus Knecht hat im letzten Jahr Großes für den Verein geleistet. Neben den herausragenden sportlichen Leistungen der ersten Mannschaft, betont die Vereinsführung der Germania insbesondere die exzellente Zusammenarbeit mit und Integration der A-Jugend. Die Förderung und Integration der eigenen Jugendspieler wurde vom Trainerteam optimiert und folgt damit in vollem Maße der grundlegenden Philosophie der Germania. Dafür spricht der Verein „Musti“ ausdrücklich seinen herzlichen Dank aus“, heißt es auf der Homepage des Clubs.

Fil machte sich bei Spvgg. Oberrad und Türk Gücü Friedberg einen Namen

Der gebürtige Frankfurter hatte sich als Trainer der Spvgg. Oberrad einen Namen gemacht. Den Frankfurter Stadtteilclub führte er 2014 erstmals in die Hessenliga, hielt in der ersten Saison trotz bescheidener finanzieller Mittel die Klasse und sorgte insbesondere in der Rückrunde der Abstiegssaison mit einigen überraschenden Siegen für Furore. Schon einige Wochen vor dem sich abzeichnenden Abstieg hatte der beliebte Oberräder Coach in einer denkwürdigen Pressekonferenz nach dem Heimspiel gegen den SV Wiesbaden den verdutzten Vereinsverantwortlichen seinen Abschied bekannt gegeben. Einige Monate später stieg er beim damaligen Verbandsligisten Türk Gücü Friedberg ein, führte ihn zum Klassenerhalt und ein Jahr später als Vizemeister über die Aufstiegsrunde ebenfalls erstmals in die Hessenliga.

Unvergessen der entscheidende 2:1-Sieg über den FSV Fernwald vor einer Kulisse von 1700 Zuschauern. In der ersten Hessenliga-Saison der Friedberger beendeten der Verein und der Trainer mitten im Abstiegskampf die Zusammenarbeit, sein Trainerpartner Gültekin Cagritekin beendete die Mission Klassenerhalt und wechselte dann zurück nach Oberrad, wo er schon mit Fil zusammengearbeitet hatte. Der Verein ist indes schon mit der Planung der Post-Fil-Ära beschäftigt: „ Die sportliche Leitung der Germania ist zuversichtlich, in Kürze eine Nachfolgelösung für „Musti“ präsentieren zu können. Für die nächsten intensiven Wochen der laufenden Saison werden alle im Verein weiter wie gewohnt am selben Strang ziehen, um am Saisonende das Ziel eines einstelligen Tabellenplatzes zu erreichen. Das wäre ein würdiger und krönender Abschluss von Mustafa Fils hervorragender zweieinhalbjähriger Trainerarbeit.“

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