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Meisterkandidat SG Schmalnau/Hettenhausen: Effizient, dreckig und mit mehr Balance

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Von: Tobias Konrad

Linus Bohnwagner SG Schmalnau Hettenhausen
Linus Bohnwagner (rechts, mit Langenbiebers Jonathan Vieth) trägt seit dieser Saison die Kapitänsbinde der SG Schmalnau/Hettenhausen und würde die derzeitige Tabellenführung in der A-Liga Fulda/Rhön gerne mit unter den Weihnachtsbaum nehmen. © Charlie Rolff

Eng, enger, A-Liga Fulda/Rhön. Zahlreiche Teams umfasst die Spitzengruppe, die derzeit beste Lage hat Tabellenführer SG Schmalnau/Hettenhausen. Der Erfolg kommt nicht von ungefähr, wie Kapitän Linus Bohnwagner weiß.

Erst 23 Jahre alt, aber schon Kapitän. Wie kam es dazu?

Unser bisheriger Kapitän Marius Bub kündigte an, kürzertreten zu wollen. Die jüngeren Spieler sollten mehr Verantwortung erhalten. Die mannschaftsinterne Wahl fiel auf mich, was mich natürlich stolz macht.

Bist du lieber Jäger oder Gejagter?

Sportlich betrachtet lieber der Gejagte. Es lässt sich schöner anschauen, wenn das eigene Team in der Tabelle ganz oben steht. Dieser Fakt gibt uns Selbstsicherheit, obwohl wir uns keinesfalls in der Rolle des Favoriten sehen. Der Meistergedanke ist bei uns nicht vorhanden. Es ist ein Bonus, über den wir uns sicher nicht beschweren werden.

Im Schnitt kassiert die SGSH nur 0,69 Gegentore pro Spiel, seit 390 Spielminuten musste kein Treffer mehr hingenommen werden. Die Defensive ist das Erfolgsrezept?

So genau haben wir noch nicht gerechnet, allerdings lässt es sich mit einer sicher stehenden Verteidigung immer besser angehen. Dadurch erhält die gesamte Mannschaft ein unglaublich gutes Gefühl.

SGSH-Kapitän Linus Bohnwagner: „Das würde eine richtig gute Weihnachtsfeier nach sich ziehen“

Es heißt nicht umsonst, dass in der Defensive Meisterschaften gewonnen werden. In der vorigen Saison habt ihr dagegen selbst noch wesentlich mehr Tore erzielt.

Wir sind nach wie vor offensiv immer für ein Tor gut, denn Qualität ist reichlich vorhanden. Wir sind Vizemeister geworden, haben aber zu oft zu leichte Tore kassiert. Nun ist es so, dass auch mal ein eigenes Tor für einen Sieg reicht.

Ist also mehr Balance im Spiel? Hat Spielertrainer Marko Novakovic darauf gezielt geachtet? 

Die Zahlen lesen sich so, allerdings ist es keine bewusste Entscheidung von uns, weniger Tore zu schießen. Ein Stück weit liegt es am Personal, da wir nicht mehr so breit aufgestellt sind wie vergangene Saison. In vielen Spielen haben wir noch nicht unser bestes Level erreicht. Allerdings haben wir eine gewisse Effizienz und Dreckigkeit gelernt, die uns zugute kommt, um ein 1:0 über die Zeit zu bringen.

Der Weg führt am Sonntag (12.45 Uhr) zur FSG Dipperz/Dirlos II. Eine Pflichtaufgabe?

Das wäre zu leicht gesagt. Sie haben eine Mannschaft, die einige gute junge Spieler hinzubekommen hat. Wenn wir allerdings Ansprüche auf eine Spitzenposition haben, müssen wir einen solchen Gegner bezwingen.

Bis zur Winterpause stehen noch sechs Spiele an. Einzig der TSV Weyhers wartet aus dem obersten Regal der Liga. Darf die SGSH als Tabellenführer in die lange Pause gehen?

Wenn das der Fall ist, würde es eine richtig gute Weihnachtsfeier nach sich ziehen. Wir sind und werden allerdings nicht im Entferntesten übermütig. In der Liga ist sichtbar geworden, dass jeder Gegner schlagbar ist. Wir hatten bislang den Großteil der Spitzenteams zwar, allerdings dürfen wir die kommenden Aufgaben nicht auf die leichte Schulter nehmen. 

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