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Lucas Maierhof und der fast perfekte Abschied

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Von: Ralph Kraus

Lucas Maierhof (links) von der SG Dietershausen/Friesenhausen wurde Torschützenkönig der A-Liga Fulda/Rhön und beendet nun seine Laufbahn
Lucas Maierhof (links) von der SG Dietershausen/Friesenhausen wurde Torschützenkönig der A-Liga Fulda/Rhön und beendet nun seine Laufbahn © Rolf Herchen/Charlie Rolff

Man soll aufhören, wenn es am schönsten ist: Für Lucas Maierhof geht dieser Wunsch zumindest halbwegs in Erfüllung. Zwar reichte es für seine SG Dietershausen/Friesenhausen nicht für den Titel in der A-Liga Fulda/Rhön, aber Maierhof holte sich zumindest die Torjägerkrone.

„Es macht keinen Sinn mehr weiterzuspielen“, erklärt der 32-Jährige, der bereits vor Beginn der abgelaufenen Runde angekündigt hatte, dass er ab diesem Sommer kürzertreten will. „Mein Knie macht einfach nicht mehr mit. In der Rückrunde ging körperlich nicht mehr viel und ich war ja selbst nicht zufrieden mit meinen Leistungen. Es ist der Punkt gekommen, um auf seinen Körper zu hören.“

Nach der langen Coronapause verletzte sich Maierhof gleich im ersten Training. Nach einem Schlag gegen das Knie bildete sich eine Zyste, Flüssigkeit sammelte sich an. „Seitdem schleppe ich mich mehr oder weniger durch die Spiele“, sagt der Angreifer, der nun der Empfehlung seines Orthopäden folgt. „Er hat mir empfohlen, dass ich aufhören und mir eine andere Sportart suchen solle.“

Zur Torjägerkanone reichen Lucas Maierhof elf Spiele

Trotz des Handicaps der Verletzung wurde Maierhof bester Torschütze der Spielklasse. Das wirklich Bemerkenswerte daran ist weniger die Trefferzahl von 20 Saisontoren. Vielmehr ist es die Anzahl der Spiele, in denen der Torjäger seine Treffer erzielt hat. Denn Maierhof bestritt nur elf Partien und stand sogar nur siebenmal die vollen 90 Minuten auf dem Platz.

Maierhof wird dem Fußball auf anderem Weg treu bleiben. Der Vater von Töchterchen Rosa (3) und Sohn Leo (6) wird den Nachwuchs betreuen. Gemeinsam mit Leuten wie dem Ex-Steinbacher Marcel Vogt, Johannes Flache, Michael Wald und Dominik Schlag trainiert er die F-Junioren von Britannia Eichenzell.

Von seiner Erfahrung können sich die Kleinsten viel abschauen. Denn nach Beginn seiner Laufbahn bei der SG Dietershausen und seiner Zeit in der Nachwuchsabteilung von Borussia Fulda kehrte Maierhof als 18-Jähriger nach Dietershausen zurück. Noch im zweiten A-Jugendjahr wurde er auf Anhieb Stammspieler in der ersten Mannschaft seines Heimatclubs. „Das war auch gleich eine Saison, die du nie mehr vergisst“, erinnert sich Maierhof. 2008/2009 war das. Dietershausen war gerade erst in die A-Liga aufgestiegen und startete nun – erstmals mit Maierhof – sofort durch.

Am Ende standen Rang zwei und die beiden Relegationsspiele gegen Dipperz (2:1) und Nieder-Moos (2:1). Als junger Kerl machte Maierhof 24 Saisontore, schoss dann in der Relegation drei der vier Dietershausener Tore zum Aufstieg. Gegen Dipperz machte er in der 88. Minute das Siegtor. „Das sind Erinnerungen, die immer bleiben. Auch, weil unheimlich viel los war bei diesen Spielen.“

Maierhof lässt eine Hintertür offen

Unvergessen bleibt auch die Zeit bei Britannia Eichenzell, wo er von 2013 bis 2019 sechs Jahre auf Torejagd ging und mehr als 130 Treffer erzielte. 2017 holte er sich die Torjägerkrone der Gruppenliga mit 28 Toren. „Die 24 Treffer danach in der Verbandsliga, die uns für den Klassenerhalt gereicht haben, haben aber einen viel höheren Stellenwert für mich“, macht der Versicherungskaufmann klar.

Und ganz vorbei ist die Laufbahn von Maierhof ja vielleicht doch noch nicht. „Vielleicht mache ich tatsächlich nochmal das ein oder andere Spiel für die SG Dietershausen. Aber das will ich mir offenlassen. Je nachdem, wie es mir geht und ob die Lust da ist, nochmal regelmäßig ins Training zu gehen.“

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