Ahmet Kocak Türkischer SV
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Ahmet Kocak und die Bank des Türkischen SV können beim Blick auf die Ligeneinteilung nur sparsam gucken.

Ärger nach der Ligaeinteilung

Für die „Türken“ ist die Entscheidung nicht hinnehmbar

Die Ligeneinteilung der Saison 2022/2023 ist seit Donnerstagvormittag offiziell. Die Vielzahl an Härtefällen blieb aus, einer aber hinterlässt Fragen: Der des Türkischen SV.

Dass der Fuldaer Stadtverein nach dem Abstieg aus der Kreisoberliga Mitte fortan in der A-Liga Fulda spielt? Eigentlich logisch. Doch zur Überraschung aller wurde der TSV in die A-Liga Lauterbach/Fulda eingruppiert. Statt Auswährtsfahrten zu den Nachbarvereinen Borussia, Frischauf oder Germania Fulda führt der Weg nun nach Ilbeshausen oder Grebenhain. Die Kilometeranzahl steigt um ein Vielfaches, um die 30 Kilometer beträgt die einfache Wegstrecke zu den Ligakonkurrenten. Ein Unding für die Verantwortlichen. „Wir, die mitten in der Stadt sind, sollen raus Richtung Lauterbach pilgern? Das lassen wir so nicht stehen“, stellt Ibrahim Kücükler, Sportlicher Leiter des Türkischen SV, klar.

Für den KOL-Absteiger kommt es überraschend, „dass wir die Einzigen sind, die in den sauren Apfel beißen müssen. Aber das sind wir ja gewohnt. Egal ob in der unsäglichen Schiedsrichter-Debatte zum Rückrundenbeginn oder jetzt. Irgendwas ist immer. Wir werden die Entscheidung nicht hinnehmen und notfalls Schritte einleiten.“ Kücükler nennt als Beispiel die Schichtarbeiter, die sonntags direkt von der Arbeit zum Sportplatz kommen. Bei den nun deutlich weiteren Auswährtsfahrten sei das nicht mehr möglich. Der Sportliche Leiter geht gar noch weiter, sagt, „dass wir vor einigen Jahren, als ich noch Trainer war, schon mal eine unglückliche Entscheidung hinnehmen mussten. Mit der Ersten und der Reserve hatten wir nie zusammen ein Heimspiel. Und nun sollen wir wieder diejenigen sein, die es trifft?“ Rein geografisch gesehen sind Vereine wie Oberrode, Haimbach, Horas II und in aller erster Linie Maberzell/Gläserzell, die allesamt der Fuldaer Staffel zugeordnet sind, näher an den Lauterbacher Vereinen als der Türkische SV.

KFW Beck: „Jährlicher Wechsel aus Fairnessgründen“

Die Verärgerung der „Türken“ versteht Fulda Kreisfußballwart Thorsten Beck, zumal sich diese Entscheidung Jahr für Jahr schwierig gestalte. „Wir können nicht in Fulda mit 17 und in Lauterbach nur mit zwölf Teams spielen. Deshalb haben wir ein Agreement getroffen, dass jedes Jahr ein anderes Team dran ist. Allein aus Fairnessgründen, denn immer die Randvereine gen Lauterbach zu schicken, ist auch nicht die Lösung aller Probleme“, sagt Beck. So traf es in der Vergangenheit bereits Haimbach, Oberrode und Horas II. In Stein gemeiselt sei die Einteilung jedoch nicht, Gespräche wolle man noch führen.

„Geht um das Wohl des Vereins“

Ebenfalls überrascht von der Einteilung zeigt sich der SV Welkers. In der A-Liga Fulda spielt der SVW in der neuen Saison, während Nachbar SG Rönshausen – beide Ortsschilder trennen nur einige Hundert Meter – in der Rhöner Staffel agiert. In jener Liga würde sich gerne auch Welkers sehen, allein aus Gründen um das Wohl des Vereins, wie Trainer Deniz Yildirim verrät: „Es ist ganz klar die attraktivere Liga, allein wegen der Derbys.“ Für ihn ist es kein großer Beinbruch, in Fulda zu spielen, „schließlich sind die Spiele alle noch in der Nähe. Allerdings müssen wir an den Verein denken und Spiele gegen die Nachbarvereine bringen eben mehr Einnahmen.“ Beschönigen will der Welkers-Coach die Einteilung deshalb nicht und blickt auf die Zeit vor einigen Jahren zurück, als der SVW in die Kreisoberliga Mitte eingruppiert wurde, während die umliegenden Clubs im Süden spielten. „Immer wieder eine komische Situation“, meint Yildirim.

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