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Eine Liebeserklärung von Mario Martinez

Erstellt:

Von: Ralph Kraus

Spielertrainer Mario Martinez Torschützenkönig A-Liga Fulda
Mario Martinez weiß nicht, ob er sich über die Torjägerkanone freuen soll oder ob die Trauer überwiegt, mit der SG Oberrode „nur“ Zweiter geworden zu sein. © Charlie Rolff

Von seiner Gefährlichkeit hat Mario Martinez auch mit 37 Jahren noch nichts eingebüßt. Dass er sich mit 23 Treffern die Torjägerkrone der A-Liga Fulda gesichert hat, zeigt seine weiter vorhandene Qualität. Doch Martinez kann doch noch überraschen – mit einer Liebeserklärung.

Und die richtet sich an seinen Verein SG Oberrode, wo er nun in seine vierte Saison als Spielertrainer geht. „Ich bin wirklich stolz, dort Trainer zu sein. Das ist ein ganz besonderer Verein, wie es ihn leider nicht mehr so oft gibt. So einen Zusammenhalt, so einen familiären Umgang, das habe ich selten vorher erlebt. Das ging bereits am ersten Tag los, als ich aufgenommen wurde, als sei ich schon zehn Jahre dort. Und so zieht sich das bis heute durch“, schwärmt Martinez, der überhaupt nicht weiß, wo er anfangen soll, seine Einschätzung zu erklären.

Mario Martinez stimmt Lobeshymne auf die SG Oberrode an

„Das fängt mit dem Vorstand an. Als Trainer hast du dort alle Freiheiten. Trotzdem sind quasi in jedem Training Verantwortliche vor Ort, die dich in jeder Form unterstützen. Dann kann man die Truppe nehmen, die fast nur aus Einheimischen besteht, die sehr jung und lernwillig ist. Für einen Trainer sind die Gegebenheiten in Oberrode fantastisch“, lautet seine Lobeshymne an den Club. Martinez muss wissen, wovon er redet, denn er hat als Fußballer schon eine lange Reise hinter sich. Angefangen hatte alles in Großenlüder. Später folgten vier Jahre Buchonia Flieden, Verbandsliga beim SV Neuhof, Stationen als Spieler und Spielertrainer in Welkers, Steinau/Steinhaus und Bimbach.

„Richtig Spaß gemacht hat auch das halbe Jahr in Neuhof, als ich im Winter kam und wir noch die Klasse gehalten haben. Aus dieser Zeit stammt auch noch ein Spiel, an das ich immer wieder gerne zurückdenke. Da haben wir 2:1 gegen Schwalmstadt gewonnen. Das war ein ganz entscheidendes Spiel. Ich habe beide Tore gemacht, das entscheidende 2:1 in der 90. Minute. Das bleibt immer hängen“, schmunzelt der Angreifer, der die Entwicklung des Fußballs während der fast 20 Jahre, in denen er nun im Seniorenbereich mit dabei ist, als enorm ansieht.

„Anfangs wurde noch Mann gegen Mann gespielt. Da musstest du oft nur deinem Gegner hinterherrennen. Nach und nach hat sich das neue System aber durchgesetzt und der Fußball ist dadurch viel besser geworden. Auch in Oberrode versuchen wir modern Fußball zu spielen. Das macht schlichtweg viel mehr Spaß und ist viel schöner anzusehen“, sagt Martinez, der nicht allzu sehr schmollt, weil seine Mannschaft nach einer prima Saison letztlich „nur“ Zweiter hinter Löschenrod wurde.

Solange ich den Jungs noch weglaufen kann und die Knochen halten, bleibe ich dabei.

Mario Martinez

„Wir haben das leider schon in der Hinrunde verspielt, weil wir gegen Horas II und Steinau/Steinhaus wichtige Punkte haben liegen lassen, die mit in die Aufstiegsrunde genommen wurden. Da haben wir uns blöd angestellt und man muss es auch ehrlich zugeben, dass Löschenrod insgesamt ein absolut verdienter Meister geworden ist.“

Seine eigene Quote von 23 Saisontreffern ist umso höher anzusehen, bedenkt man, dass Martinez verletzungsbedingt nur 19 Spiele bestreiten konnte. Ans Aufhören denkt er derweil noch lange nicht. „Solange ich den Jungs noch weglaufen kann und die Knochen mitspielen, bleibe ich dabei. Es macht mir einfach unheimlich Spaß. Der Zusammenhalt, der Teamgeist im Mannschaftssport ist großartig. Vor allem, wenn du 90 Minuten gefightet hast und am Ende mit einem Sieg belohnt wirst“, sagt Martinez, der der A-Liga Fulda ein top Zeugnis ausstellt. „Für mich ist das die kleine Gruppenliga. Du hast fast nur Derbys und es wird weitgehend richtig gut Fußball gespielt. Die A-Liga Fulda ist eine tolle Liga. Deshalb wird es für uns auch verdammt schwer, die hervorragende Vorsaison noch einmal zu wiederholen.“

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