Burghauns Trainer Frank Atzler ist über die bisherige Runde sehr glücklich. Foto: Charlie Rolff
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Burghauns Trainer Frank Atzler ist über die bisherige Runde sehr glücklich.

"Für die KOL benötigen wir einen Stürmer"

Mit neun Punkten vor dem TSV Ufhausen und zehn Zählern Vorsprung auf den SV Unterhaun führt der SV Burghaun die Tabelle der A-Liga Hünfeld/Hersfeld souverän an. Trainer Frank Atzler (44) zieht ein entsprechend positives Resümee nach dem ersten Halbjahr.

13 Siege aus 14 Spielen. An der Hinrunde des SV Burghaun gibt es nicht viel auszusetzen, oder?

Eigentlich nicht. Außer, dass wir eine kleine Heimschwäche haben. Zu Hause sind die Spiele nur selten so überzeugend wie auswärts. Warum das so ist, kann ich leider nicht beantworten. Ansonsten gibt es noch ein bisschen was leicht an den Stellschrauben zu drehen. Aber das ist normal in der A-Liga. Ich denke da an das Verhalten bei Standards – sowohl in der Defensive, als auch bei eigenen Möglichkeiten.

Die 1:2-Heimniederlage gegen Praforst ist der einzige Fleck auf der weißen Weste. Was war da los?

Das Spiel fand auf dem engen B-Platz statt. Wir kamen in der ersten Halbzeit zu keiner Phase mit der rustikalen, aber nie unfairen, Spielweise von Praforst klar. Danach sind wir vergeblich angelaufen und haben zwei, drei Großchancen liegen lassen.

Auffällig sind die vielen verschiedenen Torschützen. Es gibt keinen echten Top-Torjäger.

Das spiegelt den großen und auch in der Breite qualitativ gut aufgestellten Kader wider. Unser ganzes Spielsystem ist nicht auf die eine Spitze ausgelegt. Sollten wir aber tatsächlich aufsteigen, dann hätte ich nichts dagegen, wenn wir genau so einen Spieler finden würden. Eine Liga höher würden wir dringend einen Stürmer benötigen, der uns zehn, 15 Tore garantiert.

Wie nehmen die Zuschauer den SV Burghaun an?

Der Verein hat ja eine jüngere Geschichte in den letzten sechs, sieben Jahren gehabt. So langsam kommt aber der ein oder andere wieder zurück an den Sportplatz. Das freut mich sehr. Das liegt aber auch an der guten Arbeit auf Vorstandsebene.

Im ersten Halbjahr hat Ihr Team keine einziges Gegentor in der ersten Viertelstunde und nur drei Gegentore in der letzten halben Stunde kassiert. Das sagt ja eigentlich, dass Ihr Team hochkonzentriert in die Spiele geht und nach hinten heraus ausreichend Körner hat. Richtig?

Das kommt auch daher, dass ich nie weniger als 14, 15 Spieler im Training habe und die Spieler alles geben. Es gibt kein Larifari-Training. Die Mannschaft ist sehr lernwillig. Das ist eine der Haupteigenschaften.

Jetzt wartet auf die Kicker wieder fünf Monate Pause bis zum 20. März 2022. Wie gehen Sie als Trainer damit um, dass schon wieder eine so lange Unterbrechung bevorsteht?

Im November machen wir Pause, aber im Dezember treffen sich die Jungs freiwillig zum kicken. Ab Januar gehen wir dann in die Halle und so ab Mitte, Ende Januar steigen wir voll in die Vorbereitung ein. Wir wollen topfit in die Rückrunde gehen und alle sind bereit, nach so einer starken Hinserie auch ein bisschen etwas zu opfern.

Viele Vereine hatten zahlreiche Verletzte nach der Coronapause. Wie war das bei Ihnen?

Wir haben drei Dauerverletzte, aber bis auf Manuel Kröning nur einen Spieler, der muskuläre Probleme hat. Mehr Sorgen macht mir als Trainer das ständige Thema Urlaub. Allerdings muss ich dazu auch sagen, dass ich als Trainer erst recht spät gekommen bin. Bis dahin hatte sich die Mannschaft schon mehrfach getroffen und ein bisschen was für sich gemacht. So konnte ich dann nach meiner Verpflichtung die Intensität steigern.

Wie froh sind Sie, dass die A-Liga Hünfeld/Hersfeld eine ganz normale Runde spielt? Hier gibt es weder Ligenteilung noch Play-off-Runden.

Sehr froh. Besonders wenn du so einen Lauf wie wir hast, dann willst du eine ganz normale Runde spielen. Man muss ja nur das Beispiel Pilgerzell in die Kreisoberliga Mitte nehmen. Das soll aber kein Vorwurf an die Verantwortlichen im Verband sein. Irgendeine Entscheidung musste getroffen werden und alle konnten falsch oder richtig sein. Ich hoffe nur, dass das trotzdem nur eine Übergangslösung mit den neuen Modellen ist.

Was kommt in den nächsten Monaten aus der eigenen Jugend nach?

Mit Louis Balzert und Felix Günther, der regelmäßig neben der A-Jugend auch schon in der Zweiten spielt, sind zwei Jungs schon dabei. Es ist ja auch die Philosophie des SV Burghaun, dass man nicht zu viele neue Spieler verpflichtet, sondern die Priorität auf die eigenen Leute legt.

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