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TSV will höher springen als er muss

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Von: Tobias Konrad

Christoph Hohmann TSV Ufhausen Benedikt Schmelz Großentaft
Christoph Hohmann (rot, im Duell mit Großentafts Benedikt Schmelz) ist Ur-Ufhäuser und TSV-Kapitän. Jedes Derby in der A-Liga Hünfeld/Hersfeld ist ein Genuss für ihn. © Charlie Rolff

Der TSV Ufhausen steht für Kontinuität. Erst die jahrelange Zugehörigkeit in der Kreisoberliga, nun seit sieben Jahren Bestandteil der A-Liga. Kapitän Christoph Hohmann (36) ist schon fast 20 Jahre dabei und versucht einzuschätzen, ob der Sprung zurück in die KOL gelingen kann.

Tabellenplatz zwei und noch keine Niederlage bisher. Die Stimmung beim TSV müsste prächtig sein?

In allen Belangen ist sie das. Wir sind sportlich auf einem guten Weg, die Tabelle spricht für sich. Der Start war richtig gut. Mindestens genauso gut ist die Stimmung außerhalb des Platzes. Die Zuschauer sind zufrieden und kommen gerne an den Steiger. Das hat sich gewandelt.

Gewandelt? Wie meinst du das?

Das Gefüge untereinander stimmt komplett. Das war zwar vorher schon so, jetzt aber in noch größerem Maße. Vielleicht hing das in den vergangenen Jahren mit Corona zusammen. Vom Gefühl her gehen die Leute ganz anders vor die Tür und haben viel mehr Spaß, beim TSV dabei zu sein.

Du kennst die Gegebenheiten beim TSV bestens, hast nie für einen anderen Verein gespielt. Steht jetzt, mit 36 Jahren, in naher Zukunft das Ende der Spielerlaufbahn bevor?

Ich bin Ur-Ufhäuser und habe in den ganzen Jahren nie daran gedacht, den Verein zu wechseln. Mit vier Jahren habe ich das erste Mal vor den Ball getreten. Der jetzige Jugendleiter Manfred Krieg hat mich abgeholt und weil es noch keine Bambini gab, waren alle zwei Köpfe größer als ich. Natürlich macht man sich im gehobenen Fußballeralter Gedanken, wie lange es noch geht. Ich werde so lange durchziehen, wie es Spaß macht. Aktuell spiele ich fast komplett schmerzfrei, obwohl vor drei Jahren mich ein Kreuzbandriss und ein Meniskusschaden außer Gefecht gesetzt hat. Die Operation und der Heilungsverlauf waren aber richtig gut. Wäre das nicht der Fall gewesen, hätte ich vielleicht früher andere Gedanken gehabt. Meine Familie wünscht sich natürlich, dass bald Schluss ist (lacht).

An Erfahrung fehlt es im Team nicht. Neben dir gibt es weitere alten Hasen mit Steffen Arnold und Hannes Ohneiser. Wie ist die Entwicklung?

Unsere Truppe ist seit Jahren gut, allerdings fehlte immer die Kontinuität. Das Team war selten komplett, weil durch Studium oder Beruf immer Personal fehlte. Dadurch sind wir tabellarisch im Mittelfeld rumgedümpelt. In der vergangenen Saison hat sich mit Platz drei gezeigt, was möglich ist, sofern Kontinuität bei uns herrscht. Und in dieser Saison schließen wir daran an.

Wie weit ist die Rückkehr in die Kreisoberliga dann noch entfernt?

Dass wir dafür Potential besitzen, glaube ich schon. Allerdings fühlen wir uns in der A-Liga Hünfeld/Hersfeld sehr wohl. Du spielst fast jede Woche gegen Freunde und Bekannte aus der Gemeinde, die Wege sind kurz und zu manchen Auswärtsspielen kannst du mit der Tasche am Rücken laufen. Für mich ist das eigentlich perfekt. Aber logischerweise haben wir sportlichen Anreiz und wollen das Maximum herausholen. Zumal die Zeiten in der KOL auch richtig schön waren. Ich spiele seit der Saison 2004/2005 bei den Senioren und habe viele miterlebt.

Mit Blick auf die Ergebnisse hat man das Gefühl, dass der TSV nur so hoch springt, wie er muss. Mit einem Tor Differenz glückten die fünf Siege.

Unser Trainer Matthias Riedl hat es in dieser Woche ebenfalls angesprochen. Absicht ist das von uns nicht. Durch die knappen Ergebnisse fehlt immer ein Stück weit die Ruhe im Spiel, aber letztlich gibt es dafür auch nur drei Punkte. Künftig wollen wir das aber ändern, um ohne Hektik am Ende die Spiele zu beenden. Es ist aber nicht so, dass wir durch Glück gewinnen. Eine gewisse Souveränität ist vorhanden und wir haben bewiesen, dass wir selbst einen Zwei-Tore-Rückstand drehen können.

Morgen steht das Derby bei der SG Soisdorf/Rasdorf an.

Das sind immer Spiele mit viel Prestige. Jedes Derby hat seinen eigenen Charakter, alle Nebenerscheinungen zählen dabei nicht. Die Mannschaften sind in den 90 Minuten immer am eigenen Ehrgeiz gepackt. Die neue SG hat eine gute Truppe. Durch den Zusammenschluss fällt leider ein schönes Spiel weg.

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