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Beinahe selber in Rente geschossen

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Von: Ralph Kraus

Dennis Gerlach wurde als Torschützenkönig der A-Liga Schlüchtern vom SV Herolz ausgezeichnet
Dennis Gerlach wurde als Torschützenkönig der A-Liga Schlüchtern vom SV Herolz ausgezeichnet © Ralph Kraus

Bereits zum vierten Mal hat sich Dennis Gerlach die Torjägerkrone der A-Liga Schlüchtern geangelt. Mit 36 von 70 Saisontreffern des SVHerolz hat der Stürmer damit über die Hälfte aller Tore seines Vereins in der abgelaufenen Runde im Alleingang erzielt.

„Vor der Saison hatte ich nicht geglaubt, dass ich ob meines Alters nochmal auf so eine Anzahl an Toren komme. Wenn ich dann überlege, dass das eine sehr kurze Saison war und ich für die Treffer nur 21 Spiele benötigt habe, dann war das sogar die beste Ausbeute in meiner Laufbahn“, sagt der mittlerweile 35-Jährige, der bereits 2008 (30 Tore), 2013 (42 Tore) und 2017 (36 Tore) die Torjägerkrone der A-Liga Schlüchtern gewann.

Dennis Gerlach hat sein Glück beim SV Flieden versucht

„Eigentlich habe ich die Tore während meiner Seniorenzeit nie gezählt und ich glaube, darüber hat auch niemand wirklich Buch geführt. Aber mittlerweile wäre es tatsächlich mal interessant, wie viel Tore das letztlich in all den Jahren wirklich gewesen sind“, rätselt der Stürmer, der in Hanau als Energie-Elektroniker tätig ist.

Gerlach war mit einer kurzen Ausnahme immer für den SV Herolz am Ball. Nur einmal versuchte er sein Glück höherklassig. Im Sommer 2010 wechselte er im besten Fußballalter zu Buchonia Flieden. Doch das Glück war ihm zu dieser Zeit nicht hold. „Gleich im zweiten Training habe ich mir den Mittelfuß gebrochen. Dann lief es für die Mannschaft zunächst nicht gut, es gab einen Trainerwechsel. Danach hatte ich es schwer, weil ich Schichtdienst hatte und mich nach der Verletzung kaum an die Mannschaft herankämpfen konnte. Als wir dann auch noch Meister geworden sind und in die Hessenliga aufgestiegen waren, da war mir schnell klar, dass für mich nicht mehr viel gehen würde, denn ich konnte ja meinen Job nicht wegen des Fußballs aufgeben“, so Gerlach, der dennoch gute Erinnerungen an die Zeit in Flieden hat.

„Das waren schon wichtige Erfahrungen, die man da gesammelt hat. Es war auch ein ganz besonderer Moment, als ich im Hessenpokal gegen Hessen Kassel das 1:2-Anschlusstor geschossen habe. Da waren viele Zuschauer am Platz und man hat schon gespürt, wie einen die Emotion mitgerissen hat in diesem Moment.“

In allen Spielen 90 Minuten auf dem Platz

Viel hat indes nicht gefehlt und Gerlach hätte sich quasi selbst vorzeitig in „Rente“geschossen. „Wenn wir in die Kreisoberliga aufgestiegen wären, dann hätte ich Schluss gemacht. So hänge ich in der A-Liga noch ein Jahr dran. Es geht mir gesundheitlich zwar super und ich bin sogar der einzige Spieler, der in allen Spielen die vollen 90 Minuten auf dem Platz gestanden hat, aber ich bin jetzt in einem Alter, in dem die Familie vorgeht“, so Gerlach, der auch mehr Zeit mit Sohn Mats (3) verbringen will.

Bleibt die Frage nach einem letzten Ziel. Gerlach fällt da auch prompt etwas zu ein. „Ein richtig geiler Abschied wäre, wenn ich in Herolz meine vierte Meisterschaft feiern könnte. Das hat im Verein noch niemand geschafft. Aber das wird schwer kommende Runde, denn unsere jungen Spieler müssen einfach noch Erfahrungen sammeln.“ Ob es wirklich seine Abschiedssaison wird, scheint aber eher fraglich. Schließlich hat Gerlach erst vor drei Wochen das Amt des Spielertrainers bei der Germania angetreten.

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