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Der gemeinsame Weg reift beim Trainer-Lehrgang

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Von: Ralph Kraus

Marc Röhrig Christian Kreß
Das neue Trainerteam der SG Kerzell: Bevor Marc Röhrig (links) und Christian Kreß aber ab Juli bei der Helvetia übernehmen, haben sie bei ihrem aktuellen Club Buchonia Flieden noch einiges vor. © Ralph Kraus

Christian Kreß und Marc Röhrig werden am Mittwochabend bei der SG Kerzell offiziell der Mannschaft als neues Trainergespann für die kommende Saison vorgestellt. Wir haben uns mit den beiden über die bevorstehenden Monate unterhalten.

„Erst einmal haben wir noch klare Aufgaben und Ziele bei Buchonia Flieden“, stellt Kreß gleich zu Beginn des Gesprächs klar. „Für mich persönlich geht es darum, dass ich nach meinem Kreuzbandriss verletzungsfrei bleibe. Was die Zielsetzung mit der Mannschaft angeht, wird es vor allem darum gehen, dass wir so viele Spiele wie möglich gewinnen. Wofür das letztlich reicht, ist ganz schwer vorherzusagen: Denn Bad Soden mit dem neuen Trainer ist ein heißer Titelkandidat und es kommt auch immer darauf an, wie du selbst, aber auch andere Teams nach der Pause aus dem Quark kommen.“

Christian Kreß und Marc Röhrig gehen gemeinsamen Weg als Trainerteam

Seit dem 17. März vergangenen Jahres war der 28-jährige Fliedener außer Gefecht. Nun steht das Comeback und das letzte Halbjahr in seiner „Heimat“ an. „Das war wirklich die schwerste sportliche Entscheidung in meinem Leben, denn ich bin wirklich gerne in Flieden im Verein“, gesteht Kreß. Seine Entscheidung, nun ins Trainergeschäft einzusteigen, ist aber schon länger gereift.

„Das ging eigentlich los, als Christian und ich gemeinsam die B-Lizenz gemacht haben. Das war im Dezember 2021 und schon da ist uns die Idee gekommen, etwas gemeinsam in diese Richtung machen zu wollen“, schaut Marc Röhrig zurück. Als sich dann die Fliedener Zweite in der Kreisoberliga von Coach Stefan Schmidt trennte und sowohl Kreß als auch Röhrig beide verletzt und langfristig als Spieler ausfielen, war der Moment gekommen. Beide übernahmen die Reserve und leckten dabei Blut.

Während Röhrig bereits Erfahrungen als Spielertrainer in Rothemann gesammelt hatte, war der Job für Kreß Neuland: „Erstmals voll in der Verantwortung zu stehen, für die Auf- und Einstellung der Mannschaft zuständig zu sein und auch die Trainingsvorbereitung zu machen, ist etwas ganz anderes, als wenn du als Spieler abends ins Training kommst, dir danach den Mund abputzt und wieder nach Hause fährst.“

SV Flieden: Kreß auf dem Platz, Röhrig an der Seitenlinie

Während Kreß nun wieder im Fliedener Verbandsligateam spielen wird, übernimmt Röhrig die Aufgabe bei der Fliedener Zweiten bis zum Sommer alleine. Der 29-Jährige wird nach seiner vierten Knieoperation nichts mehr überstürzen: „Die Jungs bei Flieden II können alle Fußball spielen, aber sie müssen jetzt auch verstehen, dass sie nicht mehr im Jugendbereich spielen, sondern dass sie im Männerfußball angekommen sind. Da zählen andere Attribute. Umso wichtiger wird es sein, dass wir nach der Vorbereitung in Sachen Fitness auf einem richtig guten Stand sind.“

Relegation mit Flieden - das geht dieses Jahr überhaupt nicht.

Christian Kreß über seine verplante Zeit im Juni.

Während sich die Wege von Kreß und Röhrig in den kommenden Monaten also etwas trennen, werden beide ab Juli bei der SG Kerzell wieder vereint einen gemeinsamen Weg verfolgen. „Wir haben ja jetzt schon drei Monate bei Flieden II zusammen gearbeitet und waren in vielen Entscheidungen konform. Und obwohl wir immer wieder verschiedene Ansätze haben, kommen wir am Ende doch auf einen gemeinsamen Nenner“, freut sich Kreß, der die Arbeit im Gespann auf verschiedene Arten schätzt. „Wir bauen in Flieden ein Haus, als Selbstständiger habe ich beruflich viel um die Ohren. Da passt es super, dass du mit jemandem zusammen den Trainerjob übernimmst, dem du blind vertrauen kannst, wenn du mal nicht das Training leiten kannst. Umgekehrt ist es genauso, da Marc ja im Außendienst unterwegs ist“, sagt Kreß.

Dazu kommen die Chancen für die Trainingsarbeit. Röhrig gibt zu bedenken: „Christian kommt aus der Defensive und denkt auch entsprechend. Ich bin offensiv ausgerichtet und so sieht meine Philosophie auch immer ein bisschen anders aus. Da kann man prima zwei verschiedene Trainingsgruppen bilden.“

Zu viel wollen beide aber noch nicht über Kerzell reden. Schließlich ziehen bis dahin noch Monate ins Land. „Gerne würde ich mit Flieden Meister werden, bloß Relegation – das geht dieses Jahr überhaupt nicht“, sagt Kreß schmunzelnd. Der Grund für die Aussage: Für diese Zeit ist die Hochzeit geplant. Und woher stammt seine Zukünftige? Natürlich aus Kerzell.

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