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Letzte Mohikaner und die alte Liebe

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Von: Tobias Konrad

Erik Nüdling Sebastian Hahner SV Hofbieber
Erik Nüdling (links) und Sebastian Hahner – hier in einem Spiel der Saison 2014/2015 – sind zwei von wenigen Spielern, die Gruppenliga mit Hofbieber spielten. © Ottmar Schleich

Die Gruppenliga ist zurück. Der Startschuss in die Spielzeit 2022/2023 fällt morgen (17 Uhr) beim FSV Hohe Luft. Wie groß die Vorfreude ist, zeigen die Mitaufsteiger aus Hofbieber und Lütter.

"Heiß wie Frittenfett", sagt Hofbiebers Kapitän Sebastian Hahner, während Lütters Mario Schlott ergänzt, "dass das ganze Dorf heiß ist". Der Sauerbrunnen wird brennen, da ist sich Schlott sicher, für den das Auftaktspiel ganz besonders ist. Beim TSV Künzell hat der Außenverteidiger neun Jahre verbracht, Erfolge und harte Zeiten als Kapitän miterlebt. Jetzt trifft er auf seine alte Liebe (Sonntag, 15.30 Uhr), nachdem er 2021 nach Lütter wechselte und umgehend mit für die Meisterschaft sorgte. "Wir sind alle glücklich, dass wir unser Ziel erreicht haben. Nun müssen wir unsere Leistungen bestätigen", blickt Schlott voraus. Die Mannschaft besitzt ohne Frage ausreichend Qualität, um nicht in den Abstiegskampf zu rutschen. Schlott bremst, sagt, "dass die Liga sehr ausgeglichen ist und deshalb viele Mannschaften gegen den Abstieg spielen. Wir wollen uns von der noch vorhandenen Euphorie tragen lassen, es wäre aber vermessen zu sagen, wir gehören nicht zu den Mannschaften, die gegen den Abstieg spielen."

Gegen seinen Ex-Club müssen nach einer durchwachsenen Vorbereitung vor allem die Basics auf den Platz gebracht werden. Dem TSV traut er viel zu, Kontakte pflegt er nach wie vor zu alten Weggefährten wie Marco Gaul, Tobias Hahner und Tim Farnung. "Es gab einen Umbruch. Von meiner alten Mannschaft sind nicht mehr allzu viele da. Natürlich freue ich mich auf Duelle mit Tim oder Marco", schildert der 28-Jährige, der seine Jahre in Künzell in zwei Hälften teilt: "Die ersten Jahre waren erfolgreich, wir haben oben mitgespielt. Dann hat sich das Blatt gewendet und es ging gegen den Abstieg. Wäre Corona nicht gewesen, hätten wir den Gang in die Kreisoberliga antreten müssen. So ehrlich muss man sein." (Lest hier: Sechser im Lotto und zerrissene Leibchen)

Spritzigkeit dank junger Leute, Ordnung dank „alter Hasen“

Zur Saison 2012/2013 war die TSG letztmals in der Gruppenliga beheimatet, nicht ganz so lange zurückliegt die letzte Spielzeit des SV Hofbieber. Ein einjähriger Abstecher in der Saison 2014/2015 – nun, sieben Jahre später, soll es keine Eintagsfliege sein. Kapitän und Torwart Hahner ist einer von wenigen Mohikanern, der bereits damals dabei war und Gruppenligaerfahrungen vorweisen kann. In den vergangenen Jahren hat der SVH eine Frischzellenkur erhalten, die vielen Jungspunde sorgten in der zurückliegenden Meistersaison unter Oliver Bunzenthal für erfrischenden Fußball. Und schon in der Vorbereitung wurde erkenntlich, dass Hofbieber wohl höhere Ansprüche als die eines Abstiegskandidaten anmelden darf. "In Hofbieber verlaufen Testspiele traditionell eigentlich schlecht. Dass es nun anders lief, dürfen wir nicht überbewerten. Wir sind neu in der Klasse, gehen die Aufgaben mit Demut an. Aber klar: Wir wollen es besser machen als vor sieben Jahren." (Lest hier: Der Menschenfänger ist dem Tunnel entkommen)

Den größten Unterschied zu damals sieht der 33-Jährige in der Breite des Kaders. Trainer Bunzenthal besitze die Qual der Wahl, obwohl der Krankenwagen in der Vorbereitung einige Male die Spiele des SVH besuchte. "Es ist Konkurrenzkampf vorhanden, offensiv sind wir immer für Tore gut. Wichtig wird sein, noch stabiler in der Defensive zu sein. Fehler werden in der Gruppenliga gnadenloser bestraft als in der Kreisoberliga", sagt Hahner. Was das Team stark macht, sei die heterogene Zusammenstellung. Die jungen Leute bringen reichlich Qualität mit und sind unbekümmert, während "alte Hasen" wie Torsten Müller, Erik Nüdling, Mario Kohlhoff, Adrian Hosenfeld und Hahner selbst für die Ordnung im Kader sorgen. "Die Charaktere ergänzen sich perfekt. Unsere Truppe besteht aus einheimischen Spielern, jeder hat seine Wurzeln irgendwo in Hofbieber liegen." Zum Start kommt der FV Horas (Sonntag, 15.30 Uhr).

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