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286 Kilometer Fahrt: Schiedsrichter-Ansetzung in der Gruppenliga sorgt für Verwirrung

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Von: Tino Weingarten

Symbolbild Schiedsrichter
Schiedsrichter Daniel Kamnitzer legte 286 Kilometer zurück, um ein Spiel in der Gruppenliga Fulda zu pfeifen. © Memento36

Zwei Spiele fanden in der Region Osthessen am vergangenen Freitag statt. Umso verblüffender, dass der Schiedsrichter der einzigen Gruppenliga-Partie aus Eltville im Rheingau-Taunus-Kreis kam.

286 Kilometer legte Schiedsrichter Daniel Kamnitzer zurück. Der Hessenliga-erprobte Unparteiische leitete die Partie zwischen der SG Oberzell/Züntersbach und dem FV Horas gut, dennoch wirft die Ansetzung Fragen auf: Muss ein Schiedsrichter in Zeiten von Energiekrise, Inflation und hohen Tankkosten quer durch Hessen reisen, während viele andere Schiedsrichter in der Region einen freien Freitagabend verbrachten?

Schiedsrichter-Ansetzung sorgt für Verwirrung - Jörg Dehler klärt auf

Jörg Dehler, verantwortlich für die Ansetzungen in der Gruppenliga, erklärt: „Das Spiel wurde zweimal vorher angesetzt und stand im Austausch mit der Region Wiesbaden. Das bekommen sie automatisch wieder, das verweilt dort.“ Bedeutet: Hätte die erste Ansetzung des Spiels stattgefunden, hätte bereits ein Schiedsrichter aus Wiesbaden gepfiffen. Ein Ausfall der Partie ändert an der Schiedsrichter-Ansetzung nichts.

Dass die Nachholpartie am Freitagabend eine von nur zwei Spielen in Osthessen war, sei „unglücklich, aber nichts Wildes“, sagt Dehler. Denn finanziell bleibt die Ansetzung ohne Folgen. „Am Ende der Saison gibt es einen Quotienten, das rechnet sich dann auf. Da bezahlt kein Verein mehr als der andere, egal, wo die Jungs herkommen“, erläutert Andreas Dorn aus dem Führungsteam der SG Oberzell/Züntersbach.

Lediglich die Ansetzung von Schiedsrichter Daniel Kamnitzer sei außerplanmäßig gewesen. Kamnitzer hat eine längere Anreise als andere Gruppenliga-Referees aus Wiesbaden, doch wegen eines Lehrgangs in Grünberg am Freitag sei keiner von diesen einsatzfähig gewesen.

Schiedsrichter Kamnitzer: Austausch mit Ansetzern sehr gut

Schiedsrichter Kamnitzer fuhr am Freitagnachmittag um 16.30 Uhr in Eltville los. Pünktlich nach der Arbeit. „Es wird vorher nachgefragt und geschaut, damit das mit der Arbeit klappt. Da ist die Zusammenarbeit mit den Schiedsrichteransetzern sehr gut“, sagt Kamnitzer, der längere Strecken aus der Hessenliga gewohnt ist: „Da sind wir sowieso viel unterwegs. Es war länger als gewöhnlich, aber nicht viel mehr.“

Gelohnt haben dürfte sich die Leitung der Partie für Kamnitzer ohnehin: 30 Cent pro Kilometer erhalten die Schiedsrichter, an Werktagen gibt es einen Spesenzuschlag von 50 Prozent. Dazu kommt die Pauschale für die Leitung einer Gruppenliga-Begegnung: 40 Euro.

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