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Heimlich, still und leise

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Von: Tobias Konrad

Christopher Ripa SV Großenlüder
Fortan wird Christopher Ripka die Spiele „seiner“ Teutonia aus der Zuschauerrolle beobachten. © Jonas Wenzel

Urlaub während der Vorbereitung? Eigentlich ein Unding. Christopher Ripka interessiert das fortan nicht mehr. Das Urgestein des SV Teutonia Großenlüder hat sich sich verabschiedet. Heimlich, still und leise.

Einige Tage Urlaub im Schwarzwald liegen hinter Ripka. Die Waden des 35-Jährigen schmerzen ein wenig. Viele Kilometer und viele Höhenmeter hat er in seinen Wanderschuhen jüngst zurückgelegt. Dass der Defensivspezialist der derzeitigen Vorbereitung auf die Gruppenliga fernbleibt, war vor wenigen Wochen – am letzten Spieltag der alten Saison – nicht vollends durchgedrungen. Denn während die Abgänge verabschiedet wurden, stand Ripka im Hintergrund. Die Aufmerksamkeit brauchte er nicht. Dabei hätte er wohl den größten Blumenstrauß verdient. 30 Jahre war er ununterbrochen für die Teutonia am Ball.

Spätestens auf der anschließend Abschlussfeier wurde bewusst, dass Ripka einen Schlussstrich zieht. Der Ausstand war feuchtfröhlich, die Entscheidung des Ur-Lüderers reifte über viele Monate. Schmerzfrei spielen konnte Ripka schon lange nicht mehr. Vor einigen Jahren riss das Kreuzband, die Achillessehne und das Knie machten ihm schwer zu schaffen. „Ich habe während der Aufstiegsrunde kommuniziert, dass ich am Saisonende schaue, wie erträglich die Schmerzen sind“, schildert Ripka, der bis zuletzt die Kapitänsbinde trug. Sein Entschluss folgte, doch trotz der immer wiederkehrenden Probleme fiel dieser nicht leicht. „Es ist eine Vernunftsentscheidung. Ich bin Lüderer durch und durch und fühle mich bei der Teutonia pudelwohl. Leider haben die Schmerzen ein wenig den Spaß genommen.“

Doch was bleibt ihm aus drei Jahrzehnten bei seinem Heimatclub hängen? Vor allem zwei Erfahrungen zum Beginn und zum Ende seiner Seniorenzeit. „Als ich aus der Jugend aufrückte, stieg die ‚Erste‘ gerade in die A-Liga ab. Innerhalb von drei Jahren haben wir es in die Gruppenliga geschafft. Und dann war da noch der Klassenerhalt 2019, als wir unsere Aufgabe erledigten und dann ewig lange den Liveticker verfolgen mussten und auf das Ergebnis auf Schlitz warteten. Es hat sich wie eine Meisterschaft angefühlt“, erläutert Ripka, der seine Zukunft offen lässt. Vorerst sollen die Beschwerden, die er selbst in den Pausen hat, verschwinden. Und dann darf es gerne die eine oder andere Einheit sein. Ob bei den Alten Herren oder den Seniorenteams sei egal. „Blicken auf einige Getränke lassen ich mich sowieso weiterhin“, lässt er verlauten und freut sich ebenfalls auf Tennis- und Beachvolleyball-Einheiten.

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