1. torgranate
  2. Region
  3. Fulda
  4. Gruppenliga Fulda

Romeo Andrijasevic: Das 250. Punktspiel an der Linie für FT Fulda

Erstellt:

Von: Ralph Kraus

Romeo Andrijasevic (links) wird das Grinsen so schnell nicht mehr aus dem Gesicht bekommen. Foto: Charlie Rolff
Einer der schönsten Momente in zehn Jahren bei FT war für Romeo Andrijasevic (links, hier bei der Bierdusche mit Vorstandsmitglied Torsten Eberle) die Meisterfeier nach dem Gruppenliga-Aufstieg im Jahr 2018. © Charlie Rolff

FT Fulda steckt mitten in der vielleicht schwierigsten Zeit der jüngeren Vereinsgeschichte. Der Abstiegskampf in der Gruppenliga ist allgegenwärtig. Da rutscht es fast durch, dass es am Sonntag beim Spiel in Großenlüder ein durchaus beachtliches Jubiläum zu feiern gibt.

Mit Romeo Andrijasevic hat FT Fulda nämlich den mit Abstand dienstältesten Trainer der Liga stehen. Aktuell läuft bereits seine zehnte Saison bei den „Turnern“. Da kann allenfalls noch Tino Jäger vom ESV Hönebach Schritt halten, der seit Sommer 2016 dort im Amt ist. Die restlichen Trainerkollegen sind maximal drei bis vier Jahre im Amt.

2013 vom TSV Künzell gekommen, übernahm Andrijasevic FT im Mittelfeld der A-Liga Fulda/Lauterbach und nahm einen ganz bewusst gewählten Weg auf. „Dass wir so lange zusammenarbeiten, war genau der Plan. 2013 habe ich mit Leuten wie Timo Lofink, Rene Schmidt oder Jan Schäfer zusammengesessen und wir hatten den Wunsch, dass wir mit mehreren Kumpel einen Verein finden wollten, wo wir unter Freunden gemeinsam Fußball spielen und auch danach gemeinsam Zeit verbringen. Wir wollten so ein bisschen zurück zum Ursprung des Fußballs. Es sollte aber auch ein Club mit Perspektive sein“, erklärt Andrijasevic rückblickend. „Dann kam irgendwann die Idee mit FT auf, wir haben dem Vorstand um Pierre Weiß und Torsten Eberle das Projekt vorgeschlagen und dann ging es ein paar Monate später auch schon los“, so Andrijasevic, der beispielsweise mit „Totty“ Eberle auch privat ein top Verhältnis hat. Er ist unter anderem sein Trauzeuge.

Romeo Andrijasevic wollte von Anfang an bei FT Fulda eine Perspektive schaffen

Überraschend klappte es direkt auf Anhieb mit der Meisterschaft in der A-Liga Fulda/Lauterbach. 2014 war das. Nach vier Jahren in der Kreisoberliga Mitte ging es hoch in der Gruppenliga. Nun steckt Andrijasevic in der bisher kritischsten Phase des Projekts.

„Das ist wie im normalen Leben. Mal scheint die Sonne, mal kommt sogar ein kleiner Monsun auf. Aber auch das gehört ja zu meinem Trainerjob, dass ich die aktuelle Situation richtig wahrnehme und analysiere. Wichtig ist es, dass wir in die Winterpause gehen und den Anschluss haben. Ob wir da dann zwei Punkte über oder auch zwei Punkte unter dem Strich stehen, das ist nicht so entscheidend. Wichtig ist, dass wir im Winter noch eine reelle Chance haben und reagieren können“, rechnet der Coach vor.

Gründe für das Tief gibt es einige: „Das ist ein großes Ganzes: Wir haben vielleicht vor der Saison die falschen Entscheidungen getroffen, denn wir wussten ja, dass es einen Umbruch geben würde. Dann hatten wir aus verschiedenen Gründen Pech, dazu kamen Rote Karten und auch fehlendes Spielglück. Beispielsweise haben wir zwei Spiele durch Eigentore, bei denen es überhaupt keinen Gegner-Druck gab, mit 0:1 verloren. Und auch ich als Trainer habe Fehler gemacht.“

Jubiläum mit FT Fulda beim SV Teutonia Großenlüder

Am Sonntag (16 Uhr) im Auswärtsspiel bei der Teutonia in Großenlüder feiert Andrijasevic Jubiläum. Es wird sein 250. Punktspiel an der Linie bei FT sein. Seine Bilanz bisher: 125 Siege, 59 Remis, 65 Niederlagen und das alles bei 523:336-Toren.

Doch es wird auch aus einem anderen Grund noch ein ganz spezielles Spiel für den Trainer, denn es geht gegen seinen alten Kumpel Francisco Martinez. „Als Franzi nach Deutschland gekommen ist, kam er in meine Klasse. Wir saßen nebeneinander. Danach haben sich die schulischen Wege kurz getrennt, aber später in der Handelsschule waren wir noch mal Klassenkameraden“, erinnert sich Andrijasevic gerne.

Auch interessant