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Sechser im Lotto und zerrissene Leibchen

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Florian Storch, Uwe Bleuel, Sebastian Krieg
Drei, die durchaus hoffnungsvoll in die neue Gruppenligasaison blicken dürfen: Thalaus Florian Storch, Kerzells Uwe Bleuel und Freiensteinaus Sebastian Krieg. © Charlie Rolff, Jonas Wenzel, Ralf Hofacker

Im zweiten Teil unseres Gruppenliga-Ausblicks schauen wir auf neuformierte Absteiger, Teams mit Euphorie aus dem Saisonfinale und plötzliche neue Favoriten. 

Acht Punkte in 32 Spielen, 149 Gegentore. Bei Horrorzahlen wie diesen verwundert es nicht, dass viele dem FSV Thalau vor wenigen Monaten noch nachgesagt haben, dass der Club nach dem Verbandsliga-Abstieg direkt bis in die Kreisoberliga durchgereicht werden könnte. Doch im Wittiggrund ist die Stimmung wieder richtig gut, der Blick soll nicht nach unten gehen. „Wir haben die Hoffnung, im vorderen Mittelfeld landen zu können“, unterstreicht Jens Klinkert aus dem Thalauer Trainerteam. Die Vorbereitung begann bereits zwei Wochen nach dem letzten Verbandsliga-Spiel und lief richtig gut, alle fünf Testspiele wurden gewonnen – wenngleich es bewusst gegen einige A-Ligisten ging, um das Siegen wieder zu lernen, und die Härtetests von den Gegnern Ehrenberg und Oberndorf abgesagt wurden. (Lest hier: Mancher Gruppenligist holprig unterwegs)

„Deshalb wissen wir nicht genau, wo wir stehen“, sagt Klinkert, der dennoch sehr zufrieden mit der Vorbereitung ist. Das Team – bestehend aus dem alten Stamm und einigen neuen jungen Spielern – zeigte sich hochmotiviert, Klinkert berichtet von vielen zerrissenen Leibchen nach intensiven Trainingseinheiten. Und auch im neuen Trainerteam scheint es zu stimmen. Als „Sechser im Lotto“ bezeichnet Klinkert die Zusammenarbeit mit Florian Storch, der bei seinem Heimatverein erstmals in die Rolle des Spielertrainers schlüpfen wird.

Schwung konnte mitgenommen werden, Euphorie nicht

Als letzte Mannschaft sicherte sich vergangene Saison die SG Kerzell das Ticket für die Gruppenliga. Im dramatischen Finale drehte die Helvetia ein 0:3 in Schwarzbach in ein 5:4 – die Folge war der umjubelte Ligaverbleib. „Den Schwung konnten wir sehr gut mitnehmen“, sagt Trainer Uwe Bleuel, dessen Elf gleich zu Beginn gegen zwei Verbandsligisten (2:2 gegen Johannesberg, 1:1 gegen Bronnzell) überzeugte. So ganz konnte die Euphorie nicht mitgenommen werden, zu sehr schmerzten die schweren Verletzungen von Benedict Reith (gebrochener Arm) und Niklas Hilfenhaus (Bänderriss im Sprunggelenk). Bleuel ist dennoch optimistisch, dass Kerzell mit einer besseren Hinrunde als in der Vorsaison einen früheren Schritt zum Klassenerhalt gehen kann.

Gemeindenachbar TSG Lütter ist zwar neu in der Liga, dürfte bei der Qualität des Kaders aber nicht nach unten schauen müssen. Zwar fielen in der Vorbereitung viele Spiele aus, was möglich ist, zeigte die Truppe von Marco Lohsse aber beim Sieg im Kreispokal gegen Verbandsligist Bronnzell. Auch der SV Großenlüder konnte beim 4:1 gegen Eichenzell einen Verbandsligisten schlagen und dürfte erneut Richtung oberes Tabellendrittel blicken.

Wind hat sich gedreht: Vom Jäger zum Gejagten

Genau wie ein Abstiegskandidat aus den vergangenen Jahren. Die SG Freiensteinau dürfte nicht nur aufgrund der Zugänge der Hohmann-Brüder Nico und Lukas (Flieden) zu den Geheimtipps zählen. In der Vorbereitung wurde Kreisoberligist Huttengrund überdeutlich geschlagen, gegen ranghöhere Teams wie Johannesberg und Barockstadt sich achtbar verkauft. Dass Ambitionen vorhanden sind, kann Kapitän Sebastian Krieg bestätigen und blickt auf den Auftakt gegen Hosenfeld: „Die Favoritenrolle war sonst beim Gegner, jetzt hat sich der Wind gedreht. Diese Rolle nehmen wir an und müssen es beim Blick auf unseren Kader auch. Wir sind breit aufgestellt und können Rückschläge kompensieren.“ Der Blick soll mit einem guten Saisonstart rasch nach oben gehen. „Dass wir dann die Gejagten sind, muss uns klar sein“, sagt Krieg. Hosenfeld wird den Blick nach Jahren im Titelkampf wohl nach unten richten. Personell hat die Spvgg. herbe Verluste hinnehmen müssen, zudem ließ sich in den Testergebnissen gegen klassentiefere Gegner erkennen, dass Qualität abhanden gekommen ist.

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