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Am Lago Maggiore arbeiten für den größten Vereinserfolg

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Von: Ralph Kraus

Jubel Jannik Beikirch SG Freiensteinau
Ganz im Element: Jannik Beikirch spielt seit 2016 für die SG Freiensteinau und erzielte seitdem 85 Tore. © Memento36

Die SG Freiensteinau war das Überraschungsteam der ersten Saisonhälfte: Im Vorjahr erreichte die SGF mit Rang acht in der Gruppenliga zwar schon das beste Ergebnis der Vereinsgeschichte. 2022/2023 ist man nun zu einem echten Spitzenteam gereift.

Zur Verwirklichung des Aufstiegstraums zieht die SG Freiensteinau alle Register und schlägt in der Winterpause ein Trainingslager im ehemaligen EM-Quartier der deutschen Nationalmannschaft auf. Seit 2. Januar bereiten die Spieler sich individuell vor. Am Montag, 23. Januar, bittet Reinhold Jessl zum ersten Training. Seit Jessls Ankunft in Freiensteinau vor zwei Jahren fährt der Vogelsberg-Express mit Volldampf. Im Februar reist der 22-Mann-Kader ins ehemalige EM-Quartier der Nationalmannschaft am Lago Maggiore. Ein Privatsponsor hat die Kosten übernommen und sorgt dafür, dass der Teamgeist noch größer wird. Die Euphorie im „Blauen Eck“ ist riesengroß. 

SG Freiensteinau absolviert Trainingslager im deutschen EM-Quartier

Gründe für den Aufschwung gibt es einige: „Ich glaube tatsächlich, dass es ganz viele Kleinigkeiten sind, die uns so ein bisschen durch die Saison tragen“, überlegt Torjäger Jannik Beikirch. „Geschlossenheit war ja schon immer unsere Stärke, daran hat sich nichts geändert. Aber mit den beiden Hohmännern Lukas und Nico als Zugänge haben wir noch mehr Stabilität in unser Spiel dazubekommen. Ganz entscheidend ist auch das hervorragende Training von Reinhold Jessl. Er bietet jedem die Möglichkeit, sich persönlich weiterzuentwickeln. Und genau das machen die Jungs auch, die das Angebot annehmen. Dazu kommt, dass wir irgendwann in einen Lauf gekommen sind“, sagt Beikirch.

Außerdem passe das Umfeld. „Die Leute sind Feuer und Flamme für uns. Jeder Zuschauer gönnt uns den Erfolg und es fällt auch kein einziges negatives Wort, wenn wir mal schlecht gespielt haben. Alle haben Bock dabei zu sein und unterstützen uns in allen Bereichen“, erklärt der 27-Jährige, der 2016 im Fünferpack neben Marco Link, Niclas Beikirch, Stefan Stramm und Niklas Schenk aus Hosenfeld nach Freiensteinau gewechselt ist.

Seitdem steht der Elektro-Ingenieur unter Strom. Obwohl seit 2016 wegen Corona zwei Spielzeiten ganz früh abgebrochen wurden, schaffte es Beikirch bereits auf 85 Tore für die Vogelsberger. „Das ist ganz okay“, nimmt Beikirch die Zahl mit einem leichten Schmunzeln zur Kenntnis.

Relegation ist in Freiensteinau noch kein Thema

Mit dem Restrundenstart am 5. März zu Hause gegen Großenlüder gilt es nun, das starke erste Halbjahr zu unterstreichen. „Wir sollten nach hinten schauen“, gibt Beikirch den Kollegen mit auf den Weg. „Ganz ehrlich? Wir werden nichts abschenken, aber Eiterfeld ist der haushohe Favorit. Man muss sich nur deren Kader anschauen. Wir sollten nicht auf Eiterfeld blicken, auch wenn wir aktuell punktgleich sind, sondern eher die Teams hinter uns im Auge haben.“

Acht Zähler beträgt der Vorsprung zum TSV Künzell auf Rang drei. Soll heißen: Die Relegation zur Verbandsliga ist keine Utopie. „Das wäre der absolute Hammer und das würden wir alle gerne mitnehmen. Was dann hier abgehen würde, das muss ich niemandem sagen. Schon die Meisterschaft 2019 in der Kreisoberliga Süd war Wahnsinn. Wir flachsen ab und zu mal darüber, aber wirklich Thema ist die Relegation noch nicht.“

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