Das Trikot der FSG Kiebitzgrund/Rothenkirchen streifte sich Tobias Becker nach langer Zeit wieder über und hatte Anteil am Klassenerhalt.
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Das Trikot der FSG Kiebitzgrund/Rothenkirchen streifte sich Tobias Becker nach langer Zeit wieder über und hatte Anteil am Klassenerhalt.

Tobias Becker half bei der FSG aus

Eine Alt-Herren-Einheit als Vorbereitung auf den Abstiegskampf

Verwundert schaute der eine oder andere Kiebitz im Saisonendspurt auf die Aufstellung von Kreisoberligist FSG Kiebitzgrund/Rothenkirchen. Der Name Tobias Becker tauchte auf. Nur eine einmalige Geschichte?

Der einstige Defensivspezialist des Hünfelder SV und SV Steinbach zählt mittlerweile 38 Lenzen, für den Abstiegskampf seines Heimatvereins hielt er nach einigen Monaten Pause noch mal die Knochen hin. Ende Oktober letzten Jahres absolvierte Becker sein letztes Spiel beim SV Borsch in der Landesklasse Thüringen. Fortan war Schicht im Schacht – bis die FSG alle Hebel in Bewegung setzte. Auf einer Pinkelparty in Langenschwarz wurde eine Rückkehr heiß diskutiert. So heiß, dass Becker seine Hilfe anbot, „wenn‘s mal personell im Abstiegskampf etwas enger gestrickt ist“.

Nachtdienst statt Nichtabstiegsparty

So überraschte es ihn nicht, als die Anfrage kam. Niederlage reihte sich an Niederlage, das satte Polster auf die Abstiegsränge war dahin. Doch es fehlte noch der Spielerpass. Rasch musste es gehen. Über Nacht waren alle Formalien geklärt. „Zum Glück sind die Freundschaften nach Borsch weiter so gut“, sagt Becker, der den Thüringern um den Vorsitzenden André Schäfer einen großen Dank ausspricht. Freitagmorgens war der Pass angelangt, schon am Abend in Nüsttal und zwei Tage darauf in Haimbach stand der 38-Jährige in der Startelf.

Ob‘s ihm schwer fiel, sofort 180 Minuten binnen drei Tagen runterzuspulen? „Das kann man so sagen“, meint er lächelnd und schiebt an, „dass ich zum Glück vorher noch eine Einheit bei den Alten Herren absolvieren konnte. Konditionell ging es eigentlich, was fehlte war die Handlungsschnelligkeit.“ Für den sofortigen Turnaround sorgte er nicht, mit 2:1 siegte Nüsttal, wenngleich Becker zugibt, „dass ich einen Kopfball machen muss zum 2:2. Das hätte gereicht, aber wir wollten es halt spannend machen.“ In Haimbach sprang ein 6:0 und der Klassenerhalt heraus, die anschließenden Feierlichkeiten bekam der Abwehrrecke nicht mit. Nachtdienst stand an. Das eine oder andere Kaltgetränk holte er wenige Tage später auf der Kirmes in Langenschwarz nach.

Eher machbar sind Einsätze bei den Alten Herren.

Tobias Becker, Aushilfs-Verteidiger der FSG

Wie es ausschaut, bleibt das Mitwirken eine Eintagsfliege. „Mit meinen 38 Lenzen muss das nicht unbedingt sein. Ich bin dienstlich und privat eingebunden und daher selten vor Ort. Es muss die körperliche Fitness durch Trainingseinheiten vorhanden sein, sonst macht es keinen Sinn. Eher machbar sind Einsätze bei den Alten Herren“, sagt Becker, der aufgrund des Schichtdienstes Abstand von einem möglichen Trainer-Dasein nimmt. Vielleicht ändert sich daran irgendwann etwas. Man soll niemals nie sagen, wie auf einer Pinkelparty in Langenschwarz deutlich wurde. (Lest hier: Erovic wird neuer FSG-Coach)

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