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Der Meister steht schon ganz früh fest

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Von: Steffen Kollmann

 Jorrit Ehresmann (RSV Petersberg - grün)
Für den RSV Petersberg und Jorrit Ehresmann geht es im kommenden Sommer hoch in die Gruppenliga – der Vorsprung ist schon jetzt riesig. Spannender ist das Rennen um Platz zwei, wo der TSV Bachrain dranbleiben will. © Charlie Rolff

Drei Absteiger aus der Gruppenliga, dazu ganz viele Teams mit Aufstiegsambitionen: Kaum eine Liga hatte vor der Saison so viele Meisterkandidaten zu bieten wie die Kreisoberliga Mitte. Doch schon jetzt dürfte das Rennen um Platz eins entschieden sein.

Die Lage

50 Punkte aus 19 Spielen – bei einer solchen Bilanz ist es schwer, nicht ganz oben zu stehen. Aber der RSV Petersberg ist nicht nur Erster, sondern hat mit 16 Punkten Vorsprung (bei einem Spiel mehr) einen solchen Puffer, dass der Sekt schon kaltgestellt werden darf. Viel enger geht es im Kampf um den Relegationsplatz zu, fünf Vereine bis zum Sechsten Hünfeld II dürften sich ernsthafte Hoffnungen machen. Hoffnung ist das Stichwort im Abstiegskampf: Denn wenn zwei Teams aus der Gruppenliga in die Kreisoberliga Mitte absteigen, müssen drei Vereine direkt in die A-Liga runter.

Top

Am RSV Petersberg führt in dieser Kategorie kein Weg vorbei. Kaum einer hätte wohl gedacht, dass die Truppe vom Waidesgrund den „Betriebsunfall“ Abstieg so gut wegstecken würde. Von Beginn an war die Mannschaft von Jürgen Krawczyk voll da, gewann die ersten sieben Spiele und musste nur beim 1:3 im Schlitzerland eine Niederlage hinnehmen.

Eine Bereicherung für die Liga ist zudem die SG Reulbach/Brand – dabei kamen die Rhöner nicht aus der Gruppenliga, sondern aus der A-Liga. Obwohl die Spielklasse für fast alle Akteure Neuland ist und nach drei Auftaktniederlagen schon das Schlimmste vermutet werden musste, fing sich die Truppe des scheidenden Spielertrainers Dennis Sorg schnell und wusste anschließend fast immer zu überzeugen. Für Reulbach/Brand dürfte der Klassenerhalt nur Formsache sein, für den Meister der A-Liga Rhön geht es vielmehr um einen einstelligen Tabellenplatz.

Flop

Zwölf Neuzugänge, elf Abgänge und ein neuer Trainer: Absteiger SV Müs zählte angesichts des großen Umbruchs nicht zu den großen Aufstiegsfavoriten. Aber dass es für die Germania nun um den Klassenerhalt geht, wird den Ansprüchen nicht gerecht. Nur ein Punkt beträgt der Vorsprung vor dem möglichen Relegationsplatz. Die direkten Konkurrenten im Kampf um den Nichtabstieg: der KSV Niesig und RSV Margretenhaun, die sich nach dem Erreichen der Aufstiegsrunde in der Vorsaison wohl ebenfalls mehr zugetraut hätten.

Mehr erwartet wurde zudem vom TSV Bachrain, zahlreiche höherklassig erfahrene Spieler kicken am Geisküppel. Zunächst sah es danach aus, dass Bachrain Petersberg herausfordern könnte, doch nach acht Spielen ohne Sieg vor der Winterpause beträgt selbst der Rückstand auf Platz zwei schon vier Zähler.

In Erinnerung bleibt

Gleich mehrere Vereine sind äußerst schlecht aus den Startlöchern gekommen. Sowohl der 1. FC Nüsttal als auch der SV Großenlüder II holten in den ersten sieben Spielen bis Ende August nur einen Punkt und stehen auch deshalb immer noch ganz unten. Die hoch gehandelte SG Sickels verlor die ersten drei Saisonspiele allesamt, blieb dann aber 15 Spiele Partien ungeschlagen und kann so weiterhin vom Aufstieg träumen. Auch wenn im letzten Spiel vor der Winterpause, dem 0:1 gegen die SG Edelzell/Engelhelms, der Sprung auf den Relegationsplatz verpasst wurde.

In genau diesem Spiel ging eine beachtliche Laufbahn zu Ende. Robert Schorstein, der nach erfolgreichen Jahren bei Borussia Fulda, Petersberg und Ehrenberg seine Karriere bei Edelzell/Engelhelms ausklingen ließ, musste berufs- und familienbedingt Schluss machen. Zwei Highlights gab es für den 34-Jährigen zum Abschluss: Einerseits den Sieg im allerletzten Spiel in Sickels, andererseits die Rückkehr an den Petersberger Waidesgrund in der vorletzten Partie.

Zahlenspiel

3:7. 2:3. 7:4. 4:2. In den ersten vier Saisonspielen krachte es beim KSV Niesig wie am Fließband – aber nicht nur vorne, sondern auch hinten. In den 19 Spielen des KSV fielen insgesamt 88 Treffer, so viele wie bei keinem anderen Verein. Zuletzt ging es aber deutlich ruhiger zu als zu Saisonbeginn. Im letzten Spiel vor der Winterpause gegen Hilders/Simmershausen begnügte sich Niesig sogar mit einem torlosen Unentschieden.

Kurios kommt auch die Statistik der FSG Dipperz/Dirlos daher. Nur zwei Teams haben mehr Siege gefeiert als die Mannschaft von Kevin Steudter. Da die Spielgemeinschaft aber auch die drittmeisten Niederlagen vorweist und kein einziges Unentschieden eingefahren hat, steht die FSG im Mittelfeld der Tabelle.

Ausblick

Petersberg wird Meister, und das eher früher als später. Der Kampf um den zweiten Platz scheint derweil bis zum Ende offen zu sein. Die besten Karten hat die Spvgg. Bimbach, die schon in der Vorsaison Vizemeister wurde.

Im Abstiegskampf hängt viel davon ab, wie viele Gruppenligisten in die Kreisoberliga Mitte absteigen. Für Großenlüder II dürfte es erwartungsgemäß direkt wieder nach unten gehen, auch für die Nüsttaler wird es schwer, die Liga zu halten.

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