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Gollins „Freundschaftsdienst“ in Pilgerzell: Im fünften Jahr die erste normale Saison

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Von: Steffen Kollmann

Trainer Rolf Gollin
Nach Trainerstationen in Horas, Niesig, Lehnerz, Petersberg und Pilgerzell wird Rolf Gollin ab Sommer bei Gruppenligist Lütter anheuern. © Charlie Rolff

Aus einem Freundschaftsdienst von wenigen Monaten wurden fast fünf Jahre. Rolf Gollin zieht im Sommer von Mitte-Kreisoberligist TSV Pilgerzell zu Gruppenligist TSG Lütter weiter – bis dahin hat der Trainer aber noch einiges vor.

Genau zwölf Monate Pause lagen hinter Rolf Gollin, als er im Oktober 2018 dem TSV Pilgerzell zusagte. Eine erste Offerte wenige Wochen zuvor, als Marcus Neugebauer das Amt aus gesundheitlichen Gründen abgeben musste, hatte der ehemalige Petersberger abgelehnt, sich dann aber doch breitschlagen lassen. „Der Verein ist unverschuldet in diese Situation gekommen, deshalb wollte ich helfen. Zumal der Sportliche Leiter Marc Leubecher mit mir verwandt ist. Bei mir gab es die Überlegung, dass der Verein so genug Zeit hätte, für Sommer einen neuen Trainer zu finden. Es war nicht mein Plan, länger zu bleiben“, gesteht Gollin.

TSV Pilgerzell: Für Rolf Gollin im fünften Jahr die erste normale Saison

Dass der 54-Jährige viereinhalb Jahre später immer noch da ist, hat nicht nur damit zu tun, dass die Chemie zwischen Trainer, Mannschaft und Vorstand schnell passte. Auch die schwierige Corona-Zeit tat ihr Übriges bei. Denn obwohl Gollin schon in seinem fünften Jahr in Pilgerzell ist, konnte er noch keine einzige komplette Saison unter normalem Spielmodus bestreiten. Zweimal wurde die Spielzeit coronabedingt nicht zu Ende gebracht, einmal im fragwürdigen Modus der Einfachrunde gespielt.

Der TSV, der bei Gollins Amtsantritt im Tabellenkeller der Kreisoberliga Mitte steckte, war mehr als einmal der Leidtragende. 2020 war Pilgerzell auf Kurs zur Vizemeisterschaft, durfte wegen eines vergleichsweise schwachen Quotienten aber nicht aufsteigen. Und in der Vorsaison verlor Gollins Mannschaft durch die Einfachrunde 24 von 29 Punkten, hatte so als Hinrundenzweiter keine Chance ins Titelrennen einzugreifen.

„Das waren solche Momente, in denen du nicht aufhören konntest“, betont der Trainer, der wie viele seiner Kollegen in den vergangenen Jahren eine Veränderung in der Einstellung der Spieler feststellte. „Wir Trainer mussten damit umgehen, dass nach Corona eine große Sehnsucht da war wegzufahren. Ich habe öffentlich angesprochen, dass sich die Zeiten verändert haben, und habe eine unfassbare Resonanz und 100-prozentige Zustimmung erhalten. Selbst Trainer, die ich vorher nicht kannte, haben sich gemeldet und darüber gefreut, dass es endlich mal einer sagt.“

Gollins Brandrede zeigt bei den Spielern Wirkung

Bei seiner Truppe scheint die Botschaft angekommen zu sein. Bei Schmuddelwetter waren 19 Spieler beim ersten Training im neuen Jahr dabei, die alle einen Plan verfolgen. „Wir sind nur vier Punkte auf Distanz im Rennen um Platz zwei. Es ist nicht mehr als eine Chance, aber für die Spieler trotzdem schön, ein Ziel vor Augen zu haben. Ich werde mein ganzes Herzblut reinlegen, um die Tätigkeit erfolgreich zu beenden“, unterstreicht Gollin.

Im Sommer zieht der 54-Jährige zur TSG Lütter weiter, die schon früher an Gollin interessiert war. „Man hat gemerkt, wie sehr ich dort gewollt wurde“, sagt der Trainer, der keinen Verein oberhalb der Gruppenliga übernehmen wollte. Denn bei den gut funktionierenden Alten Herren des RSV Petersberg wollte er unbedingt weiterspielen.

Dass die Gruppenliga nicht das Ende der Fahnenstange für die TSG sein muss, weiß Gollin aus früheren Duellen gegen Lütter in der Verbandsliga. Doch der Trainer gibt zu bedenken, „dass die Liga einfach wahnsinnig ausgeglichen ist. Träumen darf man, in der Gruppenliga muss man aber immer aufpassen, nicht nach unten zu rutschen.“

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