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"Kannst nichts verfluchen"

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Daumen hoch trotz sportlicher Misere: Trainer Mike Lindemann bleibt der SG Wildeck erhalten. Foto: Eyert
Daumen hoch trotz sportlicher Misere: Trainer Mike Lindemann bleibt der SG Wildeck erhalten. © Eyert

Die SG Wildeck hat in der Kreisoberliga Nord gewiss schon bessere Tage erlebt. Im Vorjahr noch Corona-Meister, steht nun drei Spieltage vor Hinrundenende der letzte Tabellenplatz. Die Gründe? Personeller Aderlass.

Eine Spielabsage ist meist der letzte Ausweg. Die SGW musste ihn am Wochenende wählen. Das Heimspiel gegen Tabellenführer Hohe Luft fiel aus, die Personalsituation gab eine Austragung schlicht nicht her. Insgesamt 18 Akteure standen nicht zur Verfügung, die Krankenstation beim Kreisoberligisten war komplett ausgebucht. Von Woche zu Woche muss Trainer Mike Lindemann seinen Kader zusammenbasteln. Dabei war nach dem zweiten Saisonsieg bei Heinebach/Osterbach (4:1) in der Woche zuvor eigentlich von Besserung auszugehen. "Es soll aktuell nicht sein. Wir brauchen nicht nach Gründen suchen, weshalb es nicht läuft. Es ist sichtbar, dass die derzeitige Personallage zu immens ist", schildert Mike Rimbach, Vorsitzender der SG Wildeck.

Im Vergleich zur überragenden vorigen Saison fehle derzeit fast die komplette Stamm-Elf, mit inbegriffen darin sind ebenfalls die kurzfristigen Abgänge zu Saisonbeginn. "Dafür bekommen wir es noch recht gut hin", sagt Rimbach. Mit Akteuren aus der Reserve wird Spiel für Spiel der Kader aufgefüllt, Routiniers wie der 42-jährige Björn Radloff oder der 41-jährige Meik Dickmann springen in die Bresche.

"Wir können nichts verfluchen. Hat man Scheiße am Fuß, hat man eben Scheiße am Fuß. In der Abstiegsrunde müssen wir uns durchbeißen. Wir nehmen es positiv", blickt Rimbach voraus, der vielmehr die vergangenen beiden Jahre "verflucht". Zur Saison 2019/2020 stand Wildeck auf einem aussichtsreichen dritten Platz, Corona kürte Meister, während Wildeck leer ausging. Als Tabellenerster in der zurückliegenden Saison schaute die SGW hingegen in die Röhre. "Wir durften uns zweimal in den Arsch beißen. Hoffentlich im Mai des kommenden Jahres nicht ein drittes Mal", sagt der Richelsdorfer Vorsitzende.

Eine weitere Baustelle tut sich indes nicht auf der Trainerposition auf. Trotz der brenzligen Lage bleibt Mike Lindemann Coach und wird in seine fünfte Spielzeit gehen. "Wir sind uns einig, dass wir gemeinsam die Situation bewältigen wollen", erklärt Rimbach.

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