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„Kirmesverein“: Derby stand drauf, Derby war drin

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Von: Tobias Konrad

FSG Kiebitzgrund Rothenkirchen SV Burghaun Julian Göltner Manuel Kröning
Bekommt er den noch? Burghauns Stürmer Manuel Kröning streckt sich, FSG-Torhüter Julian Göltner beobachtet die Szene. © Memento36

Zum ersten Mal seit 2018 kreuzten die FSG Kiebitzgrund/Rothenkirchen und der SV Rot Weiß Burghaun in einem Ligaspiel wieder die Klingen. Im Gemeinde-Derby setzte es nach nicht immer schön anzusehenden, aber ereignisreichen 90 Minuten ein gerechtes 2:2 (1:0).

Die einen, Burghaun, wollten Kirmes feiern und deshalb das Spiel verlegen. Die anderen, Kiebitzgrund/Rothenkirchen, beharrten auf dem Wochenende, da am zweiten Spieltag die Elf von Neu-Coach Denis Erovic spielfrei genießt. Von einer Möglichkeit, Freitag oder Samstag zu spielen, war aus FSG-Kreisen die Rede, jedoch wurde von Seitens Burghaun abgeblockt. Diskussionen gab es reichlich im Vorfeld, auf dem Platz zogen sich diese über die gesamte Spielzeit hinweg durch. Es war von Beginn an Feuer im Spiel. Ein Spruch für den Gegner hier, ein Spruch von den Zuschauern dort. Es fehlte nicht an Techtelmechtelchen untereinander – Rudelbildungen inklusive. Dass dadurch die spielerische Komponente über weite Teile fehlte, schien nur allzu erklärlich. Das wurmte kaum, gehört zu einem typischen Derby doch, "dass sich beide Mannschaften ein wenig auf die Hörner geben", wie Burghauns Trainer Frank Atzler erkannte.

Dessen Team war es, dass eigentlich schon abgeschrieben war. RWB lag nach 57 Minuten 0:2 hinten. Die FSG blickte dem Triumph entgegen, Atzler aber blieb ruhig: "Ich habe schon in der ersten Halbzeit angekündigt, dass wir selbst bei einem Zwei-Tore-Rückstand noch einen Punkt mitnehmen. Ich hatte nie das Gefühl, als Verlierer vom Platz zu gehen." Die Tore von Jonas (18.) und Tim Dittmann (57.) waren verdient, vor allem in den ersten 20 Minuten stürmte "RoKi" über das neue Duo aus Müs, Burak Ilgar und Erovic, ein ums andere Mal auf das Burghauner Tor. Dann stellte die Gäste um – und hatten mit Manuel Kröning den X-Faktor im Sturm parat. Beim 0:2 noch fehlte er aufgrund einer Zeitstrafe, doch schon zuvor wurde es beim Aufsteiger nur gefährlich, wenn Kröning die Füße im Spiel hatte.

Beispielweise Marius Keller, der völlig freistehend nach Krönings Ecke aus fünf Metern einköpfen musste (28.). Der Gast war schließlich nach Krönings Anschluss (66.) wieder richtig wach. Als Nico Gavos alleine vor Julian Göltner zum Ausgleich traf (75.) – natürlich nach Kopfballverlängerung von Kröning – war das Treiben wieder völlig offen. Letztlich hatten beide Seiten die Chance zum Sieg, doch Ilgar fand seinen Meister in RWB-Torhüter Robert Möchel und Kröning in FSG-Keeper Göltner. Danach war Schluss, passenderweise mit einer Rudelbildung nach Abpfiff.

"Es war viel Härte im Spiel. Vielleicht hätte der Schiedsrichter ab und an unterbinden müssen. Derbys verlaufen immer anders als man es sich vorstellt. Die Unruhe von außerhalb des Platzes störte, da mehr gebolzt als Fußball gespielt wurde", schilderte Erovic nach seinem ersten Derby mit der FSG. Sein Gegenüber sah ein "hinreißendes Spiel, was uns emotional mit dem Rückstand under Aufholjagd alles abverlangte. Den Punkt können die Jungs nun feiern, wie es sich für einen Kirmesverein eben gehört."

Statistik

FSG Kiebitzgrund/Rothenkirchen: Göltner; Mihm, Dietz, M. Fey, Maul – J. Dittmann, Helmke, M. Göltner, Ilgar – F. Fey, Erovic (T. Dittmann, Isberner, Rohde).
SV Rot Weiß Burghaun: Möchel; Seifert, Heppe, Dörr, Schwalbach – J. Gavos, Fischer, Keller – N. Gavos – Hutfless, Kröning (Balzert, Bosold, Altstadt).
Schiedsrichter: Lukas Schirmer (SG Edelzell).
Zuschauer: 260.
Tore: 1:0 Jonas Dittmann (18.), 2:0 Tim Dittmann (57.), 2:1 Manuel Kröning (66.), 2:2 Nico Gavos (75.).
Zeitstrafe: Manuel Kröning (55., Burghaun).

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