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Wildecks „Hoffnung, dass der Glaube zurück ist“

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Von: Tobias Konrad

SG Wildeck Andy Becker und Marco Bode sowie SG Haunetal Volodymyr Makovii
Die SG Wildeck um Andy Becker (von links) und Marco Bode feierte endlich den ersten Saisonsieg gegen die SG Haunetal um Volodymyr Makovii. © Volker Kilgus

Was die Vereine eigentlich immer wollen, ist Nervenkitzel und Spannung. Die SG Wildeck sehnt sich allerdings genau danach nicht. Mal eine ruhige Saison erleben, im Tabellenmittelfeld schwimmen und sich weniger Gedanken um das sportliche Abschneiden machen ist mehr das derzeitige Empfinden der SGW.

In den vergangenen fünf Spielzeiten war stets Action bis zum Saisonende geboten. Sofern man es mit der SGW hält. 2018 stand der A-Liga-Abstieg über die Relegation, 2019 der sofortige Wiederaufstieg, 2020 stand Rang drei beim Abbruch durch Corona, 2021 gar der erste Platz, ehe 2022 um ein Haar der erneute Fall in die A-Liga passiert wäre. In der Abstiegsrunde aber verhinderte die SGW dies. Die Hoffnung in der aktuellen Spielzeit war daher, frühzeitig weit weg von der Abstiegszone zu agieren. Doch daraus wurde nichts.

Die ersten sechs Ligaspiele gingen verloren, am siebten Spieltag erntete das Team von Trainer Mike Lindemann endlich die ersten Zähler nach einem 1:0 bei der SG Haunetal in der Kreisoberliga Nord. „Pure Erleichterung“, sagt SGW-Vorsitzender Mike Rimbach, sei der erste Dreier gewesen. Er hofft, „dass nun bei den Jungs der Glaube zurück ist“. Denn die zurückliegenden Wochen und Monate waren hart, die Aufholjagd in der letzten Saison habe viele Körner gekostet. „Es war für den Kopf brutal. Für Spieler, Verantwortliche, eigentlich für den ganzen Verein. Weil die Lage so undurchsichtig war und vom Verband keine genaue Aussage kam, wie viele Teams absteigen müssen. Es war von nur einem Absteiger die Rede. Dann wäre frühzeitig der Deckel auf der Saison gewesen“, weiß Rimbach. Jedoch mussten zwei Mannschaften dran glauben, Wildeck sortierte sich auf dem ersten Nichtabstiegsplatz ein und ließ Philippsthal sowie Heinebach/Osterbach hinter sich.

Trainer Mike Lindemann bekommt höchsten Respekt

Dass es in dieser Saison erneut so schleppend läuft, war von den Verantwortlichen der Spielgemeinschaft nicht erwartet worden. Vor allem offensiv drückt der Schuh, erst vier Treffer gelangen. Was der SGW derzeit fehlt, ist – wie bei fast allen Teams – das notwendige Personal. „Gegen Haunetal waren erstmals fast alle dabei. Es ist ungemein schwer, weil durch Verletzungen und die Arbeit Woche für Woche viele Spieler wegfallen. Wir reden dabei nicht nur von drei oder vier Jungs“, schildert der Wildecker Vorsitzende. Auf altgediente Routiniers wie in der Abstiegsrunde verzichtet der Club nun, Juniorenspieler sollen die Kohlen aus dem Feuer holen. Und vielleicht kann Trainer Lindemann aus einem von ihnen einen echten Stürmer formen. Der fehlt dem Team nämlich. „Allgemein habe ich das Gefühl, dass die Zeit der Instinktstürmer vorbei ist. Einen Fabian Kallée oder Christian Winter wird es so schnell nicht mehr geben“, meint Rimbach.

Vor Lindemann, der seit Sommer 2018 Coach ist, zieht Rimbach den Hut. „Man muss ihm hoch anrechnen, was er seit eineinhalb Jahren leistet. Wenn Erfolg da ist, will jeder den Posten ausüben. Mike zieht es aber auch in harten Zeiten durch.“ Mit dem erfahrenen Übungsleiter sollen jedenfalls fortan die Probleme wieder weniger werden. Rückschläge, dass weiß Rimbach, wird Wildeck weiter hinnehmen müssen, allerdings sollen die Erfolgserlebnisse sich häufen. Die Yannik Rimbachs, Bastian Roths, Andy Beckers und Marco Bodes sollen dazu beitragen, dass vielleicht noch in dieser Spielzeit der Blick nicht bis zum Ende nach unten gehen muss.

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