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Offensivmaschinen haben Defensivdenken gelernt

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Von: Tobias Konrad

Tuna Moaremoglu SG Bad Soden
Nicht immer nur Offensive, sondern vor allem der Blick zur Defensive ist Tuna Moaremoglu, Trainer der SG Bad Soden II, wichtig. © Oliver Müller

Kickt die Reserve der SG Bad Soden bald dort, wo die Erste noch 2019 souverän die Meisterschaft eingesackt hat? Der Saisonstart in der Kreisoberliga Süd lässt die Kurstädter jedenfalls träumen.

Die Statistiken lesen sich für die Anhänger der SG Bad Soden II nahezu traumhaft. Die ersten fünf Spiele gingen mit 13 Punkten – nur gegen die SG Huttengrund spielte man Unentschieden – über die Bühne. Noch beeindruckter kommt die Tordifferenz daher, bei satten 24 geschossenen Buden musste das Team von Spielertrainer Tuna Moaremoglu lediglich drei schlucken. Nachfragen ob der Stärke der Soden-Reserve dürfen gerne an die SG Hattenhof, den FV Steinau und die SG Lauter gerichtet werden. Die jüngsten drei Gegner fertigen die „Sprudelkicker“ mit 7:0, 7:1 und 5:0 ab. Die Offensivmaschine? Sie läuft!

Wer nun meint, dass Moaremoglu Jubelchöre auf seine Mannschaft hält, sieht sich getäuscht. Trocken und nüchtern analysiert der 37-Jährige die derzeitige Lage, sagt, „dass wir es aktuell in allen Bereichen sehr gut machen. Wir erspielen und verwerten die Torgelegenheiten. Mir gefällt aber noch mehr unsere Defensivleistung. In den zurückliegenden Jahren war das unser Problem. Die Mannschaft funktioniert und in allen Bereichen des Spielfeldes erledigen die Spieler ihre Aufgaben.“

Qualität zeigte sich schon gegen Lütter und Rothemann

Die Offensive sei schon immer die Stärke der Kurstädter gewesen, langanhaltender Erfolg kann sich jedoch nur mit der richtigen Balance mit der Abwehr einstellen. Dass das Moaremoglu-Team über viel Qualität besitzt, wurde schon in der vergangenen Saison deutlich. Den jetzigen Gruppenligisten TSG Lütter schlug Soden zwei Mal, gegen Vizemeister TSV Rothemann sackte die SG vier Zähler ein. Was fehlte, war die Konstanz, sonst wäre mehr als der fünfte Platz herausgesprungen. Dass der Weg unter Moaremoglu nach oben führt, wurde aber schon sichtbar. In seiner ersten Saison als Übungsleiter stand noch Rang zwölf zu Buche.

Träumt Bad Soden vom doppelten Aufstieg?

Behalten die Kurstädter den derzeitigen Flow bei, zählen sie in der ausgeglichenen Liga zu den ganz heißen Eisen auf die Meisterschaft. Für Moaremoglu wäre das Gruppenliga-Abenteuer besonders, spielte er 2019 noch mit der „Ersten“ dort. „Nicht nur für mich, sondern für den ganzen Verein wäre es super. Es würde dem Club gut tun und zeigen, dass der Fokus nicht nur auf dem Verbandsligateam liegt. Zum jetzigen Zeitpunkt brauchen wir allerdings noch nicht über Aufstiege reden. Wohin der Weg führt, zeigt sich Ende September. Dann haben alle Mannschaften ihre Kader vollständiger als bislang. Das Maximum der Gefühle wäre sicher ein Doppelaufstieg in die Gruppen- und Hessenliga“, spricht Moaremoglu einen vielleicht noch geheimen Wunsch aus und unterstreicht, dass die Zusammenarbeit zwischen ihm und Verbandsligatrainer Anton Römmich bestens harmoniere.

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