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Vorne einreihen - und den Vater übertreffen

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Von: Ralph Kraus

So oft wie Louis Winkow von der TSG Lütter jubelte in der abgelaufenen Saison kein anderer Spieler der Kreisoberliga Süd
So oft wie Louis Winkow von der TSG Lütter jubelte in der abgelaufenen Saison kein anderer Spieler der Kreisoberliga Süd © Jonas Wenzel

Mit seinen 29 Saisontreffern war Louis Winkow einer der Garanten bei der TSG Lütter auf dem Weg zur Meisterschaft in der Kreisoberliga Süd. Der Stürmer war vor der Runde von FT Fulda gekommen und schlug am Sauerbrunnen nahtlos ein.

„Letztlich ist so eine Ausbeute ja auch eine Teamleistung, denn Leute wie Loic Djounang, Florian Münkel oder Manuel Giraldi haben mir unheimlich viele Tore aufgelegt“, gibt auf die Torjägerkrone angesprochen sofort ein Teil des Lobes weiter. Doch der 22-Jährige ist schon mächtig stolz auf die Ausbeute, die er noch dazu in nur 22 Spielen herausgeschossen hat. „Der Verein hat mir eine Torjägerkanone überreicht. Das ist schon eine große Wertschätzung und die Kanone erhält auch einen Ehrenplatz. Für mich persönlich war es ein super Jahr, nachdem es die Runde davor nicht so toll lief“, sagt Winkow, der bei der Sparkasse in der Personalabteilung tätig ist.

Louis Winkow über Aufstieg: „Das vergisst du nie“

Für ewig im Gedächtnis haften bleiben wird bei ihm das „Endspiel“ gegen Rothemann. 1000 Zuschauer sahen einen Spielverlauf, in dem der TSV erst völlig verdient 2:0 führte, ehe Lütter die Partie nach dem Wechsel in ein 52 drehte und so die Meisterschaft im direkten Duell unter Dach und Fach brachte. „Das war eine Achterbahnfahrt der Gefühle: In den ersten 20 Minuten hatte ich genau zweimal den Ball. Das war jeweils nach den Gegentoren beim Anstoß. In der Halbzeit saßen wir alle mit gemischten Gefühlen. Aber Trainer Marco Lohsse hat uns in der Kabine mächtig gepusht.“

„Das waren dann schon Gänsehautmomente, als erst das 2:2, dann das 3:2 fiel. Da ging der ganze Sportplatz mit. Das vergisst du nie“, sagt Winkow, der nicht mal so sehr seinen eigenen Treffer zum Ausgleich, als vielmehr seine Vorlage zum 4:2 im Kopf hat. „Das Video dazu bei Torgranate habe ich mir schon ein paar Mal angeschaut. Da kommen die Gefühle immer wieder durch, wie sich Denis Dechant den Ball erobert und ich rechts durchgehe und in die Mitte zu Manuel Giraldi passe. Das war der Moment des Spiels, der bei mir am meisten haften bleibt.“

Kleiner Seitenhieb gegen den Vater

Auf die neue Runde in der Gruppenliga freut sich Winkow diebisch. „Ich bin extrem gespannt, denn das wird vom Tempo, von der Härte, noch mal was ganz anderes. Es gibt ja auch richtig guten Kontakt zu Vereinen wie Großenlüder, FT oder Künzell. Oder zu ehemaligen Teamkollegen wie Franz Voland in Freiensteinau. Das wird riesig. Ich habe jetzt schon richtig Bock drauf.“

Seiner TSG Lütter traut er auf Anhieb eine gute Rolle zu. „Erst mal müssen wir uns reinfinden, aber ich traue uns einen Platz im oberen Mittelfeld zu. Persönlich würde ich schon einen Platz so um Rang fünf anpeilen. Mal sehen, ob wir das packen“, setzt sich der 22-Jährige eine hohe Latte, um dennoch ganz genau zu wissen, „dass wir mit Mannschaft wie Eiterfeld gegen echte Klaiber spielen.“

Wichtig ist Winkow dabei aber vor allem eines: „Es muss Spaß machen: Ohne Spaß wird es schwierig. Das fängt schon im Training an“, so der Torjäger, der aber auch hier sehr zuversichtlich nach vorne schaut. „Der Zusammenhalt im Vereinsgefüge ist in Lütter etwas ganz Besonderes. Alleine, wie die Frauen- und Männerteams an einem Strang ziehen. Der Support der Frauen bei unseren Spielen ist überragend. Auch die zweite Mannschaft ist eigentlich immer da, wenn es vom Terminplan her passt. Was da manchmal nach den Spielen im Häuschen abgeht, das ist schon ein bisschen irre“, schmunzelt Winkow, der in der Gruppenliga noch nicht das Ende seiner Ziele sieht.

„Ich würde schon gerne auch mal Verbandsliga spielen. Schon alleine, um meinem Vater einen kleinen Seitenhieb zu verpassen“, lacht Winkow. Vater Achim spielte einst unter Stephan Walter in der Jugend von Borussia Fulda und war später Mitte der 1990er-Jahre unter anderem ein Leistungsträger beim TSV Neuenberg in der zu dieser Zeit noch viertklassigen Landesliga Nord.

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