Der Türkische SV Wiesbaden mischt im Vierkampf um die Meisterschaft mit.
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Der Türkische SV Wiesbaden mischt im Vierkampf um die Meisterschaft mit.

TSV Wiesbaden im Meisterrennen

Emotionaler Monat für Hakan Tutkun: Zweimal gegen Heimatverein Biebrich

Mit dem 21. Spieltag setzt die Kreisoberliga Wiesbaden am Sonntag ihren Spielbetrieb nach einer mehr als dreimonatigen Winterpause fort. Im Kampf um den einzigen Aufstiegsplatz in die Gruppenliga deutet sich ein spannender Vierkampf um die Meisterschaft an.

Mittendrin im Rennen liegt der Türkische SV Wiesbaden, der mit zwei Punkten hinter Spitzenreiter 1. FC Naurod in die restliche Rückrunde startet. Punktgleich mit dem TSV mischen aber auch der SV Erbenheim und die Spvgg. Sonnenberg kräftig mit.

Während Naurod zum Wiederbeginn beim nur einen Punkt aufweisenden Schlusslicht SC Meso-Nassau Wiesbasen eine Pflichtaufgabe zu bewältigen hat, kommt es am Niederfeld in Wiesbaden-Dotzheim, wo der TSV seine Heimspiele austrägt, zu einem emotionalen Duell. Vor allem für Trainer Hakan Tutkun, denn der 42-Jährige trifft im Tabellenneunten FV Biebrich II nicht nur auf seinen Heimatverein, sondern auch auf zahlreiche ehemalige Spieler. 

Hakan Tutkun vor Wiedersehen mit früheren Schützlingen

Mit fünf Jahren hatte der TSV-Coach 1985 an der Diltheystraße angefangen, „da spielten wir auf staubigen Hartplätzen“, wie Tutkun sich erinnert. Später übernahm er in Biebrich nach seiner aktiven Laufbahn die U19, führte sie sodann zum Aufstieg in die A-Junioren-Hessenliga. Zahlreiche Talente aus seinem ehemaligen Team spielen nun in der Biebricher Reserve, „auf sie in einem Punktspiel zu treffen ist schon was aufregendes“, sagt Tutkun. Das Niveau der Wiesbadener Kreisoberliga erachtet Tutkun als sehr hoch: „Die Liga ist sehr spannend. Zu den Stadtderbys kommen viele Zuschauer. Die schwierigen Spiele haben wir hinter uns. In drei Wochen kommt es zum Spitzenspiel gegen Naurod. Allgemein erwarten uns aber jede Woche Finalspiele“, schätzt Tutkun die Lage ein. 

Seit dem Sommer 2020 ist der Coach beim früheren Verbandsligisten, der 2015 sportlich in die Gruppenliga abstieg und dann freiwillig noch eine Klasse tiefer ging und es seitdem nicht geschafft hat, die Kreisebene wieder zu verlassen. Letzte Saison stand sein Team zum Zeitpunkt des pandemiebedingten Abbruchs auf Platz eins, aber einen Aufsteiger gab es ja bekanntlich nicht. „Wir haben ein neues Konzept entwickelt und verfügen über eine junge, dynamische Mannschaft mit einem Durchschnittsalter von 22,7 Jahren“, verdeutlicht der engagierte Trainer. 93 Tore hat sein Team bereits markiert, die Schallmauer von 100 Treffern dürfte bald deutlich überflügelt werden. 

Vor allem die Torjäger Abdellatif El Mahaoui mit 21 Toren und Volkan Zer (17) sind in der Klasse gefürchtet. Der dritte Stürmer Ivan Raspaglia sammelte beim VfB Ginsheim in der Saison 2017/18 unter Trainer Artur Lemm in neun Hessenliga-Spielen höherklassige Erfahrung. „Unser Ziel ist die Meisterschaft, wir wollen perspektivisch eine gute Mannschaft aufbauen“, meint Tutkun. Für ihn wird es dann am 30. März erneut emotional, wenn im Halbfinale des Kreispokals die Erste Mannschaft des FV Biebrich aufkreuzt, die zum Inventar der Verbandsliga Mitte gehört. / pac

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