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Als Borussia Fulda und der SSV Ulm um die Zweite Liga kämpften

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Von: Ralph Kraus

Eine Szene aus dem Spiel von 1997 gegen den SSV Ulm: Bardo Hirsch war damals der Kopf von Borussia Fulda.
Eine Szene aus dem Spiel von 1997 gegen den SSV Ulm: Bardo Hirsch war damals der Kopf von Borussia Fulda. © Charlie Rolff

Denken Fuldaer an Duelle mit dem SSV Ulm, dann fällt den meisten die Saison 1997/1998 ein. Borussia Fulda kämpfte gemeinsam mit Ulm und Kickers Offenbach um den Aufstieg in die Zweite Liga. 

Erst am letzten Spieltag fiel die Entscheidung zugunsten der Spatzen, die danach sogar in die Bundesliga durchstarteten. Nach einem 1:3 am letzten Spieltag in Offenbach wurde der OFC Zweiter, die Borussia Dritter.

Unvergessen bleibt der 7. Dezember 1997: Fulda hatte eine Woche zuvor gerade erst zu Hause gegen die Kickers mit 1:3 verloren. 12.000 Zuschauer waren vor Ort. Nun kam mit Ulm der Spitzenreiter. Die Partie fand sonntags um 11 Uhr statt. Es war bitterkalt. Und weil das Spiel live im Hessen-Fernsehen übertragen wurde, kamen nur 3000 Fans ins Stadion. Eine höchst enttäuschende Kulisse. Die Borussia und Ulm waren punktgleich, der Sieger des Spiels sollte also als Tabellenführer in die Winterpause gehen.

Borussia Fulda und der SSV Ulm kämpften in der Saison 1997/98 um den Zweitliga-Aufstieg

Es wurde ein ganz bitterer Tag für Fulda. Längst war im Umfeld Unruhe aufgekommen. Altin Lala wurde erstmals mit Hannover 96 in Verbindung gebracht, Prämienzahlungen an die Spieler waren in Verzug, der Verein wollte Trainer Martin Hohmann Uwe Bein als sportlichen Berater an die Seite stellen. Die Mannschaft meuterte, weil vieles im Umfeld der Borussia der schnellen sportlichen Entwicklung nicht Schritt halten konnte.

Anders beim SSV Ulm: Hier hatte 1996 ein gewisser Ralf Rangnick das Traineramt bei den „Spatzen“ übernommen. Er führte Ulm binnen kürzester Zeit vom Mittelfeldteam der Regionalliga in die Bundesliga, wurde dort im März 1999 entlassen und startete danach seine Weltkarriere.

Das Spiel startete mit der schnellen SCB-Führung durch Marco Fladung. „Das war unser Hallo-Wach-Erlebnis“, sagte Rangnick damals. Sein Team drehte das Spiel nur wenig später mit dem entscheidenden Doppelschlag innerhalb von nur einer Minute.

Bekannte Namen beim SSV Ulm: Ralf Rangnick, Philipp Laux, Sascha Rösler

Mit dabei beim SSV auf dem Feld waren damals Leute wie Torwart Philipp Laux. Der spätere Keeper von Borussia Dortmund heißt heute Dr. Philipp Laux, begleitete schon mehrere Bundesligisten als Team-Psychologe. Dazu kamen Abwehrmann Joachim Stadler (kam von Borussia Mönchengladbach, spielte danach noch beim FC Augsburg), Sascha Rösler (später Borussia Mönchengladbach) oder Oliver Otto, der später in der Ära Ross Shtyn auch für eine Saison zu Borussia Fulda wechselte.

Interessante Anekdote am Rande des Ulm-Spiels: Weil das Stromnetz überlastet war und das komplette Stadion lahmlegte, musste die Liveübertragung im Fernsehen vorzeitig beendet werden. Der Bildschirm für die Zuschauer wurde schwarz. Eine Stunde ging im Stadion nichts mehr.

Das Spielschema des damaligen Spitzenspiels liest sich wie folgt:

Borussia Fulda: Cesar Thier – Kelvin King – Jörg Meinhardt, Oliver Happ (63. Dariusz Marciniak) – Altin Lala (26. Francisco Martinez), Zlatko Radic, Bardo Hirsch, Andreas Wischermann, Eldar Hasic (21. Jens Poppowitsch) – Marco Fladung, Olivier Djappa.
Schiedsrichter: Burkhard Hufgard (Mömbris). Zuschauer: 3000. Tore: 1:0 Marco Fladung (13.), 1:1 Bernd Maier (21.), 1:2 Dragan Trkulja (22.).

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