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Als Eintracht Trier Pokalgeschichte schrieb

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Von: Ralph Kraus

Eintracht Trier - Borussia Dortmund Rudi Thömmes
Rudi Thömmes schrieb 1997/1998 deutsche Fußballgeschichte als Pokalheld von Eintracht Trier. © Oliver Berg/dpa

Die ganz großen Geschichten schrieb Eintracht Trier, kommender Gegner der SG Barockstadt Fulda-Lehnerz, weniger in der Liga, sondern vielmehr im DFB-Pokal.

Seit 1952 nahm der Verein sage und schreibe 30 Mal an diesem Wettbewerb teil und bestritt seitdem exakt 50 Spiele im größten und wichtigsten deutschen Pokal. Unvergessen bleibt dabei vor allem die Saison 1997/1998, als Eintracht Trier plötzlich weltweit für Schlagzeilen sorgte. Nach einem 2:1 gegen die Spvgg. Unterhaching wurde Trier Schalke 04 zugelost. „Königsblau“ kam damals als frisch gebackener Uefa-Cup-Sieger ins Moselstadion. Es war die Geburtsstunde von „Pokalheld“ Rudi Thömmes. Er erzielte in der 76. Minute den 1:0-Siegtreffer zur bis dahin größten Sensation in der Trierer Vereinsgeschichte.

Eintracht Trier wirft Champions-League-Sieger aus DFB-Pokal

Was niemand ahnen konnte: Es war bloß der Beginn einer bis heute einmaligen Geschichte. Denn die Glücksfee meinte es gut. Für das Achtelfinale zog sie ausgerechnet Borussia Dortmund und damit eine noch größere Nummer. Der BVB hatte gerade erst die Champions-League und den Weltpokal gewonnen. Das vermeintlich stärkste Team der Welt war also am 28. Oktober 1997 im Moselstadion zu Gast.

Und der Eintracht gelang die nächste Sensation. Wieder traf Rudi Thömmes und dazu Marek Czakon per Elfmeter. Die Weltstars wie Paulo Sousa, Andreas Möller oder Jürgen Kohler wurden 2:1 besiegt. Ganz Fußball-Deutschland bewegte sich damals tagelang in einer Art Ausnahmezustand. Es war eine der größten Sensationen aller Zeiten. Zur Einordnung: Eintracht Trier wurde in dieser Saison Fünfter in der Regionalliga Südwest.

Im Halbfinale endet der Pokaltraum

Das Pokal-Märchen ging noch weiter. Trier erreichte nämlich mit einem 1:0 gegen Waldhof Mannheim sogar das Halbfinale und wäre fast ins Endspiel gegen Bayern München gekommen. Allerdings ging das Glück im Halbfinale gegen Duisburg verloren. Nach einem 1:1 in 120 Minuten zog Trier im Elfmeterschießen mit 9:10 den kürzeren. Besonders bitter: Mit Torwart Daniel Ischdonat verschoss ausgerechnet der überragende Keeper aus den Runden davor den entscheidenden Strafstoß auf dem Weg nach Berlin.

Weitere Pokal-Überraschungen schaffte Tier später noch 2008/2009 beim 3:1-Heimsieg gegen Bundesligist Hannover 96 und auch 2011/2012, als man den FC St. Pauli mit 2:1 aus dem Pokal schmiss. Im August 1977 verlor Trier ein Pokalspiel gegen Bayern München mit 1:3.

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