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Aus Bad Soden-Salmünster an die Seite von Joshua Kimmich

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Von: Tino Weingarten

Christian Mauersberger SGV Freiberg
Beim Auswärtsspiel in Fulda nächstes Jahr will Christian Mauersberger vom SGV Freiberg die Chance nutzen, seinen Geburtsort zu besuchen. © Kevin Kiewag

Deutscher U-Nationalspieler, Profi in Chemnitz und Zwickau, Regionalliga-Aufstieg mit dem SGV Freiberg. Bei Christian Mauersberger fand all das ihren Ursprung in Bad Soden-Salmünster.

Groß sind die Erinnerungen nicht, die Christian Mauersberger an seine Geburtsstadt hat – aber sie geht unter die Haut. „Ich habe ein Tattoo von der Landkarte von Hessen, weil das Wurzeln sind, die man hat“, sagt der Mittelfeldspieler des SGV Freiberg. Als er 1995 geboren wurde, bauten seine im Erzgebirge geborenen Eltern ein Haus in der Heimat, zogen schon bald wieder um. „Die Auswärtsfahrt nach Fulda nächstes Jahr werde ich nutzen, um vorbeizuschauen. Vielleicht kommen ja alte Erinnerungen hoch“, kündigt Mauersberger an.

Christian Mauersberger: Aus Bad Soden-Salmünster an die Seite von Joshua Kimmich

Durch diese Verbundenheit nach Hessen verfolgt der 27-Jährige das Abschneiden der SG Barockstadt mit einem genaueren Auge: „Das ist richtig gut. Wir sind erstaunt, wie gut Fulda in der Liga angekommen ist. Und es ist kein Zufall, sie stehen zurecht dort.“ In Freiberg hätten sie sich eine ähnliche Hinrunde ebenfalls gewünscht. Und vorgestellt. „In der neuen Liga konnten wir unsere Rolle nicht so richtig einschätzen. Die letzten Jahre liefen so gut, dass wir dachten, mit dem Abstieg wenig zu tun zu haben. Der Start war aber sehr bitter“, sagt Mauersberger.

Freiberg zeigte einen ansehnlichen Fußball, wurde von den gegnerischen Trainern und der Presse gelobt. Aber das wichtigste fehlte: Punkte. In den ersten beiden Partien gab es zwei Niederlagen. „Im Laufe der Spiele ging das Selbstvertrauen verloren. Einigen Punkten hängen wir nun hinterher“, sagt Mauersberger und denkt an die Niederlage gegen Walldorf oder das Remis beim VfB Stuttgart II. Nach der 0:5-Niederlage beim FSV Frankfurt, bei der Mauersberger aufgrund einer Verletzung nicht mitwirken konnte, soll gegen die Barockstadt eine Reaktion her.

Mauersberger nimmt 2018 Abstand vom Profigeschäft

Christian Mauersberger ist einer von vielen Spielern in Reihen des SGV, der auf Drittliga-Erfahrung zurückblicken kann. Beim Chemnitzer FC und dem FSV Zwickau spielte der 27-Jährige insgesamt 43-Mal in der 3. Liga. Bei der deutschen U-Nationalmannschaft schnupperte er die Luft von der großen Fußball-Welt, spielte im selben Jahrgang wie die WM-Fahrer Serge Gnabry, Leon Goretzka, Joshua Kimmich und Niklas Süle. „Die Zeit war richtig schön. Wie ein Traum, den ich leben durfte. Damals wusste man noch nicht, wer es nach ganz oben packt. Da hat man gestaunt, als Gnabry dann nach Arsenal gewechselt ist. Ich freue mich für jeden, der den Sprung geschafft hat“, sagt Mauersberger.

Für die U19 absolvierte der damals 18-Jährige ein Spiel, traf im Debüt gegen Frankreich – und bildete 60 Minuten die Doppel-Sechs mit dem heutigen Bayern-Star Joshua Kimmich. „Ich schaue immer gerne zurück und werde später meinen Kindern von dieser Zeit erzählen. Ich habe Länder bereisen dürfen, wo ich sonst nie hingekommen wäre, wie Aserbaidschan oder Russland, habe ein Trainingslager in Spanien absolviert“, betont der 27-Jährige.

Dem verpassten Sprung in die große Fußball-Welt trauert Mauersberger nicht hinterher. Nach seiner Zeit in Zwickau nahm er bewusst eine Auszeit, startete bei Rielasingen-Arlen in der Oberliga neu und ist seit 2020 in Freiberg. Ein Weg, der einst in Bad Soden-Salmünster begann.

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