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„Junges Juwel“ als Matchwinner

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Von: Sascha Behnsen

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Ein bisschen Kopf, ein bisschen Schulter: Jakob Lemmer (rot) trifft zum 2:1 und war Matchwinner für Kickers Offenbach gegen den VfR Aalen. © Oliver Müller

Sind die auswärts sieglosen und daheim dreimal siegreichen Offenbacher Kickers in der Regionalliga Südwest über den Berg oder wenigstens auf dem Wege der Besserung? Darüber gab vor 5400 Zuschauern auch das verdiente 3:1 über den VfR Aalen wenig Aufschluss.

„Es geht besser, aber in den Heimspielen zeigen wir, wozu wir fähig sind“, sagte Jan Jopek. Offenbachs Ordnungskraft im defensiven Mittelfeld „hatte zwar nie den Eindruck, dass wir das Spiel nicht gewinnen würden“, wusste aber auch ganz genau, was im Argen liegt: „Wir müssen das Zentrum besser schließen, wir müssen die zweiten Bälle besser attackieren und müssen Flanken besser verteidigen.“

In einer turbulenten, von enormer Hektik geprägten ersten Halbzeit, „haben wir es im ersten Drittel verpasst, das ein oder andere Tor mehr zu erzielen“, sagte VfR-Coach Tobias Cramer, räumte aber ein: „Hintenraus war der Offenbacher Sieg verdient.“

Das 0:1 nach sechs Minuten war ein Paradebeispiel für Jopeks Kritikpunkte: ein zielloser Abschlag, ein unzureichend attackierter und kontrollierter zweiter Ball, ein unnötiger Ballverlust (von Derflinger), ein Spaziergang durchs Offenbacher Zentrum und – was in der Dreierkette nicht nur in dieser Szene der Fall war – eine offene (linke) Abwehrseite. Aalens Seitz sprintete aufs Torwarteck zu und traf aus spitzem Winkel. Glück hatte der OFC, dass weitere Gefahrenmomente (3., 13., 34.) folgenlos blieben.

Allerdings brannte es auch vor dem Aalener Tor lichterloh. Die Innenverteidiger Zieleniecki (Abseitstor) und Breitenbach (Pfostentreffer) sorgten für Gefahr, auch Knöll (8.), Saric (8.) und Derflinger (35.) kamen einem Treffer sehr nah.

Regionalliga Südwest: OFC-“Juwel“ dreht Spiel

Zum Matwinner entpuppte sich Jakob Lemmer, Offenbachs „junges Juwel“, wie Trainer Alexander Schmidt sagte: Erst nahm der 22 Jahre alte Angreifer in bester Gerd-Müller-Manier den Ball mit dem Rücken zum Tor an und traf aus der Drehung zum 1:1 (27.), dann köpfte er (unter Zuhilfenahme der Schulter) eine Maßflanke von Garcia zum 2:1 in die Maschen (39.).

In der zweiten Halbzeit hatte Aalen nicht mehr viel zu bieten. Dem Offenbacher Spiel konnten auch die vielen, teils frühen Wechsel nichts anhaben. Feldüberlegenheit und ein riesiges Chancenplus waren die Folge eines engagierten Auftritts im Vorwärtsgang – gegen ab der 55. Minute nur noch zehn Gästespieler nach Notbremsen-Rot für Just. Mit Verteidiger Zitzelsberger und dem längere Zeit verletzten und erstmals eingesetzten Mittelfeldspieler Albrecht fügten sich zwei Einwechselspieler vielversprechend ein.

OFC-Trainer Schmidt spricht öffentlich zur Torhüter-Debatte

Der überfällige dritte Treffer gelang Semir Saric, der im Anschluss an Garic-Ecke und schwachen Jopek-Kopfball entschlossen nachsetzte (54.).

In bemerkenswerter Offenheit nahm Alexander Schmidt nach dem Spiel Stellung zu dem insbesondere in Fankreisen stark kritisierten Torwartwechsel. Beim 2:2 in Freiberg hatte erstmals Neuzugang Maximilian Engl statt Publikumsliebling David Richter zwischen den Pfosten gestanden. Engl musste sich dort einen Gegentreffer nach einem Schuss von der Mittellinie ankreiden lassen. Gegen Aalen bekam Engl wenig Gelegenheit sich auszuzeichnen, leistete sich aber wiederholt Ungenauigkeiten im Passspiel. Schmidt: „Das Ding ist 50:50. Beide können besser spielen. Ich muss die Sache überdenken. Vielleicht habe auch ich einen Fehler gemacht und hätte David drin lassen sollen. Beide sind jung, wir müssen beide jetzt mental stärken.“

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