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Die Höhen und Tiefen von Hessen Kassel

Erstellt:

Von: Steffen Kollmann

Tobias Damm Trainer KSV Hessen Kassel
Tobias Damm erlebt die bislang schwierigste Phase in seiner Amtszeit bei Hessen Kassel. © Charlie Rolff

Wer Fan des KSV Hessen Kassel ist, hat schon viele Höhen und Tiefen durchgemacht. In den 80er-Jahren ein Topteam der Zweiten Liga, Konkurs und Vereinsauflösung 1998, Wiederaufbau unter neuem Namen bis hin zum Absturz in die Hessenliga aufgrund einer neuerlichen Insolvenz – der KSV hat fast alles erlebt.

Derzeit scheint wieder viel auf eine Talfahrt hinzudeuten. Nach sieben Spieltagen stehen die „Löwen“ mit nur zwei Punkten am Tabellenende. „Im Fußball geht es nicht nur bergauf“, weiß Trainer Tobias Damm, der derzeit die wohl schwierigste Phase seiner Amtszeit durchlebt. Im Oktober 2019 übernahm der damalige Co-Trainer als Chef, mit zehn Siegen in elf Spielen gelang der Sprung auf Platz zwei in der Hessenliga – und der Aufstieg, als die Saison coronabedingt abgebrochen wurde.

Hessen Kassel mit wenig Transfers nach Platz sieben

Seitdem etablierte sich der KSV in der Regionalliga, erreichte mit Rang sieben in der Vorsaison die beste Platzierung seit der Meisterschaft 2012/13. Mit zwei Niederlagen gegen den heutigen Zweitligisten Holstein Kiel wurde damals allerdings der Sprung in die Dritte Liga verpasst.

Im Vergleich zur erfolgreichen Vorsaison hat sich der Kader kaum verändert, trotzdem ging der Start in diese Spielzeit in die Hose. „Letztes Jahr hat viel bis alles gepasst. Momentan ist das nicht der Fall. Es fehlen nur Kleinigkeiten, ein paar Prozent“, analysiert Damm und denkt an das Spiel in Homburg am vergangenen Dienstag: Kassel war auf einem guten Weg, führte zur Pause mit 2:0, ehe Homburg die Partie in einen 3:2-Sieg drehte. Vier Tage zuvor gewann die SG Barockstadt an gleicher Stelle nach tollem Fight mit 3:1.

Tobias Damm: SG Barockstadt hat Qualität für Klassenerhalt

Ein Erfolgserlebnis, das ist das, was den Löwen derzeit fehlt. „In unserer aktuellen Situation ist es so, dass du jedes Spiel gewinnen musst – unabhängig vom Gegner. Wir wissen aber um die Schwere der Aufgabe gegen Fulda. Die Barockstadt hat zurecht ihre Punkte geholt und gezeigt, dass sie die Qualität hat, die Liga zu halten“, betont Damm.

Genauso wie die Kasseler, die zahlreiche Spieler in ihren Reihen haben, die aus Nordhessen stammen und schon in der Jugend beim KSV gespielt haben. Ein alternativloser Weg beim finanziell nicht auf Rosen gebetteten Traditionsverein. Die treuen Fans haben sich längst daran gewöhnt, erinnern sich aber gerne an bessere Zeiten zurück und kommen immer noch zahlreich ins Auestadion. Im Schnitt waren in dieser Saison mehr als 1500 Zuschauer bei den drei Heimspielen.

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