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Die vielen Wege des Hüsni Tahiri beim TSV Steinbach Haiger

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Von: Tino Weingarten

Fußball 2014-2015/Hessenliga 2014-2015/TSV Lehnerz (blau) - TSV Steinbach (rot) 1:2
Eine Szene aus der Saison 2014/2015. Schon damals spielte Hüsni Tahiri (rechts, im Zweikampf mit Patrick Schaaf) für den TSV Steinbach Haiger. Heute ist der 38-Jährige Co-Trainer der Mannschaft. © Charlie Rolff

Mit Hüsni Tahiri hat die in der Verbandsliga Mitte spielende zweite Mannschaft des TSV Steinbach Haiger eigentlich die Aufstiegsgarantie im Kader. Der Weg in die Hessenliga ist jedoch nicht der einzige, den der 38-Jährige beschreitet.

Schon mit der ersten Mannschaft gelang Tahiri 2014 der Aufstieg in die Hessenliga. 2013 heuerte er in Steinbach an. Und weil das noch nicht genug war, marschierte der TSV in die Regionalliga durch. Die Lage in der Verbandsliga möchte Tahiri mit damals aber nicht vergleichen: „Das ist schon ein Unterschied, weil auch das Niveau in der Verbandsliga nicht mehr so hoch wie vorher. Wir hatten stärkere Spieler, aber vom Gefühl her war es 2014 schwieriger, aufzusteigen.“

In diesem Jahr soll das Kunststück ein zweites Mal gelingen. Die zweite Mannschaft des TSV schickt sich an, ein sportlich noch interessanterer Unterbau für das Regionalliga-Team zu werden. „Aber das ist noch ein weiter Weg“, betont Tahiri, „du musst nur zweimal nicht punkten, dann wird es wieder eng. Aber wir haben noch nicht verloren. Das zeigt, dass die Mannschaft in Takt ist.“ Die Stärken sieht der 38-jährige Mittelfeldspieler im individuellen Bereich. Wenngleich mit dem Abgang von Dennis Schmidt, den es beruflich in die USA zieht, ein wichtiger Spieler den Verein verlassen hat.

Hüsni Tahiri mit vielen Rollen beim TSV Steinbach Haiger

Doch die Aufgabe Tahiris beim TSV besteht nicht nur darin, die Verbandsliga-Mannschaft mit seiner Erfahrung in die Hessenliga zu führen. In der Regionalliga ist er Co-Trainer von Ersan Parlatan, kümmert sich um die Videoanalyse von Spielen und Trainingseinheiten, dokumentiert das Training, bespricht es vor und nach. Im Dezember war Tahiri für drei Spiele Interimstrainer, donnerstags leitet er das Sichtungstraining für Talente. Eine Festanstellung beim professionell geführten Viertligisten. „Es fragen sich viele, wie ich das unter einen Hut bekomme. Andere arbeiten den ganzen Tag und gehen abends ins Fitnessstudio, ich gehe dann eben ins Training der zweiten Mannschaft“, sagt er.

Fußball bestimmt seinen Alltag, zumal der neue Trainer Parlatan mehr verlange als Vorgänger Adrian Alipour, der Anfang Dezember den Haarwasen verlassen musste. „Inhaltlich habe ich mehr zu tun. Das ist gut, auch für meine Weiterentwicklung. Ich muss zusätzlich noch Videos gucken und schneiden. Da habe ich dann nicht mehr so viel Zeit“, verrät der Albaner, der unter anderem auch für Waldgirmes, Hadamar und Siegen aktiv war. „Aber die Arbeit macht mir Spaß, besser kann es momentan nicht laufen.“

Die drei Spiele als Interimstrainer haben mir Spaß gemacht. Aber in der Rolle, in der ich gerade bin, fühle ich mich wohl.

Hüsni Tahiri, Co-Trainer TSV Steinbach Haiger

So gut, dass Hüsni Tahiri nach seinen drei Regionalliga-Spielen als Chef derzeit nicht unbedingt zurück in die Rolle an vorderster Front drängt: „In den drei Spielen hat es Spaß gemacht und wir waren erfolgreich. Aber es gehört mehr dazu, es kommt viel mehr auf einen zu. Ich denke, dass ich damit umgehen kann, aber ich fühle mich wohl in der Rolle, in der ich gerade bin.“ Zumal er von Parlatan, der in der ersten türkischen Liga Co-Trainer war, noch lernen kann. „Er hat viel gesehen, war im Ausland und hat viel Erfahrung gesammelt. Er lässt dieselbe Art Fußball spielen, die ich mag. Das passt sehr gut.“

Sehr gut passte vor allem die Vorrunde der zweiten Mannschaft in der Verbandsliga Mitte. 43 von 51 möglichen Punkten, keine Niederlage, Herbstmeisterschaft. Tahiri trug seinen Teil zum Erfolg mit neun Toren bei, ist damit bester Torschütze. Absolviert der TSV, sagt Tahiri, die ersten zwei, drei Spiele erfolgreich, kann der Weg in die Hessenliga führen – und wäre dann ein interessanter Unterbau für die Regionalliga-Mannschaft. „Ein Spieler von der Ersten hat natürlich mehr Lust, in der Oberliga als in der Gruppenliga zu spielen. Und da müssen die erstmal den Unterschied sehen lassen. Wer das nicht schafft, ist noch nicht bereit für die Regionalliga“, macht Hüsni Tahiri deutlich. Da hat er als Co-Trainer der „Ersten“ einen besonderen Blick drauf.

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