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OFC patzt erneut in der Fremde

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Maik Vetter (links) erzielte zwei Treffer für die Kickers in Röchlingen. Foto: Charlie Rolff
Offenbachs Maik Vetter musste früh in Koblenz vom Platz. © Charlie Rolff

Die Offenbacher Kickers haben in der Regionalliga Südwest auch ihr zweites Auswärtsspiel mit 0:1 verloren. Der Auftaktpleite bei Aufsteiger Worms folgte gestern im Stadion Oberwerth vor der FC-Rot-Weiß-Rekordkulisse von 1280 Zuschauern eine Niederlage in Koblenz. 

Der Treffer des Tages gelang den von Offenbachs Ex-Trainer und Ex-Torwart Oliver Reck trainierten Koblenzern mit dem einzigen wirklich gefährlichen Schuss auf das Tor von David Richter. RW-Keeper Tim Kips schlug den Ball tief in die Offenbacher Hälfte, wo der Aufsetzer OFC-Innenverteidiger Jayson Breitenbach übertölpelte. Thilo Töpken hatte freie Bahn und behielt vor dem Kickers-Kasten die Nerven (51.).

Auch wenn die Mannschaft des neuen OFC-Trainers Alexander Schmidt auch deshalb eine bessere Leistung als in Worms bot, weil Koblenz nicht gar so destruktiv agierte wie die Wormatia: Unterm Strich verfestigt sich der Eindruck, dass den Kickers beim Spiel in die Spitze, insbesondere gegen tief stehende Gegner, wenig bis nichts einfällt. Jedes Kirmesluftgewehr trifft besser als Offenbacher Mittelfeld- oder Flügelspieler mit ihren Flanken einen eigenen Mann. Die unzähligen untauglichen, ungenauen, zu kurzen, zu hohen, zu weiten Versuche folgen dabei geradezu einer mathematischen Unmöglichkeit, denn selbst nach dem Zufallsprinzip in den Sechzehner gebläute Bälle müssten häufiger den Adressaten finden als die mutmaßlich doch in guter Absicht geschlagenen Kugeln.

Regionalliga Südwest: Töpken mit Treffer des Tages für Koblenz

War der OFC in der ersten Halbzeit in seinem vor der Pause extrem linkslastigen Spiel noch zu diversen Halbchancen und einem wirklich gefährlichen Versuch von Törles Knöll gekommen, der mit einem 15-Meter-Schuss aus der Drehung am Torwart scheiterte (45.), so brachten die Kickers nach dem Seitenwechsel keinen einzigen Erfolg versprechenden Torschuss mehr an. Den einzigen wirklich klugen, weil öffnenden Ball in die Spitze hatte Rechtsaußen Christian Derflinger nach 35 Spielminuten auf Knöll gespielt, der im Strafraum jedoch zu Fall, aber nicht zum Abschluss kam.

Offenbach fehlen Impulse in Koblenz

Überhaupt blieb das weitgehend neuformierte Offenbacher Mittelfeld, wie schon in Worms, den Nachweis schuldig, spielintelligent Impulse setzen zu können und eine Verbesserung zu jenen Spielern darzustellen, die in der vergangenen Saison das OFC-Trikot trugen. Nach zwei Niederlagen und der miserablen ersten halben Stunde beim 5:2-Heimsieg über Hoffenheim II wächst die Befürchtung, dass die individuellen Fähigkeiten der vielen Neuzugänge nicht geeignet sein könnten, in einem konstruktiven Sinne den entscheidenden Unterschied auszumachen. Auch die Fähigkeit, mit Willensstärke eine Verbesserung der Lage erzwingen zu können, ist bislang verborgen geblieben.

Einziger Gewinner im Kickers-Dress könnte Shako Onangolo sein. Der rechte Außenbahnspieler kam bereits nach 24 Minuten für den Außenverteidiger Maik Vetter und erwies sich als belebendes Element. Vetter, der gegen Hoffenheim nach 45 Minuten in der Kabine hatte bleiben müssen, hatte kurz zuvor noch eine gute Gelegenheit ausgelassen, als er aus 16 Metern einen freien Ball weit über das Tor geschossen hatte.

FC Rot-Weiß Koblenz: Kips; Adewole, Maroudis, Guthörl (75. Ike), Töpken, Lihsek (72. Limani), Weidenbach, Kouadio, Stark (90.+5 Buckesfeld), Afamefuna, Regäsel.
Kickers Offenbach: Richter; Zieleniecki, Garcia, Vetter (23. Okitasombo), Knöll (74. Hermes), Hosiner, Derflinger, Lemmer (53. Marcos), Wanner (53. Saric), Jopek, Breitenbach.
Schiedsrichter: Fabian Reuter (DJK/FC Ziegelhausen-Peterstal).
Zuschauer: 1280.
Tor: 1:0 Thilo Töpken (51.).

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