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Nur der Spitzenreiter hat weniger Gegentore als die SG Barockstadt

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Von: Johannes Götze

Torhüter Tobias Wolf darf sich freuen: Die SG Barockstadt stellt eine der stärksten Defensiven in der Regionalliga Südwest.
Torhüter Tobias Wolf darf sich freuen: Die SG Barockstadt stellt eine der stärksten Defensiven in der Regionalliga Südwest. © Memento36

Der Garant der fulminanten bisherigen Saison von der SG Barockstadt ist zweifelsohne mit einem Namen verbunden: dem Team. Doch aus diesem ragt die Defensive gar noch heraus. Nur ein Regionalligist kassierte weniger Tore als der Aufsteiger aus Osthessen.

Der erfahrenste in Barockstadts Abwehrverbund ist Keeper Tobias Wolf, für den gestern eine besondere Reise anstand: Vor mehr als 13 Jahren gab er für den KSV Hessen Kassel sein Regionalliga-Debüt und spielte insgesamt zehnmal für die Kassler in der vierten Liga. Dreimal blieb seine Weste dabei weiß. 

Bei der SG Barockstadt stand er in allen bisherigen acht Regionalliga-Spielen im Kasten und kann schon jetzt auf ein Zu-Null-Spiel mehr zurückblicken. Auch gestern war kein Vorbeikommen am 34-Jährigen. Das stand in der Schlussphase auf Messers Schneide, da hielt er gegen Marcel Fischer einen Kopfball sensationell. Linksverteidiger Kevin Hillmann feierte die Parade wie ein eigenes Tor. Am Sieg hätte das Gegentor nichts geändert, doch gerade Hillmanns Reaktion war sinnbildlich: „Unsere größte Stärke ist aktuell, dass wir die 90 Minuten durchziehen, keinen Millimeter zurückweichen und einen riesigen Aufwand betreiben, mehr als die Gegner laufen“, erklärt Wolf, der die vergangene Woche Revue passieren lässt: 3:1-Sieg bei Titelkandidat Homburg, 0:0 gegen Eintracht Trier, 3:0-Sieg in Kassel. Mehr als 250 Minuten ohne Gegentreffer.

Wolf nach Sieben-Punkte-Woche der SG Barockstadt: „Ich bin einfach im Eimer“

Und dies mit einer Mannschaft, in der das Korsett des Teams geregelter Arbeit nachgeht. Ein nicht zu unterschätzender Faktor. Auch Wolf arbeitet Vollzeit, hat zudem Frau und zwei Kinder. „Natürlich sind wir glücklich nach so einer erfolgreichen Woche, aber ich bin jetzt einfach im Eimer. Das zerrt schon sehr und das geht vielen Mitspielern nicht anders. Ich denke, dass wir die Minderheit sind. 80, 90 Prozent der Regionalliga-Spieler sind Profis oder gehen studieren“, schätzt Wolf.

Da trifft sich ein freies Wochenende gut. Das hatten die Spieler mit dem Trainerteam bereits nach dem Sieg in Homburg ausgehandelt. Wolf ist ältester Spieler im Kader und schätzt den Höhenflug realistisch ein: „Das Schöne ist, dass hier niemand gebremst werden muss. Wir sind alle vernünftig, können das realistisch einschätzen und haben mit dem Klassenerhalt ein großes Ziel.“ Ein machbares.

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