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OFC: Hängepartie um Kaminskis Zukunft

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Von: Christian Düncher

Bildergalerie vom Regionalliga-Spiel der SG Barockstadt bei den Kickers Offenbach
Wie geht es weiter mit Alfred Kaminski? Die Kickers Offenbach versprachen eine „übergeordnete Rolle“. © Oliver Müller

Bei Kickers Offenbach wurde LZ-Leiter Alfred Kaminski, der erfolgreich als Interimstrainer der Profis eingesprungen war, eine „übergeordnete“ Rolle zugesagt. Konkrete Gespräche gab es aber noch nicht. Das Land fördert derweil den Ausbau des Leistungszentrums.

Offenbach – Seinen Wert für die Offenbacher Kickers hat Alfred Kaminski schon mehrfach unter Beweis gestellt. Er brachte Kontinuität ins Leistungszentrum, das unter seiner Leitung zahlreiche Erfolge aufzuweisen hat. Als Interimstrainer trug der 58-Jährige außerdem zwischenzeitlich seinen Teil dazu bei, das Profi-Team in der Regionalliga Südwest zu stabilisieren. Seine Bilanz: Sieben Punkte aus den drei Spielen gegen Hessen Kassel (1:0), die SG Barockstadt Fulda-Lehnerz (1:1) und Astoria Walldorf (3:0).

OFC: Würde Alfred Kaminski die Position von Matthias Georg schwächen?

Wie es mit Kaminski weitergeht, ist aber immer noch unklar, wie op-online.de berichtet. Bei der Vorstellung des neuen Cheftrainers Ersan Parlatan am 12. Oktober hatten die Kickers in einer Pressemitteilung verlauten lassen, dass man mit Kaminski „nach dessen Urlaub Gespräche über eine übergeordnete Einbindung in die Arbeit beim OFC führen“ werde. Aus dem Urlaub ist Kaminski inzwischen schon eine Weile zurück. Konkrete Gespräche sollen allerdings erst in den kommenden Tagen stattfinden. „Wenn es etwas zu vermelden gibt, werden wir es machen“, sagte Kaminski. Peter Roth, Vizepräsident des OFC, betonte derweil: „Alfred Kaminski geht im Moment ganz normal seiner Arbeit im Leistungszentrum nach.“

Beide Seiten sind spürbar bemüht, das Thema klein zu halten. Die Sache hat allerdings durchaus eine gewisse Brisanz. Sollte Kaminski, wie angekündigt, eine „übergeordnete“ Rolle erhalten, zum Beispiel als eine Art sportlicher Berater, würde dadurch zwangsläufig die Position von Matthias Georg geschwächt werden. Der 35-Jährige, der vor der Saison vom Ligarivalen TSV Steinbach Haiger zu den Kickers kam, ist bislang als Geschäftsführer sowohl für den kaufmännischen als auch für den sportlichen Bereich zuständig. Bei Letzterem hätte dann Kaminski zumindest ein Mitspracherecht. Bereits während seines ersten Engagements beim OFC (Januar 2014 bis Juni 2015) sollte er Sportdirektor werden. Das scheiterte aber am Widerstand der GmbH, in der seinerzeit Insolvenzverwalter Dr. Andreas Kleinschmidt sowie Geschäftsführer David Fischer das Sagen hatten. Kaminski musste sich mit der Rolle des Technischen Direktors begnügen, hatte als solcher Sitz und Stimmrecht im Vereinspräsidium. Seinen bis 2017 gültigen Vertrag löste er letztlich auf, um zu den Stuttgarter Kickers zu wechseln.

Leistungszentrum in Offenbach wird ausgebaut

Droht den Kickers im Fall der Fälle erneut ein solches Szenario? Kaminski geht in der Rolle als Leiter des Leistungszentrums auf, gilt aber als ambitioniert und scheint am Ausflug in den Profibereich Gefallen gefunden zu haben. Er agiert zudem aus einer starken Position heraus, die durch eine Nachricht aus Wiesbaden weiter gefestigt wurde. Das Hessische Innenministerium wird dem OFC demnach einen Förderbescheid für den Bau eines Sport- und Bürogebäudes im Sana-Sportpark fürs Leistungszentrum übergeben. In Verlängerung des bereits bestehenden Gebäudes soll ein weiteres entstehen. Kaminski bestätigte auf Anfrage, dass eine Baugenehmigung schon vorliege. 520 zusätzliche Quadratmeter sollen für eine „deutliche Verbesserung der Infrastruktur und der Arbeitsbedingungen“ sorgen, so der LZ-Leiter.

Einen Teil der Kosten muss der OFC freilich selbst finanzieren. Es gibt aber laut Kaminski weitere Förderer. Auch die Stadt habe den gesamten Prozess begleitet und unterstützt. Entstehen sollen Räume für Kraft- und Athletik, aber auch für Besprechungen und Schulungen. Der Bau soll „zeitnah“ beginnen, betonte Kaminski. „Seit Beginn meines Engagements beim OFC war das ein Thema. Zumal uns DFB und DFL in den Gesprächen zu verstehen gegeben haben, dass wir nachbessern müssen. Es war sehr umfangreich. Wenn das Gebäude steht, ist das wirklich ein Meilenstein.“

> Das Hessenpokal-Viertelfinalspiel des OFC bei Ligarivale SG Barockstadt Fulda-Lehnerz findet am 25. Februar 2023 (14 Uhr) statt.

Von Christian Düncher

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