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OFC vor Barockstadt-Spiel: Mit Kampf zum ersten Auswärtssieg

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Von: Sascha Behnsen

Fussball Regionalliga Suedwest, Offenbacher Kickers - 1.FSV Mainz 05 U23 David Richter
David Richter war bester Akteur von Kickers Offenbach in Kassel. © Oliver Müller

Nach Niederlagen in Worms und Koblenz und Unentschieden in Freiberg und Balingen durfte sich die Mannschaft von Kickers Offenbach erstmals auch in der Fremde in der Regionalliga Südwest von den Fans feiern lassen. „Auswärtssieg! Auswärtssieg!“ schallte den schwer erleichterten Spielern aus dem gut gefüllten Kickersblock im Aue­stadion entgegen.

„Das war extrem wichtig. Es war nicht das schönste Spiel, aber das musste es auch nicht sein. Drei Punkte, Derbysieg, das ist es, worum es geht“, sagte Kickers Offenbachs Außenverteidiger Ronny Marcos nach seinem 100. Spiel im Kickersdress. Den Siegtreffer erzielte Mittelfeldspieler Christian Derflinger mit seinem dritten Saisontor in der Regionalliga Südwest in einer Phase, da Hessen Kassel nach einem schwachen Start in die zweite Halbzeit aufgekommen war. Rechtsaußen Jakob Lemmer hatte auf den eingewechselten Lucas Hermes geflankt, dessen Querpass ein Kasseler schließlich ungelenk vor die Füße Derflingers bugsierte: „Den habe ich dann abgestaubt. In der Entstehung war das glücklich, weil das Tor nicht herausgespielt war.“

Regionalliga Südwest: Kickers Offenbach hat „den Kampf angenommen“

Alfred Kaminski hatte wohlwollend registriert, „dass wir nach der Pause spielerische Ansätze haben aufblitzen lassen“, doch darauf war es dem (Interims-)Coach der Kickers nicht angekommen: „Ich bin zufrieden, weil die Mannschaft den Kampf angenommen hat.“ Kaminski war nach sieben Versuchen seines Vorgängers, den Posten des rechten Außenverteidigers zu besetzen, auf die verwegene Idee gekommen, in Eigengewächs Vincent Giesel dort einen gelernten rechten Außenverteidiger einzusetzen. Das Fehlen des gelbgesperrten Björn Jopek im zentralen Mittelfeld kompensierte Kaminski mit einer überraschenden Doppel-Sechs-Besetzung, mit dem in dieser Saison glücklosen Allrounder Maik Vetter nach Verletzungspause und dem bislang wenig berücksichtigten Julian Albrecht. Die Spitze in einem 4-2-3-1 bildete Philipp Hosiner. Der ehemalige Torschützenkönig der ersten österreichischen Liga gefiel einmal mehr vor allem mit Einsatzfreude in und am eigenen Strafraum.

Regionalliga Südwest: Kickers Offenbach noch immer ohne Verbesserung im Abwehrverhalten

Das Spiel war in weiten Teilen ein einziges Gewürge, litt unter zahllosen Unterbrechungen, Ungenauigkeiten und war geprägt von Zweikämpfen. Auch der Sechs-Tore-Sturm des Schlusslichts, der schwächste der Liga, brachte vor allem in der ersten Halbzeit die immer noch wacklige Kickersdeckung schwer in die Bredouille. Das 0:0 zur Pause war glücklich für den OFC, der seinerseits in den ersten 45 Minuten keinerlei Gefahr heraufbeschwor, sich nach dem Seitenwechsel aber steigerte. Überhaupt war im Spiel der Offenbacher über eine gute kämpferische Einstellung hinaus keine nennenswerte Verbesserung erkennbar: Auch in Kassel wurden Flanken schlecht verteidigt oder geschlagen und ließ das Spiel in die Spitze ebenso große Wünsche offen wie die Abstimmung im Abwehrverhalten. Bester Offenbacher war zwangsläufig Torhüter David Richter.

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