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Parlatans Traumdebüt beim OFC unter falscher Flagge

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Von: Sascha Behnsen

Lucas Hermes Kickers Offenbach
Lucas Hermes erzielte das 2:0 für die Offenbacher Kickers beim Sieg beim VfB Stuttgart II in der Regionalliga Südwest. © Medien Service Mueller I Patrick Scheiber

Ersan Parlatan, Offenbachs vierter Trainer in sechs Monaten, ist der Einstand geglückt: Der Nachfolger von Interimscoach Alfred Kaminski gelang mit den Offenbacher Kickers in der Regionalliga Südwest ein hochverdienter 2:0 (0:0)-Erfolg bei der U21 des Bundesligisten VfB Stuttgart.

Der Neue bewies ein glückliches Händchen bei den Offenbacher Kickers. An beiden Treffern waren Spieler beteiligt, die Parlatan eingewechselt hatte. Die Flanke zum 0:1 von Jakob Lemmer, der mit langem Bein am langen Pfosten traf (62.), schlug der gerade erst für Dominik Wanner gekommene Rafael Garcia. Das 0:2 gelang Lukas Hermes, der Lemmer in der Startelf noch Platz machen musste, dann aber in der zweiten Hälfte zum auffälligsten Offenbacher Angreifer avancierte. Erst scheiterte Hermes mit der bis dahin besten Kickers-Chance aus kurzer Distanz am VfB-Keeper (55.), ehe er sich sechs Minuten nach dem Führungstreffer gegen zwei Stuttgarter durchsetzte, den Torwart umkurvte und den Ball ins Tor schob (68.).

Offenbacher Kickers siegen in der Regionalliga Südwest mit Mannschaftsbus vom SV Wehen Wiesbaden

Errungen wurde der Auswärtssieg unter falscher Flagge. Das vom OFC beauftragte Unternehmen konnte einen Defekt am Kickers-Bus nicht beheben, sah sich nicht in der Lage, neutralen Ersatz zu beschaffen und musste den Offenbachern den Bus des SV Wehen Wiesbaden zur Verfügung stellen.

Parlatan hatte neben dem Lemmer-Hermes-Tausch eine weitere Änderung in der Startformation vorgenommen. Für Maik Vetter (Zehenbruch) spielte Julian Albrecht im defensiven Mittelfeld an der Seite von Björn Jopek. Der OFC störte früh, lief viel, kam zu kleineren Torchancen und erlebte einen Bruch im Spiel, als Spielführer Sebastian Zieleniecki verletzt ausschied (27.). Vincent Moreno Giesel kam, übernahm Jayson Breitenbachs Posten als rechter Außenverteidiger, während Breitenbach nach innen rückte. Trotz der umformierten Abwehr, in der auch Neuzugang Maximilian Albrecht als rechter Innenverteidiger mit den Nebenleuten noch nicht eingespielt ist, musste der OFC lediglich eine brenzlige Situation nach einem Eckball überstehen (40.).

Offenbacher Kickers zu jeder Zeit Herr im Haus

Warum der VfB als fünftbeste und bis gestern auf eigenem Platz unbesiegte Heimelf ins Spiel ging, blieb gegen einen konsequent und seriös verteidigenden OFC verborgen. Ihre besten Kräfte hatten die Kickers in Breitenbach und Jopek denn auch im Defensivbereich.

Auch wenn der OFC eine Stunde lang die bekannten Defizite im Angriffsspiel offenbarte, dürfte der unterm Strich souveräne Auftritt die Hoffnung nähren, am Freitag im Heimspiel gegen Tabellenführer Ulm den Rückstand auf die Tabellenspitze auf sechs Zähler verringern zu können.

VfB Stuttgart II: Hornung; Hoppe, Weik, Laupheimer, Kastanaras, Kapp, Kuol, Boziaris, Drakas, Nothnagel, Aidonis.
Kickers Offenbach: Richter; Marcos, Rossmann, Zieleniecki (27 Moreno Giesel), Breitenbach – Albrecht (60. Saric), Jopek – Wanner (60. Garcia), Derflinger, Lemmer (71. Bozic) – Hosiner (46. Hermes).
Schiedsrichter: Marc Heiker (TSV Kürnbach).
Zuschauer: 550.
Tore: 0:1 Jakob Lemmer (62.), 0:2 Lucas Hermes (68.).

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