Für den Regionalliga-Aufstieg braucht Eintracht Stadtallendorf um Trainer Dragan Sicaja nun ein Wunder.
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Für den Regionalliga-Aufstieg braucht Eintracht Stadtallendorf um Trainer Dragan Sicaja nun ein Wunder.

Kickers eine Klasse besser

Regionalliga-Aufstieg? Jetzt braucht Eintracht Stadtallendorf ein Wunder

Wer wird der 18. Teilnehmer der Regionalliga-Südwest-Saison 2022/23? Der TSV Eintracht Stadtallendorf wohl nicht. Der Hessenliga-Vizemeister musste sich im ersten Spiel der Aufstiegsrunde klar mit 0:3 (0:2) den Stuttgarter Kickers geschlagen geben.

Drei Punkte aus den letzten beiden Saisonspielen hatte die Mannschaft von Dragan Sicaja für die Rückkehr in die Regionalliga gebraucht. Beim späten 2:2 gegen Eddersheim und dem 1:2 in Dreieich spielten die Nerven aber nicht mit, so dass die SG Barockstadt noch ihre erste Hessenliga-Meisterschaft bejubeln durfte.

Mit den Nerven hatte die klare Pleite in Stuttgart aber wenig zu tun – vielmehr war ein klarer Qualitätsunterschied zum Zweiten der Oberliga Baden-Württemberg erkennbar. Ob Mittelstürmer Kevin Dicklhuber, der die Bälle klasse festmachte, kaum zu bremsen war und als Torschütze und Vorbereiter glänzte. Oder Konrad Riehle, der nicht nur bei seinem Tor mit seiner Schnelligkeit auffiel. Nicht zu vergessen Ex-Offenbacher Luigi Campagna, dem als Aggressive Leader das Mittelfeld gehörte. Solche Spieler hatte Stadtallendorf nicht in seinen Reihen.

Eintracht Stadtallendorf: Pizza gegen den Frust

„Das war letztlich viel zu wenig“, musste TSV-Kapitän Christopher Schadeberg konstatieren, während Dragan Sicaja ergänzte: „Der Gegner war eine Klasse besser.“ Der Trainer zeigte sich früh nach Schlusspfiff schon wieder tiefenentspannt. Weil er wusste, dass die Unterschiede einfach zu groß waren. „90 Prozent der Zweikämpfe gingen an den Gegner. Leider waren wir durch das Saisonfinale nicht in der besten Verfassung, nicht hundertprozentig bereit.“

Aufgrund der Ausgangsposition in der Dreierrunde braucht Stadtallendorf nun ein Wunder, um doch noch in die Regionalliga aufzusteigen. Am Samstag benötigt der TSV gegen Eintracht Trier – der Zweite der Oberliga Rheinland-Pfalz/Saar hat aber erneut Einspruch eingelegt und hofft, noch am grünen Tisch an Wormatia Worms vorbeiziehen zu können – einen Sieg mit mindestens drei Toren Differenz. Genauso hoch müsste Trier dann am kommenden Dienstag gegen die Kickers gewinnen.

„Hier habe ich Profis gesehen, die gegen reine Amateure gespielt haben“, sagte Sicaja, der gegen Trier nun einen anderen Gegner erwartet und versprach: „Als Sportler sind wir es allen Beteiligten schuldig, alles zu geben. Mein Vater wohnt zwei Kilometer von hier, ich gönne Stuttgart den Aufstieg mehr.“ Noch am Abend trat der TSV die rund viereinhalbstündige Heimfahrt an, aber zumindest mit gestärktem Magen. Schon kurz nach Schlusspfiff wurden die ersten Pizzakartons in die Kabine getragen. Das Erlebnis vor 5230 Zuschauern wird jedenfalls in Erinnerung bleiben. „Für solche Spiele spielt man Fußball“, betonte Schadeberg.

Stuttgarter Kickers selbstbewusst: „Lassen wir uns nicht mehr nehmen“

Deutlich besser war die Stimmung natürlich bei den Stuttgarter Kickers, die nach dem dramatischen Saisonfinale – die Kickers hatten schon die Meisterschaft bejubelt, ehe bekannt wurde, dass Freiberg mit der letzten Aktion noch den Siegtreffer erzielt hatte – eine klasse Reaktion gezeigt haben. „Das ist nicht selbstverständlich. Die Art und Weise unseres Auftritts macht mich stolz“, unterstrich Trainer Mustafa Ünal.

Auf und neben dem Platz zeigte sich der Traditionsverein, der vor 30 Jahren noch in der Bundesliga spielte, mehr als Regionalliga-würdig. Wie groß das Selbstvertrauen der Kickers war, wurde im Kabinentrakt deutlich. „Das lassen wir uns nicht mehr nehmen“, sagte Markus Obernosterer, während Luigi Campagna mit Blick auf das Auswärtsspiel in Trier am Dienstag sagte. „Wenn wir mit dem gleichen Engagement und der gleichen Gier wie heute auftreten, kann uns nichts passieren.“

Spielbericht zu Stuttgarter Kickers – Eintracht Stadtallendorf

Hier geht es zum ausführlichen Spielbericht.

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