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Bayreuth, Offenbach, Meuselwitz, Fulda

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Von: Tobias Konrad

Jannis Maul Barockstadt Meuselwitz
Das Jersey des ZFC Meuselwitz für einige Tage und das Trikot von Dynamo Dresden für drei Jahre trug Jannis Maul. © Ralph Kraus, SG Dynamo Dresden/Dennis Hetzschold

Jannis Maul ist wieder da. Nach drei Jahren kehrt der 18-Jährige zurück nach Osthessen. Beim Regionalligisten SG Barockstadt Fulda-Lehnerz gehört er fortan zum Kreis der Torhüter – jedoch erst im zweiten Anlauf.

Vom JFV Viktoria Fulda wagte der gebürtige Schlotzauer 2019 den Sprung nach Sachsen. Der Nachwuchs von Dynamo Dresden wollte ihn, in der U17 war er umgehend Stammtorhüter in der Bundesliga. Sein Weg verlief positiv, aufgrund von Verletzungssorgen bei den Profis durfte Maul zum Ende der Saison 2020/2021 gar zum Seniorenteam stoßen und darf sich daher als Drittligameister betiteln lassen. Es sollte nicht sein einziger Titel bleiben. Vor wenigen Wochen, zum Ende seiner Vertragslaufzeit, gewann er mit der U19 den Sachsenpokal. Dort war der 18-Jährige als Keeper gesetzt, nacheinander wurden namenhafte Teams wie Lok Leipzig, RB Leipzig, der Chemnitzer FC und im Finale Erzgebirge Aue bezwungen. Als Torhüter hatte er seinen Anteil am Triumph, im altehrwürdigen Bruno-Plache-Stadion hielt Maul beispielsweise den Sieg in der Schlussminute gegen Lok fest.

Es war quasi der perfekte Abschluss. Zwar durfte er zum Trainingsauftakt noch zwei Wochen bei den Profis mitwirken, ehe ihn Signale erreichten, dass andere Erfahrungen ihm gut tun würden. Was dem Youngster in seiner dritten Saison bei Dynamo nämlich fehlte, war Spielzeit. Ein Mittelfußbruch in der Sommervorbereitung sorgte für eine halbjährige Zwangspause, den Platz im Tor der U19 musste er in der Liga räumen. Deshalb formuliert Maul klar, was er fortan bei der Barockstadt erreichen möchte. „Ich will Spielpraxis sammeln. Das steht ganz oben. Natürlich bestenfalls in der Regionalliga. Und zudem möchte ich im Herrenbereich Fuß fassen. Das würde zu einer Weiterentwicklung führen. Nach wenigen Einheiten kann ich schon abschätzen, dass das Torwarttraining mit Tobias Wolf (Torhüter der Regionalligaelf, Anm. d. Red.) und Torwarttrainer Witold Sabela mich voranbringt“, sagt Maul.

SG Barockstadt: Überbesetzung an Torhütern?

Sein Vertrag läuft ein Jahr, die Torhütersituation bei den Fulda-Lehnerzern ist durch Maul quantitativ fast schon überbesetzt. Neben Wolf zählt Samuel Zapico zum Torhüterteam, in der U23 agieren Johannes Kreis und Marcel Meinecke. Kein einfaches Unterfangen bei nur zwei freien Plätzen pro Woche, wobei Wolf in der Regionalliga gesetzt sein sollte. Davon lässt sich Maul jedoch nicht abschrecken, sagt vielmehr, dass er stets lernen möchte, mit enormen Ehrgeiz an die Aufgaben geht und in der Regionalliga angreifen möchte. „Es macht außerdem viel Spaß im Mannschaftstraining. Es ist zu spüren, dass die Euphorie nach dem Aufstieg vorhanden ist. Die Jungs sind super, alle sind hilfsbereit und erfahrene Spieler wie Dominik Rummel und Leon Pomnitz sind mit den jungen Spielern in Kontakt. Die Atmosphäre ist sehr gut. Es warten in der neuen Liga hohe Hürden, aber mit dem nötigen Willen bei jedem Einzelnen traue ich der Mannschaft zu, das Ziel Klassenerhalt zu erreichen.“

In den zurückliegenden Wochen kam der 18-Jährige in einige Ecken des Landes. Nach dem Abschied aus Dresden wurde er bei Drittligist SpVgg. Bayreuth sowie den Regionalligisten Kickers Offenbach, SG Barockstadt und ZFC Meuselwitz vorstellig. Ein Probetraining hier, ein Probespiel da. Mit Meuselwitz agierte er – nach dem Probetraining in Fulda – gar im Testspiel gegen die Barockstadt. Nun bleibt Maul bei seiner zweiten Ankunft in Fulda. Die Vorteile? Er kann sich neben dem Fußball voll auf das Fach-Abitur konzentrieren und sich in heimischen Gefilden mit Familie und Freundin aufhalten.

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