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SG Barockstadt und TSG Balingen sind die Überraschungsteams

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Von: Ralph Kraus

Jubel SG Barockstadt
Die SG Barockstadt überzeugte mit einer Serie von zwischenzeitlich zehn Spielen in Folge ohne Niederlage. © Memento36

Nach 20 Jahren hat sich Osthessen in der Regionalliga Südwest zurückgemeldet. Und wie: Die SG Barockstadt überzeugte im ersten Halbjahr auch die größten Kritiker. Es herrscht wieder ein Hauch von „großem Fußball“ über Fulda.

Die Lage

Die Musik ganz vorne bestimmte bislang der SSV Ulm. Die „Spatzen“ stiegen 2000 erst aus der Bundesliga und ein Jahr später aus der Zweiten Liga ab und stürzten zwischenzeitlich sogar in die Oberliga ab. Jetzt ist Ulm mit nur einer Niederlage (1:3 bei Kickers Offenbach) aus 20 Spielen souveräner Tabellenführer. Die Mitfavoriten aus Homburg, Steinbach Haiger und Offenbach tun sich schwer, Schritt zu halten.

Am anderen Ende der Tabelle wird spekuliert und auf die nächst höhere Spielklassen geschaut. Da aus der Dritten Liga mit hoher Wahrscheinlichkeit kein Verein aus dem Beritt des Südwestens (Waldhof Mannheim, SC Freiburg II, SV Wehen Wiesbaden, 1. FC Saarbrücken, SV Elversberg) absteigen wird (Waldhof Mannheim steht als Achter am schlechtesten da), wird es am Ende wohl nur drei statt der möglichen Maximalzahl von fünf Absteigern geben.

Top

Mitten unter die ganz großen Namen an der Tabellenspitze hat sich die TSG Balingen gemischt. Das Team aus dem Zollernalbkreis ist die Überraschung der ersten Saisonhälfte. Ins Auge fallen die wenigen Gegentore (nur Ulm kassierte weniger) und die Tatsache, dass die Balinger auch in brenzligen Situationen immer spielerische Lösungen gefunden und so die engen Spiele für sich entschieden haben.

Flop

Der Flop des bisherigen Saisonverlaufs war zweifelsfrei der Insolvenzantrag des VfR Aalen Ende Oktober, der den Abzug von neun Punkten für die Elf von Tobias Cramer zur Folge hatte. Schon 2017 hatten die Aalener einen Insolvenzantrag gestellt. Grund sei diesmal neben der Coronazeit die stark gesunkene Zuschauerzahl beim ehemaligen Zweitligisten. Das Kuriose: 2017 schaffte der VfR trotz des Punktabzugs den Klassenerhalt und auch diesmal befindet sich der Verein in einer machbaren Position. Kein Wunder, dass die Konkurrenz hier von einem unfairen Wettbewerb spricht.

In Erinnerung bleibt

Aus Sicht der SG Barockstadt bleiben etliche Spiele haften: Der sensationelle Auftaktsieg gegen Steinbach Haiger etwa (1:0), das packende Spiel samt Überraschungssieg an einem Freitag unter Flutlicht beim FC Homburg (3:1) oder aber die klaren Heimsiege gegen Bahlingen (4:1) und Aalen (5:0). Ins Gedächtnis eingeprägt hat sich auch das Fußballfest vor 6500 Zuschauern auf dem Bieberer Berg in Offenbach (1:1).

Zahlenspiel

Den bislang höchsten Sieg der Saison landete der FC Homburg, als er am 14. August den FSV Frankfurt mit 7:0 aus dem Waldstadion schoss. Auswärts gelang dem TSV Steinbach Haiger der höchste Erfolg. Beim 6:0 bei Astoria Walldorf machten die Mittelhessen das halbe Dutzend voll. Die torreichste Partie lieferten sich Hoffenheim II und Walldorf beim 5:4.

Ausblick

Als Osthesse muss man kein Prophet sein: Es wird schwer für die Barockstadt-Mannschaft, diese starke Hinrunde noch einmal zu wiederholen. Legen die Spieler weiterhin so viel Herz und Leidenschaft an den Tag, ist eine ähnliche Erfolgsserie möglich. Zumal die Vorfreude beim Team, dem Umfeld und den Fans groß sein dürfte, schließlich stehen die großen Highlights vor heimischer Kulisse erst noch bevor: Kickers Offenbach ist noch zweimal (Punktspiel plus Hessenpokal-Viertelfinale) in der Johannisau zu Gast und auch das Derby gegen Hessen Kassel verspricht ein volles Haus.

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