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„Profitum für Regionalliga-Spitze unabdingbar“

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Von: Tino Weingarten

Jannes Wulff Steinbach Haiger Wechsel Osnabrück
Ein Grund für die vielen Umbrüche bei Regionalligisten und dem TSV Steinbach Haiger: Jannes Wulff (links, gegen Barockstadts Tobias Göbel) bekam ein Angebot vom VfL Osnabrück, der TSV konnte da nicht mithalten. © Charlie Rolff

Sechs Aufstiege in sieben Jahren, seit Jahren in der Spitzengruppe der Regionalliga Südwest und Umstellung auf Profifußball. Wir haben den ersten Gegner der SG Barockstadt, den TSV Steinbach Haiger, mal unter die Lupe genommen.

Binnen kürzester Zeit legte der TSV Steinbach Haiger einen rasanten Aufstieg hin. 2008 noch kickte der Verein in der B-Liga, sieben Jahre später trat er erstmals in der Regionalliga an. 2007 stieg das regionale Unternehmen von Roland Kring, ehemaliger Spieler und heutiger Vorsitzender des TSV, als Sponsor ein, sechs Aufstiege folgten. Die Regionalliga soll nicht das Ende der Steinbacher Erfolgsgeschichte bleiben, ein Muss sehen die Verantwortlichen in diesem Thema aber nicht. „Unser Anspruch ist es, vorne dabei zu sein. Das gibt der Kader auch her. Wir haben aber keinen Druck, aufsteigen zu müssen. Den legen sich Trainer und Spieler eher selber auf“, sagt Geschäftsführer Arne Wohlfahrt.

TSV Steinbach Haiger: Umbruch dem System Regionalliga geschuldet

Bereits in den letzten Jahren spielte der TSV in der Spitzengruppe der Liga mit, allerdings schlichen sich immer wieder Schwächephasen ein, durch die der Aufstieg in die 3. Liga frühzeitig abgehakt werden musste. „Es sind Kleinigkeiten, auf die man zum Teil Einfluss hat, zum Teil aber auch nicht. Uns haben immer fünf bis zehn Prozent gefehlt, die dann schwierig aufzuholen sind. Wenn man aufsteigen will, muss man in einen Lauf kommen und mal schlechte Spiele mit 1:0 gewinnen“, betont der Geschäftsführer des TSV.

Die Verantwortlichen des Vereins haben erneut einen Umbruch hinter sich. 14 Spieler kamen neu hinzu, elf verließen den Haarwasen. „Im April hätten wir nicht gedacht, dass der Umbruch so groß wird. Das hat sich im Laufe der Wochen so ergeben“, sagt Wohlfahrt, der sich in Sachen Kaderzusammenstellung nach Konstanz sehnt, allerdings zu Bedenken gibt: „Dass viele Spieler kommen und gehen, ist kein Phänomen von Steinbach Haiger, sondern dem System der Regionalliga geschuldet. Das ist wie ein Durchlauferhitzer. Viele Spieler drängen nach oben und wechseln nach einer guten Saison. Andere enttäuschen, da wird der Vertrag nicht verlängert.“ Jüngstes Beispiel des TSV ist Jannes Wulff, der zum VfL Osnabrück ging.

Seit Winter 2015 – mit der Verpflichtung von Ex-Profi Thomas Brdaric als Trainer – setzt der Verein auf Profitum. Weil es auf Dauer in der Regionalliga nicht anders möglich sei. „Wenn man oben mitspielen und vielleicht mal aufsteigen will, ist das unabdingbar. Sonst hätten es andere Vereine längst geschafft“, sagt Wohlfahrt, der sich auf den Auftakt bei der SG Barockstadt freut, darin allerdings auch einen unangenehmen Gegner sieht: „Die Art und Weise, wie sie aufgestiegen sind, hat die Mannschaft zusammengeschweißt.“

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