Thomas Brendel (rechts), Sportlicher Leiter des FSV, verteidigte das Vorgehen beider Mannschaften.
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Thomas Brendel (rechts), Sportlicher Leiter des FSV, verteidigte das Vorgehen beider Mannschaften.

Nichtangriffspakt hilft beiden

Vorwurf der Schieberei: FSV und Elversberg sorgen für Eklat

In der Regionalliga Südwest sind alle Entscheidungen gefallen. Die SV Elversberg steigt auf, der FSV Frankfurt bleibt drin. Das 1:1 der beiden Mannschaften dürfte allerdings als Skandalspiel in Erinnerung bleiben.

Beiden Mannschaften half dieses Unentschieden. Da der SSV Ulm bei Sonnenhof Großaspach verlor, ist Elversberg kommende Saison in der 3. Liga vertreten. Dem FSV reichte der eine Punkt, um vor dem letzten Spieltag ohne Sorgen gegen die Kickers Offenbach anzutreten, denn Großaspach müsste einen Rückstand von 14 Toren aufholen. Dieser Zwischenstand drang bis zu den Spielern - und mittlerweile ist von Schieberei die Rede.

Erinnerungen an „Schande von Gijon“ werden wach

Denn in den letzten Minuten spielte sich Elversberg den Ball nur noch in den eigenen Reihen zu. Ganze sieben Minuten bis zum Abpfiff ließen sie den Ball zirkulieren. Ohne Anstalten, noch einmal die Offensive in Szene zu setzen. Der FSV schaute dem Treiben zu und griff den Elversberger Ballführenden nicht an. Schnell wurden Erinnerungen an die „Schande von Gijon“ wach, als Deutschland bei der WM 1982 mit 1:0 gegen Österreich gewann, wodurch beide Mannschaften in die nächste Runde einzogen. Die Bundesrepublik spielte das Spiel ohne ernsthafte Angriffsbemühungen zu Ende.

Ähnliches passierte nun am Bornheimer Hang. Zum Leidwesen von Ulm und Großaspach, denn bei einem Erfolg des FSV oder Elversberg hätte eine der Mannschaften noch Chancen gehabt, am letzten Spieltag aufzusteigen beziehungsweise den Klassenerhalt zu feiern. Laut des Twitter-Posts des FSV Frankfurt wurde die Aktion beider Mannschaften wohlwollend aufgenommen. Die Zuschauer reagierten mit Applaus - wohl unwissend, gerade Zeuge eines Eklats zu sein.

Thomas Brendel, Sportlicher Leiter des FSV, verteidigte das Vorgehen beider Mannschaften am Sonntag gegenüber der F.A.Z.: „Ich denke, das ist verständlich. Zwei andere Mannschaften hätten es genauso gemacht. Da wäre sich jeder selbst am nächsten gewesen.“ Ob abgesprochen oder nicht: Das 1:1 der beiden Mannschaften hinterlässt einen bitteren Beigeschmack.

Kickers Offenbach können noch Vize-Meister werden

Der TSV Steinbach Haiger (2:1 gegen Rot-Weiß Koblenz) und die Kickers Offenbach (4:2 gegen Stuttgart II) gewannen ihre Spiele, der OFC hat sich damit den dritten Platz in der Endabrechnung gesichert und könnte, sollte Ulm am letzten Spieltag gegen die VfB-Reserve nicht gewinnen, sogar noch Vizemeister werden. Hessen Kassel spielte 0:0 gegen Aalen, Absteiger FC Gießen verlor 1:2 gegen Hoffenheim II.

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