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Die hohe Kunst des ruhenden Balls

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Von: Tobias Konrad

Leon Pomnitz und die SG Barockstadt Fulda-Lehnerz spielen freitagabends am Bieberer Berg bei Kickers Offenbach.
Ein Mann für den ruhenden Ball: Leon Pomnitz steuerte per Standard ein Tor und eine Vorlage zum Barockstadt-Sieg bei. © Charlie Rolff

Freistöße, Ecken, Elfmeter. Wurde Standards in früheren Zeiten meist nur eine untergeordnete Rolle im Trainingsbetrieb zugeteilt, hat sich das in den zurückliegenden Jahren gewandelt. Welches Mittel der ruhende Ball ist, wird am Beispiel der SG Barockstadt deutlich.

Was, wenn aus dem Spiel heraus nichts passiert? Wenn beide Teams diszipliniert agieren und keine Fehler auftreten? Die Aussicht auf einen Torerfolg ist gering. Umso höher die Spielklasse, desto höher die Qualität der Akteure. Gelingt der Lucky Punch aus dem Spiel heraus nicht, muss also ein Eckball oder Freistoß her. Was es dafür braucht: Spieler mit einem guten Fuß.

SG Barockstadt: Leon Pomnitz ein Mann für die Standards

Diesen hat die Barockstadt unter anderem in Form von Leon Pomnitz. Scharf vors Tor und bestenfalls auf einen Kopf der großgewachsenen Mitspieler wie Aaron Frey, Marius Grösch und Patrick Schaaf soll er zielen. Oder, wie beim 4:1 gegen Bahlingen, auch mal selbst direkt verwandeln. Dass Standards Spiele der SGB entscheiden können, zeigt sich schon nach den ersten fünf Spielen in der Regionalliga. Marius Grösch traf zum siegbringenden 1:0 gegen den TSV Steinbach Haiger vom Elfmeterpunkt. Von den bisherigen sechs Saisontreffern erfolgten deren fünf per ruhendem Ball.

„Wir wissen, dass Leon einen guten linken Fuß hat und versuchen diesen möglichst gut zu nutzen“, sagt Schaaf. Dass dies so gut gelinge, kommt nicht von ungefähr. Das Abschlusstraining am Freitag im Stadion ist geprägt von Ecken und Freistößen, wie Trainer Sedat Gören verlauten lässt. „Dabei gelingt nicht immer alles. Wichtig ist, dass die Jungs Entschlossenheit in diesen Situationen zeigen, voll reinlaufen und komplett durchziehen“, erläutert Gören.

Nervenaufreibend sind zudem die Situationen vom Elfmeterpunkt für Torhüter und Schützen. Grösch, schon mit drei Elfmetertoren, hat seine Nerven bislang bestens im Griff. Sein Erfolgsrezept? „Ich versuche, irgendwelchen Spielchen aus dem Weg zu gehen. Die Torhüter wollen den Blickkontakt, ich umgehe diesen und versuche mit viel Selbstvertrauen zu schießen“, sagt Grösch, der in Abwesenheit von Tolga Duran für den Schuss aus elf Metern zuständig ist. Den Ex-Jenaer stimmt neben den Standardtoren vor allem froh, „dass wir jetzt auch aus dem Spiel heraus getroffen haben“. Die SGB kann also beruhigt und mit breiter Brust in die kommende englische Woche gehen.

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