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VfR Aalen in der Insolvenz: „War für uns überraschend“

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Von: Tino Weingarten

Fahnen VfR Aalen Symbolbild
Unter anderem leere Ränge machen dem VfR Aalen zu Schaffen. © Ralph Kraus

Corona-Pandemie, die Folgen des Ukrainekriegs mit gestiegenen Energiepreisen und hoher Inflation, fehlende Sponsoren und Altlasten macht der VfR Aalen als Ursachen für die Insolvenz aus.

Der VfR spielte noch 2015 in der 2. Bundesliga. Der 1. FC Kaiserslautern war Gegner, Union Berlin und RB Leipzig ebenso. Sieben Jahre später steht der Verein am Abgrund, die Existenz steht auf dem Spiel. Ende Oktober stellte der VfR einen Insolvenzantrag. Den Spielbetrieb will der VfR bis Saisonende aufrechterhalten. Auf der Pressekonferenz Ende Oktober sagte Präsident Michael Weißkopf, dass der Verein nach der Corona-Pandemie mit Zuschauer- und Sponsoring-Zahlen in Sachen plante, die der VfR vor der Pandemie erreichte.

VfR Aalen: Tobias Cramer und Spieler von Insolvenzantrag überrascht

Entsprechend plante die sportliche Führung die Saison. Doch die kalkulierten Zahlen sollte Aalen nicht erreichen. Über 2000 Zuschauer besuchten die Heimspiele 2019 im Schnitt, bislang sind es 1215. Der VfR schlitterte in die Insolvenz – bereits die zweite nach 2017. Damals schaffte Aalen den Klassenerhalt in der 3. Liga, und auch in der jetzigen Situation scheint die Mannschaft die Unruhe im Verein sportlich sehr gut zu verkraften.

Lediglich ein Spiel verlor Aalen seit Bekanntmachung des Insolvenzantrags, zuletzt siegte die Mannschaft von Trainer Tobias Cramer drei Mal in Folge. Trotz neun Punkten Abzug ist der Klassenerhalt ein greifbares Szenario. „Wir haben uns durch die Serie alles offen gehalten und ich bin der Überzeugung, dass wir eine gute Qualität im Kader haben und den Klassenerhalt schaffen können“, sagt VfR-Trainer Cramer.

Für den 48-Jährigen und die Mannschaft sei die Nachricht vom Insolvenzantrag überraschend gewesen, denn Gehälter seien weiterhin ganz normal ausgezahlt worden. „So eine Insolvenz stellt sich normalerweise anders ein. Wir waren überrascht, aber mehr kann ich zu diesem Thema nicht sagen“, betont Cramer. Denn für ihn zählt nur das Sportliche: „Im Endeffekt haben wir auf die wirtschaftliche Situation keinen Einfluss. Unser einziger Einfluss ist es, erfolgreich Fußball zu spielen. Das ist uns gelungen und dadurch haben wir uns im sportlichen Bereich innerhalb des Vereins einen gewissen Stellenwert erarbeitet.“

Aalen fährt daher mit breiter Brust zur SG Barockstadt. „Wir treffen auf eine sehr gute Mannschaft, die sich sehr schnell an die Klasse angeglichen hat. Sie spielen mit einem gewissen Selbstverständnis, ansonsten würden diese Ergebnisse nicht herausspringen“, lobt Cramer.

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