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Zwischen Sedat Gören und Alfred Kaminski passte es bei der SG Barockstadt nie

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Von: Steffen Kollmann

Sedat Gören und Alfred Kaminski SG Barockstadt
Einst im gleichen Trainerteam, aber weit voneinander entfernt. Zwischen Barockstadt-Trainer Sedat Gören (links) und Offenbach-Interimscoach Alfred Kaminski passte die Chemie nie. Morgen treffen beide aufeinander. © Charlie Rolff

Genau zwei Trainer hatte die SG Barockstadt seit ihrer Umbenennung im Jahr 2018: Alfred Kaminski und Sedat Gören. Beide arbeiteten einst zusammen und treffen nun morgen (19 Uhr) am Bieberer Berg in Offenbach erstmals aufeinander.

Als sich der TSV Lehnerz und Borussia Fulda dazu entschlossen, die Kräfte zu bündeln und fortan als SG Barockstadt höherklassigen Fußball anbieten zu wollen, gab es die allseits diskutierte Frage: Wer übernimmt den Job des Cheftrainers und die schwierige Aufgabe, aus zwei Mannschaften eine zu formen? Schnell wurde klar, dass ein unbefangener externer Coach übernehmen sollte, der in Fußballlehrer Alfred Kaminski gefunden wurde. Ihm wurde Sedat Gören, zuvor verantwortlich für den TSV Lehnerz II, als Co-Trainer an die Seite gestellt.

Regionalliga Südwest: Zwischen Sedat Gören und Alfred Kaminski passte es bei der SG Barockstadt nie

Zumindest für gute drei Wochen. Nach einem Testspiel gegen Kickers Offenbach legte Gören sein Amt nieder und übernahm die U17. „Das sind beides Persönlichkeiten, die nicht miteinander zurechtkamen“, erinnert sich Barockstadt-Vorstand Martin Geisendörfer und ergänzt: „Alfred Kaminski hatte schon früh darauf gedrängt, den Co-Trainer auszutauschen.“

Drei Monate später änderten sich die Vorzeichen dann komplett. Nach einem schwachen Saisonstart mit 13 Punkten aus 11 Spielen wurde Kaminski entlassen und Gören am 4. Oktober 2018 als Nachfolger präsentiert. „Ich will nicht groß in der Vergangenheit rühren. Aber die Zusammenarbeit mit Alfred Kaminski war sicherlich nicht von Erfolg gekrönt“, sagt Geisendörfer vier Jahre später.

Neben der schwachen Bilanz brachten öffentliche Vorwürfe Kaminskis, der Verein habe Zusagen nicht eingehalten und eine geplante Professionalisierung nicht vorangetrieben, das Fass zum Überlaufen. „Er konnte sich nur schwer damit abfinden, nicht mit Vollprofis zusammenzuarbeiten – auch wenn wir ihm das im Vorfeld so rübergebracht haben. Klar sind auch von unserer Seite Fehler passiert, aber man sieht ja momentan, dass es auf dieser Basis funktionieren kann“, unterstreicht Geisendörfer.

Regionalliga Südwest: Kickers Offenbach gegen SG Barockstadt ein Highlight wie die Meisterschaft

Mit einem solch starken Saisonstart hatte der Barockstadt- und frühere Lehnerz-Macher nicht gerechnet. Als „einfach sensationell“ bezeichnet Geisendörfer die momentane Situation und dankt demjenigen, der den Weg seit vier Jahren kontinuierlich vorantreibt: Trainer Sedat Gören. „Wir haben diese Dinge dank Sedat erreicht. Man sieht derzeit, was man als Team alles erreichen kann. Unser Stamm besteht immer noch aus Spielern aus der Vorsaison, aber derzeit haben wir das Glück, keine Verletzten zu haben. Wenn fünf, sechs Leistungsträger wegfallen, kann die Situation schnell ganz anders aussehen.“

Als bester hessischer Regionalligist geht die SGB ins morgige Derby bei Kickers Offenbach. Der OFC hat auf den schwachen Saisonstart bereits reagiert und Kaminski für Alexander Schmidt als Interimstrainer installiert. „Der Etat ist dreimal so hoch wie unserer. Offenbach befindet sich in einer ganz anderen Drucksituation, das Spiel gewinnen zu müssen“, weiß Geisendörfer, für den das Spiel am Bieberer Berg ein ähnliches Highlight wie die Relegationsspiele 2015 oder die jüngste Hessenliga-Meisterschaft in Eddersheim ist. „Uns reicht auch ein Punkt, wir können befreit aufspielen. Aber wir wollen das Momentum mitnehmen“, betont der SGB-Vorstand.

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