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Viel Nachspielzeit-Drama: OFC und Steinbach Haiger lassen Federn

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Von: Tino Weingarten

Bildergalerie vom Regionalliga-Spiel der SG Barockstadt bei den Kickers Offenbach
Die Kickers Offenbach haben in der Nachspielzeit verloren. © Oliver Müller

Trotz eines torlosen Unentschiedens hält der SSV Ulm den Vorsprung an der Tabellenspitze. Weil die Konkurrenz um Kickers Offenbach und TSV Steinbach Haiger patzte. Auch die beiden übrigen hessischen Teams fuhren keinen Sieg ein.

TSG Hoffenheim U23 - Kickers Offenbach 3:1 (1:0).

Die Mannschaft von OFC-Trainer Ersan Parlatan hat seit der Galavorstellung am 21. Oktober mit dem 3:1-Heimsieg über das bis dato ungeschlagene Ulm nur noch gegen Mannschaften aus der unteren Tabellenhälfte gewinnen können. Gegen die Aufsteiger Worms und Trier sowie den Bahlinger SC reichte es noch zu – teils mühsamen – Siegen, gegen Mainz (1:1), in Haiger (2:3) und jetzt in Hoffenheim vermochte der OFC sich nicht durchzusetzen. Anstatt mit einem Dreier im Dietmar-Hopp-Stadion den Rückstand auf Ulm auf fünf Zähler zu verringern, ist der Abstand auf acht Zähler angewachsen.

Die Offenbacher Hoffnung, der Bundesliganachwuchs der Kraichgauer könne nach zwei Spielausfällen wegen der Abstellung von U-Nationalspielern aus dem Rhythmus gekommen sein, erfüllte sich nicht. Die von dem 36 Jahre alten Torjäger Nick Proschwitz angeführte U23 erwies sich in der ersten Halbzeit in Sachen Raumaufteilung, Anlaufverhalten und Zweikampfführung als die überlegene, weil besser organisiert und taktisch reifer. 

Umstritten war allerdings der Führungstreffer der TSG nach zehn Minuten durch Muhammed Damar. Das Zuspiel auf den Torschützen war aus stark abseitsverdächtiger Position erfolgt. Die beste Chance zum Ausgleich ließ der emsige Zehner Christian Derflinger aus, als er frei am langen Eck eine Hereingabe von Jakob Lemmer am Tor vorbeischoss (30.).

Unterbrochen von gelegentlichen, aber zumeist hochgefährlichen Kontern, dominierte der OFC auch ohne den zur Pause wegen Gelb-Rot-Gefahr ausgewechselten Abwehrchef Maximilian Rossmann über weite Strecken der zweiten Halbzeit Spiel und Gegner. Mit nun endlich erhöhter Lauf- und Einsatzbereitschaft belagerten die Kickers den Hoffenheimer Strafraum, kamen durch Mittelfeldchef Björn Jopek auch zum hochverdienten Ausgleich (73.), spielten bei aller Überlegenheit jedoch Einschussmöglichkeiten von zu geringer Qualität heraus, da es, wie so oft, an Genauigkeit und Überraschungsmomenten beim Spiel in die Spitze mangelte.

In der Schlussphase setzte der OFC alles auf eine Karte und wurde in der Nachspielzeit durch zwei herrliche Distanzschüsse von Umut Tohumcu geschlagen.

Kickers Offenbach: Richter; Rossmann (46., Zitzelsberger), Garcia (74., Hermes), Saric, Derflinger, Lemmer, Jopek, Breitenbach, Marcos, Moreno (74., Onangolo), Bozic (46., Knöll).
Schiedsrichter: Daniel Greef
Zuschauer: 530.
Tore: 1:0 Andu Kelati (9.), 1:1 Björn Jopek (73.), 2:1 Umut Tohumcu (90.+2), 3:1 Umut Tohumcu (90.+6).

Rot-Weiss Koblenz - Hessen Kassel 2:1 (1:0).

Das Kellerduell entschied das Schlusslicht Rot-Weiss Koblenz - und jubelt damit erstmals seit 15 Spielen ohne Erfolg. Hessen Kassel verpasst durch die Pleite, die Niederlagen der Konkurrenz auszunutzen. So trennt den KSV weiterhin nur ein Punkt von den Abstiegsplätzen. Trotz spielerischer Überlegenheit lag der Gast nach rund einer Stunde mit 0:2 in Rückstand, erste in der Nachspielzeit gelang Nael Najjer der Anschlusstreffer. Zu spät, Schiedsrichter Philipp Schlegel pfiff kurz darauf ab. Im letzten Spiel des Jahres empfängt der KSV den FSV Frankfurt zum Derby.

Hessen Kassel: Sündermann; Mißbach, Starostzik, Kahramann (63. Dawid), Mogge (76. Iksal), Döringer (63. Vesco), Durna (46. Issa Schmitt), Stendera, Jones (63. Fischer), Springfeld, Najjar.
Schiedsrichter: Philipp Schlegel
Zuschauer: 360.
Tore: 1:0 Iosif Maroudis (41.), 2:0 Marius Köhl (57.), 2:1 Nael Najjar (90.+3).

FSV Frankfurt - FC Homburg 1:1 (0:0).

Der nächste Gegner des KSV Hessen Kassel kam zwar auch nicht zu einem Erfolg, dürfte das 1:1 gegen den Tabellenfünften FC Homburg aber durchaus als Erfolg verbuchen - zumal der Ausgleich für die Bornheimer durch Tim Weißmann erst in der Nachspielzeit fiel. Nach torlosen und chancenarmen ersten 45 Minuten, in denen der FSV Frankfurt noch die besten Möglichkeiten zur Führung hatte, brachte Markus Mendler den Gast aus dem Saarland in Front. Vom Oberschenkel kullerte der Ball über die Linie. Homburg verliert Ulm durch das Unentschieden etwas aus den Augen, hat neun Punkte Rückstand, aber ein Spiel weniger. Der FSV befindet sich genau in der Mitte der Tabelle.

FSV Frankfurt: Hanin; Reutter (87. Hildmann), Knothe, Azaouagh, Del Vecchio (79. Weißmann), Peters (87. Kuhinja), Bouthakrit (79. Spence), Müller, Messina (72. Hirst), Sannomiya, Awassi.
Schiedsrichter: Jonas Brombacher
Zuschauer: 1206.
Tore: 0:1 Markus Mendler (67.), 1:1 Tim Weißmann (90.+1).

FSV Mainz 05 U23 - TSV Steinbach Haiger 1:1 (0:0).

Wie der OFC tritt auch der TSV Steinbach Haiger auf der Stelle: Das 1:1 bei der U23 des FSV Mainz 05 war das vierte Unentschieden in Folge. Dabei hatte der TSV Glück, dass es überhaupt noch zu einem Punkt langte, denn die 05er gingen in der ersten Minute der Nachspielzeit durch Marvin Jung in Führung. Die Gäste kamen kurz darauf jedoch noch zur Antwort, Arif Güclü glich aus.

Steinbach Haiger trat über das gesamte Spiel dominant auf, traf vor dem Tor allerdings oftmals falsche Entscheidungen und belohnte sich nicht. „Wir haben ein gutes Spiel gemacht, konnten ein paar Geschenke des Gegners aber nicht nutzen. Nach dem Rückstand hat die Mannschaft Größe gezeigt und es doch noch erzwungen, was mitzunehmen. Trotzdem ärgern wir uns, hier nicht gewonnen zu haben“, sagte TSV-Trainer Pascal Bieler nach dem Spiel.

TSV Steinbach Haiger: Ibrahim; Kober (15. Kirchhoff), Strujic, Breitfelder (78. Güclü), Firat, Langesberg, Stock, Korte, Singer, Weigelt, Gudra (70. Kircher).
Schiedsrichter: Justin Hasmann.
Zuschauer: 405.
Tore: 1:0 Marvin Jung (90.+1), 1:1 Arif Güclü (90.+2).

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