Dominik Schlag (links) und Matthias Heumüller wurden für die Britannia-Teams reaktiviert. Fotos: Charlie Rolff, Kevin Kremer
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Dominik Schlag (links) und Matthias Heumüller wurden für die Britannia-Teams reaktiviert.

"Augen zu und durch"

Dass beim Verbandsligisten FC Eichenzell nicht alle Spieler zur Verfügung stehen, war bekannt. Am vergangenen Wochenende war der personelle Engpass jedoch so immens, dass mit Dominik Schlag der ehemalige Spieler und jetzige Vorstand reaktiviert werden musste. Auch die zweite Mannschaft "bediente" sich bei der Vereinsführung, Matthias Heumüller zog sich die Fußballschuhe wieder an.

Vor fast einem Jahr gab Dominik Schlag im Pokal gegen die SG Barockstadt sein Abschiedsspiel, am Sonntag fand sich der 33-Jährige 90 Minuten auf dem Platz in Udenhausen wieder. "Am Mittwoch habe ich erfahren, dass es so aussieht, dass nicht genügend Spieler zur Verfügung stehen", verrät Schlag. Zweimal trainierte er mit und gab schließlich sein Comeback in der Verbandsliga. "Das Training am Mittwoch war das erste Mal seit einem Jahr, dass ich wieder aktiv Fußball gespielt habe. Ich hatte ja keine Alternative, deshalb dachte ich einfach Augen zu und durch", sagt Schlag.

Fußballerisch habe er die grundlegenden Dinge nicht verlernt, betont der langjährige Britanne. "Aber ich musste mir das ganz gut einteilen. Ich konnte als Sechser nicht jeden Angriff mitlaufen, um dann wieder hinten zu sein. Mit einer gewissen Erfahrung kann man das wettmachen. Deshalb habe ich mich gut gefühlt und konnte durchspielen." Wie Spielertrainer Sebastian Sonnenberger ärgerte sich auch Schlag über die Niederlage. Gerade mit dem Hintergrund, dass Eichenzell mit Personalsorgen anreiste - unter anderem komplettierten zwei Spieler aus der zweiten Mannschaft die Ersatzbank - sei es bitter gewesen, nichts Zählbares eingefahren zu haben.

Die Urlauber sollen in der kommenden Woche wieder zurück sein, weshalb sich die Situation bei der Britannia etwas entspannen dürfte. "Das ist gut so, denn nächste Woche bin ich im Urlaub. Es war hoffentlich das einzige Mal in der nächsten Zeit, dass ich spielen musste. So lange Heiko Rützel, Matthias Heumüller und ich noch spielen können, helfen wir gerne aus. Aber für die erste Mannschaft ist es ja nicht das Ziel der Sache", sagt Schlag.

Auch Heumüller aus dem Ruhestand geholt

"Die Beschreibung passt schon ganz gut", sagt Heumüller in Bezug auf den Satz "Augen zu und durch". Denn die zweite Mannschaft hatte ähnliche Personalprobleme zu beklagen, weshalb der Kapitän der Meistermannschaft von 2018 bei der 2:4-Niederlage gegen Germania Fulda auflief. "Ich war zwar drei Jahre raus, habe aber davor lange gespielt. Deshalb war die Eingewöhnung nicht so schwer. Für die Ausnahme war es ganz okay", betont Heumüller. Die Priorität sei es gewesen, zwei Mannschaften stellen zu können. Auch, wenn am Ende zwei Niederlagen zu Buche standen.

War in der Verbandsliga-Mannschaft von Sonnenberger noch ein Spielerstamm zu erkennen, war dieser in der Reserve völlig gesprengt. Selbst Trainer Abdullah Özsuvaci musste mit der ersten Mannschaft reisen. Unter anderem halfen Martin Kriwoschein, Johann Pfannenstiel und der letztjährige Co-Trainer Christian Hehrmann aus. "Das war die große Schwierigkeit, denn so haben wir nie zusammen gespielt", sagt Heumüller, der damit das Vorstands-Trio im Einsatz komplettiert. Heiko Rützel spielte bereits beim Auftakt gegen Borussia Fulda über 90 Minuten.

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