Willingens Sean Querl schaut hier zu, wie Thalaus Florian Storch (blau) in den Zweikampf geht. Foto: Charlie Rolff
+
Willingens Sean Querl schaut hier zu, wie Thalaus Florian Storch (blau) in den Zweikampf geht.

Aydogan aus dem Nichts – und Elfmetertöter Herber

Warme Temperaturen, ein ziemlich schlechter Platz und zwei personalgeschwächte Teams. Dass das Spiel zwischen dem FSV Thalau und dem SC Willingen auf äußerst mäßigem Verbandsliga-Niveau über die Bühne ging, überraschte nicht. Wohl aber, dass sich der FSV zu einem 1:1 (0:1) kämpfte.

Ohne Torjäger Stanislav Szilagyi. Ohne Philipp Mötzung, Nikolas Leinweber und Christian Schäfer und damit Dreiviertel der Viererkette. Der Thalauer Aderlass war so groß, dass nur die Startelf aus Erstmannschafts-Spielern bestand – und Meik Voll auf einen interessanten Kniff setzte. Timo Müglich sollte als Manndecker Jan Henrik Vogel komplett aus dem Spiel nehmen. Die Nummer neun folgte dem Spielmacher auf Schritt und Tritt und selbst bis zur Auswechselbank, als sich Vogel bei Trainer Dardan Kodra neue Lösungen einholen wollte.

Dieser Schachzug ging also auf – doch die Dreierkette war beim frühen Willinger Führungstreffer überhaupt nicht auf der Höhe. Daniel Zimmer verlor den Zweikampf gegen Florian Heine, dessen klasse Ball ging an Thomas Weichlein und Fitsum Yemane vorbei, wobei gerade Letztgenannter überhaupt nicht gut aussah. Jonathan Vach hatte nach 13 Minuten also leichtes Spiel. Der Linksaußen hätte schon früher für klarere Verhältnisse sorgen müssen, als er von den Thalauern im Strafraum völlig freigelassen wurde – aber überhastet abzog (44.).

Der FSV wurde auf einem mehr als schwierig zu bespielenden Geläuf dagegen nie wirklich gefährlich. Stürmer Ahmed Emre Aydogan hing völlig in der Luft, Florian Storch und Christopher Schenkel zeigten zwar stellenweise gute Ansätze, kamen aber nicht in den Sechzehner hinein; auch, weil die Thalauer nach Ballgewinnen viel zu zaghaft nachrückten. Und dann – aus dem absoluten Nichts – kam Storch bis zur Grundlinie durch, legte in die Mitte auf Aydogan, und der Neuzugang traf mithilfe des Innenpfosten zum Ausgleich (68.).

Doch die eine ganz große Chance zum sicherlich nicht unverdienten Auswärtssieg hatten die Upländer noch. Daniel Zimmer spielte den Ball im Strafraum mit der Hand, Heine durfte an den Elfmeterpunkt treten. Doch Herber parierte den schwach ausgeführten Schuss (87.). Kurz darauf hätte Willingen noch einen Elfmeter bekommen können, doch in der Nachspielzeit blieb die Pfeife von Wiebke Schneider stumm. Und so holte Thalau einen mehr als glücklichen Punkt. Während Willingens Trainer Kodra also von einer "gefühlten Niederlage" sprach, konstatierte FSV-Coach Meik Voll, dass "dieser Punktgewinn mit einem Sieg vergleichbar ist".

Die Statistik:

FSV Thalau: Herber; Yemane, Weichlein, Zimmer – Müglich – Keidel (62. Döring), Sharif – Bonsu (81. Marek), Storch, Schenkel – Aydogan.
SC Willingen: Bouma; Querl, Schilling (88. Dogan), Albers, Kroll – Kuhnhenne, Bott – Heine, Vogel, Vach (68. S. Müller) – Butz.
Schiedsrichter: Wiebke Schneider (SV Brachttal).
Zuschauer: 170.
Tore: 0:1 Johnathan Vach (13.), 1:1 Ahmed Emre Aydogan (68.).
Verschossener Handelfmeter: Florian Heine (Willingen) scheitert an Markus Herber (87.).

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema