Etablierte wie Thomas Weichlein (rechts) sollen das Thalauer Gerüst bilden – und ihren früheren Mitspieler Patrick Broschke von einem Wechsel überzeugen? Foto: Charlie Rolff
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Etablierte wie Thomas Weichlein (rechts) sollen das Thalauer Gerüst bilden – und ihren früheren Mitspieler Patrick Broschke von einem Wechsel überzeugen?

Das kleine gallische Dorf wiedererwecken – mit Broschke?

Das neue Jahr 2022 war keine 45 Minuten alt, da informierte Verbandsligist FSV Thalau, dass ab der neuen Saison ein neues Trainerduo in der Verantwortung stehen wird. Florian Storch und Jens Klinkert sollen die Vorderrhöner zurück in die Erfolgsspur führen.

Während Storch seit Jahren im Mittelfeld des FSV die Fäden zieht und im Alter von 30 Jahren seine erste Trainerstation antreten wird, kommt Klinkert vom Kreisoberligisten Nüsttal. Dabei wollte der 43-jährige Lehrer, der vor kurzem zum zweiten Mal Vater wurde, eigentlich kürzertreten. „In Nüsttal habe ich eine geile Truppe, die ich unglaublich gerne habe. Aber der Aufwand von meinem Geburts- und Wohnort Rengersfeld nach Nüsttal war zu hoch“, erklärt Klinkert.

Um ein Dreifaches kürzer ist die Fahrstrecke aus dem Gersfelder Ortsteil nach Thalau. Bei weitem aber nicht der einzige Grund, warum Klinkert beim FSV anheuern wird. „Ich hatte mit meiner Frau Claire, die ab Winter wieder bei Poppenhausen in der Verbandsliga spielen möchte, den Deal, dass ich mir ein interessantes, reizvolles Angebot gerne anhören dürfe“, sagt der B-Lizenz-Inhaber.

Und dieses Angebot kam bei einem Anruf seines früheren Mitschülers und FSV-Interimstrainers sowie Sportlichen Leiters Thomas Hütsch. Doch Moment! Reizvoll? Interessant? Das würde wohl nicht jeder sagen, angesichts von acht Winter-Abgängen und zwei Punkten aus 16 Verbandsliga-Spielen. Ein Neuanfang in der Gruppenliga ist unumgänglich. „Aber genau das ist für mich das Geile. Andere sagen: ‚Wie kann man das machen?‘ Ich sage: Jetzt erst recht! Da fängt es bei mir erst an zu kribbeln“, freut sich Klinkert über die Herausforderung, die vor ihm liegt.

Broschke und Piechutta vor Rückkehr?

Doch wie soll nach dieser Horrorsaison der Turnaround gelingen? „Wir wollen wieder das kleine gallische Dorf werden, das Thalau vor nicht allzu langer Zeit war. Mit Spielern, die aus der Umgebung kommen und tollen Fußball spielen wollen“, betont der 43-Jährige. Das Gerüst sollen Etablierte wie Storch, Thomas Weichlein, Markus Herber, Timo Müglich und Daniel Zimmer bilden, dazu sollen Spieler aus der Reserve und Jugend eingebaut werden.

So ganz ohne externe Verstärkung wird es aber nicht gehen. Ehemalige Akteure wie Patrick Broschke (Eichenzell) und Dominik Piechutta (Barockstadt II) werden im Wittiggrund gehandelt. Die Namen möchte Klinkert nicht kommentieren, aber der neue Trainer sagt: „Spieler, die in Thalau waren, wissen, welch unglaublich guter Zusammenhalt hier herrscht. Da werden die meisten wohl nicht sofort nein sagen, wenn eine Anfrage kommt.“

Mit der Präsentation des neuen Trainerduos wurde ein erster Schritt in Richtung Neustart jedenfalls getätigt. Storch soll sich im Training und den 90 Minuten auf seine Aufgabe als Spieler konzentrieren, Klinkert von außen coachen – und seinem Partner einiges mit auf den Weg geben. „Flo hat auf mich einen sehr reflektierten Eindruck gemacht. Er möchte in den Trainerjob reinschnuppern und lernen. Wir werden alle Inhalte gemeinsam absprechen.“

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