Engagiert mit Durchsetzungsvermögen. So kennt man Lukas Heil aus seiner Zeit in Flieden und Eichenzell. Foto: Charlie Rolff
+
Engagiert mit Durchsetzungsvermögen. So kennt man Lukas Heil aus seiner Zeit in Flieden und Eichenzell.

Die Zukunft ist offen

Fast schon so ein bisschen heimlich, still und leise hat sich Lukas Heil von der Fußballbühne verabschiedet. Zumindest vorerst. Noch ist offen, ob der 28-Jährige noch mal den Weg zum Verbandsligisten Britannia Eichenzell findet.

Am 21. Oktober letzten Jahres machte Heil sein letztes Spiel im Trikot der Eichenzeller. Danach folgte der corona-bedingte Saisonabbruch. Als im Juli diesen Jahres die Vorbereitung startete, war Heil nicht mehr dabei. "Momentan mache ich eine komplette Fußballpause", erklärt der gebürtige Fliedener, der bis 2017 für die Buchonen spielte und dort unter anderem 90 Hessenligaspiele bestritt, ehe der Wechsel nach Eichenzell folgte. Doch warum pausiert er derzeit? "Drei Kriterien haben zu diesem Entschluss geführt. Erster Punkt war die Corona-Pause, in der ich plötzlich gemerkt habe, dass mir der Fußball doch nicht so sehr fehlt wie ich es dachte. Hinzu kam, dass ich meinen Lebensmittelpunkt beruflich wie privat nach Frankfurt verlegt habe. Und nicht zuletzt hat meine vorige schwere Verletzung eine Rolle gespielt. Diese Komponenten waren die Grundlagen für meine Entscheidung.“

Hauptgrund ist aber die berufliche Neuorientierung. Heil arbeitet im Bereich Online-Marketing für eine Direktbank in Frankfurt und wohnt nun im Nordend der Stadt. „Ich wollte in der neuen Umgebung ankommen und mich nicht verpflichten, jedes Wochenende Richtung Fulda fahren zu müssen. Nach der Corona-Pause habe ich das eine ganze Zeit lang gemacht. Ich habe also in der Firma den Computer runtergefahren, bin ins Auto und nach Eichenzell zum Abschlusstraining. Dann spielen wir nicht selten sonntags im Kasseler Raum. Das hieß dann, dass ich einmal quer durch Hessen gesaust bin. Es ganz ganz schön gezerrt. Vor allem, wenn du montags wieder fit an der Arbeitsstelle sein musst“, schildert Heil.

Ob der Mittelfeldspieler im neuen Jahr, zur nächsten Saison oder vielleicht überhaupt nicht mehr auf die osthessische Fußballbühne zurückkehren wird, ist noch völlig offen. „Ich will das ganz in Ruhe entscheiden. Vielleicht kommt die Sehnsucht nach dem Fußball wieder. Es ist alles möglich – auch, dass ich mir in Frankfurt einen Verein suche oder tatsächlich ganz mit dem Fußball aufhöre. Einen genauen Zeitpunkt, wann ich das für mich entscheide, gibt es dabei nicht.“

Fit wäre der 28-Jährige nach seiner Verletzung wieder. Nachdem er schon viele Jahre immer mal etwas „abbekommen“ hatte, knallte es am 17. März 2019 richtig. Beim Spiel gegen Barockstadt II zog sich Heil einen Kreuzbandriss im rechten Knie zu. Dazu wurde ein Knorpelschaden und ein Meniskusriss diagnostiziert. Heil bestritt 19 Monate kein Punktspiel. „Das Knie ist wieder hergestellt, im letzten Jahr habe ich neun von zehn Spielen mitgemacht und ich halte mich fit", sagt Heil, der neben oben genannten Aspekten außerdem erläutert, "dass es in Eichenzell einen Umbruch gegeben hat und wichtige Bezugspersonen wie Roman Schad, Christian Kirbus oder Christian und Benedikt Müller nicht mehr dabei sind.“

Dennoch ist er immer noch bestens informiert über die Situation der Britannen. „Ich bin noch in fast allen WhatsApp-Gruppen und habe einen engen Draht zu Spielern wie Jonathan und Gabriel Müller. Fest steht, dass – sollte ich zu dem Entschluss kommen, wieder anzufangen – Eichenzell mein erster Ansprechpartner ist.“

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema