Riesenchance für Bad Sodens Innenverteidiger Jan Rintelmann (rechts) gleich zu Beginn des Spiels. Eichenzells Keeper Hanns-Peter Schwarz ist schon geschlagen. Doch der Ball ist wieder einmal überall, nur nicht im Kasten der Britannia. Foto: Ralf Hofacker
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Riesenchance für Bad Sodens Innenverteidiger Jan Rintelmann (rechts) gleich zu Beginn des Spiels. Eichenzells Keeper Hanns-Peter Schwarz ist schon geschlagen. Doch der Ball ist wieder einmal überall, nur nicht im Kasten der Britannia.

Erste Niederlage in klassischer Manier

Vier Tage nach dem 1:1 gegen den Lichtenauer FV und drei Tage vor dem Spitzenspiel beim SV Adler Weidenhausen hat die SG Bad Soden in der Verbandsliga Nord ihr erstes Spiel verloren und ist in der Tabelle weiter abgerutscht. Der Ligafavorit verlor das Regionalderby gegen Eichenzell in nachgerade klassischer Manier.

Klassisch deshalb, weil sich einmal mehr die Fußball-Binse bestätigte, wonach derjenige bestraft wird, der seine Chancen nicht nutzt.

Eine halbe Stunde lange spielte die Mannschaft von Trainer Anton Römmich Eichenzell an die Wand. Hätte es nach 15 Minuten 3:0 für die „Sprudelkicker“ gestanden, der Rückstand wäre schmeichelhaft für Eichenzell gewesen. Überfällig nach 39 Minuten das 1:0, das Christian Pospischil Lukas Ehlert auflegte.

Mehr als zwei Weitschüsse und eine Ecke brachte Eichenzell vor der Pause nicht zustande; ein ordentliches Umschaltspiel war de facto nicht vorhanden, selbst das Arbeiten gegen den Ball bestand in erster Linie in Hinterherlaufen. Und doch stand es zum Seitenwechsel 1:1. Sodens linker Außenverteidger Jaroslav Kymlicka klärte unzureichend, Kubilay Kücükler schoss, Torwart Marco Aulbach parierte, lief ohne große Not dem abgewehrten Ball hinterher – und erwischte Benedikt Rützel, an der Grundlinie, mehr oder weniger auf dem Weg, den Strafraum zu verlassen. Den Strafstoß verwandelte Spielertrainer Sebastian Sonnenberger sicher (45.).

Auch wenn die zweite Halbzeit mit einer Eichenzeller Großchance begann, weil der skandalös schwache Linienrichter bei einer seiner vielen Fehlentscheidungen eine besonders krasse Abseitsstellung von Patrick Broschke übersah (50.), schien das Spiel dort weiterzugehen, wo es aufgehört hatte: Mit Sodener Offensivfußball und Torchancen in kurzer Folge gegen einen zaudernden Gast. Als Pospischil nach 57 Minuten nach Foul von Tim Ströder an Ehlert zum zweiten Strafstoß des Abends antrat, schien das Spiel wieder seiner logischen Dramaturgie zu folgen – doch der Ex-Profi schoss über das Tor.

Quasi im Gegenzug, Sodens Fernando Martinez Bizcocho hatte den Ball vertändelt, startete Eichenzell in seinem bis dahin besten Umschaltmoment einen Konter. Broschke düste von der Mittellinie los und war hellwach, als Sodens Mannschaftskapitän Christoph Neiter den eigentlich abgelaufenen Ball ins Aus rollen lassen wollte: 1:2 (58.).

„Dass wir heute auch noch einen Elfer verschießen, passt zu diesem Spiel. Danach sind wir nicht mehr wirklich zurückgekommen“, stellte Sodens Sportdirektor Sead Mehic fest. Zwar bespielten die Grünen weiterhin unablässig das Tor der Britannia, und auch Torchancen gab es – wenn auch nicht mehr in so hoher Frequenz wie zuvor – reichlich. Doch mit dem Auswärtssieg vor Augen steigerte sich Eichenzell in eine dann endlich kämpferische Großleistung und hätte bei einem Konter beinahe noch das 3:1 erzielt, doch Kücükler traf den Pfosten.

SG-Trainer Anton Römmich stellte nach dem Spiel frustriert in einem allzu harten Urteil fest: „Uns haben Wille und Leidenschaft gefehlt. Das war zu wenig, wir sind absolut unzufrieden mit dieser Leistung.“

Davon konnte bei seinem Gegenüber keine Rede sein. Spielertrainer und Innenverteidiger Sebastian Sonnenberger frohlockte noch im Mannschaftskreis: „Wenn wir so eine Teamleistung bringen, können wir in dieser Liga jeden Gegner schlagen. Ihr habt es verdient, jetzt ordentlich zu feiern.“ Und im offiziellen Teil gab Sonnenberger zu Protokoll: „Das Tagesziel war es, alles reinzuwerfen. Das haben wir gemacht. Das war eine sehr gute Leistung.“

Die Statistik:

SG Bad Soden: Aulbach; Kymlicka, Rintelmann, Pezzoni, Demuth (54. Krapf), Huhn, Neiter – Bizcocho (59. Mezini), Pospischil (76. Becker), Ehlert – Fiorentino.
FC Eichenzell: Schwarz; C. Müller, Ströder, Sonnenberger, Schneider – Kücükler – Broschke, Körner (75. Ganss), J. Müller, L. Müller (66. Bagci koray) – Rützel (80. Akkilinc).
Schiedsrichter: Joshua Herbert (FSV Schwarzbach).
Zuschauer: 80.
Tore: 1:0 Lukas Ehlert (39.), 1:1 Sebastian Sonnenberger (45., Foulelfmeter), 1:2 Patrick Broschke (58.).
Besonderes Vorkommnis: Christian Pospischil (57., Bad Soden) schießt Foulelfmeter über das Tor.

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